Blues Kitchen

Erja Lyytinen fesselt mit Rock und Soul

Erja Lyytinen sang von Liebe, Freundschaft und dem Zauber der Kindheit und nahm die Besucher der Blues-Kitchen gefangen. Foto: Christian Beier
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Erja Lyytinen sang von Liebe, Freundschaft und dem Zauber der Kindheit und nahm die Besucher der Blues-Kitchen gefangen.

Finnische Gitarristin spielt im Theater.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Fans der Kulturmanagement-Reihe Blues Kitchen kamen am Mittwochabend voll auf ihre Kosten. Auf der kleinen Bühne des zur atmosphärischen Musikkneipe umgestalteten Konzertsaal-Foyers entfaltete die finnische Slide-Gitarristin Erja Lyytinen im Theater und Konzerthaus die Farbigkeit ihres Könnens. Auf Bistro-Stühlen mit passenden Tischchen vor der Bühne oder lässig an Stehtischen lehnend, genossen die Fans von Rock und Soul gute zwei Stunden musikalische Unterhaltung vom Feinsten.

Charmant und in einem Mix aus Englisch, das sie mit deutschen Brocken anreicherte und mit finnischen Prisen würzte, moderierte die „mother of twins“ (Muter von Zwillingen), wie sie früh am Abend spürbar stolz erzählte, durch ihr Programm. Klirrend metallisch und „hard“ startete Lyytinen pünktlich um 20 Uhr mit einem laut knallenden Eisbrecher. Der bescherte den Lautsprecher-Boxen viel Wumms und lenkte das Auditorium schnell von ihren bis dato eifrig geführten Wein- oder Bierglas-Plaudereien ab.

Musikerin knüpfte emotionales Band zum Publikum

Gutgelaunt und spürbar froh darüber, endlich nach den Lockdowns wieder auftreten zu dürfen, spielte sich die zierliche Musikerin schnell frei und hatte im Nu ein emotionales Band zu ihrem Publikum geknüpft. Mit straff zurückgebundenen dunklen Haaren, einem schlicht schwarzen, aber mit üppigen Keulenärmel zum Hingucker werdenden Outfit und viel Glitzergeschmeide um den Hals gelang ihr der Spagat, „cool“ auszusehen und dennoch nicht von der Musik abzulenken.

Je lauter der Zwischenapplaus, der von Song zu Song begeisterter wurde, desto intensiver die Performance auf der Bühne, wo Drums, Keyboard sowie Bass Stimme und Gitarre der Künstlerin unterstützten, begleiteten und hier und da besondere Akzente setzten. Immer wieder nahm sich die Frontfrau mit ihrer beeindruckenden Stimme zurück und ließ den Instrumenten den Vortritt.

Sieben-Minuten-Balladen brachten große Unterhaltung

Mal wurde es rauchig und soulig, mal kess und munter bei Old-School-Boogie-Sounds und mal tief emotional. Sieben-Minuten-Balladen hatten einen ebenso großen Spaß- Faktor beim Publikum wie kürzere und rhythmische Gigs. Immer mehr Fans übernahmen Takt und Groove in die eigenen Beine und Füße, immer häufiger gingen Hände nach oben. Zu der auf der Bühne präsentierten klanglichen Lebensfreude wurde mitgeklatscht oder mit den Fingern mitgeschnipst.

Erja Lyytinen sang von Liebe, Freundschaft oder dem Zauber der Kindheit. Sie streifte stilistisch den Blues der US- Südstaaten mit einem ange-sungenen „Summertime“ von Gershwin oder dem Power-Song „Wedding Day“. Am Schluss gab es jede Menge Applaus und Begeisterungsstürme für den ersten Blues-Kitchen-Abend der Saison nach der langen Corona-Pause.

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