Strategiewechsel für Stadtwald

Statt China oder USA: Solinger Holz soll in Solingen bleiben

Ein erster Versuch zur Neuausrichtung hat bereits stattgefunden. Beim Sägewerk Stricker in Höhrath wurde Holz aus dem Solinger Wald zugeschnitten. Foto: Michael Schütz
+
Ein erster Versuch zur Neuausrichtung hat bereits stattgefunden. Beim Sägewerk Stricker in Höhrath wurde Holz aus dem Solinger Wald zugeschnitten.

Die Holzpreise steigen, Lieferfristen steigen, Unternehmen sprechen von Holzmangel. Die Stadt Solingen setzt ein Zeichen - das sich als Geschäftsmodell auch noch rechnen soll.

Von Andreas Tews

Solingen. Diesen Vorschlag nahmen die Politiker des Zentralen Betriebsausschusses positiv auf. Das Projekt fällt in ihre Zuständigkeit, weil die Technischen Betriebe Solingen (TBS) künftig die Verarbeitung des Holzes steuern sollen. Dem Ausschuss teilten Vertreter von TBS und Stadtverwaltung mit, dass sie an einem Geschäftsmodell für das Projekt „Holz aus Solingen – von uns für uns“ arbeiten.

Die wichtigste strategische Zielsetzung soll vor allem für mehr Nachhaltigkeit sorgen. Anstatt das Holz an Holzhändler und die Sägeindustrie – und damit im Endeffekt nach China oder in die USA – zu verkaufen, soll es in Solingen verwertet werden. Dazu arbeiten Stadt, TBS und Wirtschaftsförderung unter anderem mit dem Sägewerk Stricker in Höhrath zusammen. Die geschätzten 5500 Kubikmeter Holz pro Jahr wollen die Stadt und ihre Tochtergesellschaft in erster Linie selbst nutzen. Für einen Verkauf an heimische Betriebe reiche die Menge wohl nicht aus, heißt es aus dem Rathaus.

Die Nutzungsmöglichkeiten sind je nach Holzart unterschiedlich. Möglich sind unter anderem der Gebäudebau, der Bau von Unterständen oder Bänken oder die Weiterverarbeitung zu Büromöbeln und anderen Möbeln in öffentlichen Gebäuden, sowie zu Hochbeeten oder Spielplatzanlagen.

Konkrete Entscheidungen zu dem Projekt sollen erst fallen, wenn das Geschäftsmodell vorliegt. Aber: „Ich kann mir vorstellen, dass sich das lohnen wird“, kommentierte Jürgen Hans (FDP) im Zentralen Betriebsausschuss. Richard Schmidt (SPD) verwies auf den Umstand, dass Holz auf dem Weltmarkt knapp sei. Er regte an, auch die Nachbarstädte einzubeziehen. Monika Tönnies (Grüne) verwies darauf, dass das Projekt einen zeitlichen Vorlauf brauche, bis es ans Laufen komme.

Dies bestätigte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (parteilos) zwar. Er berichtete aber auch, dass ein erster Test mit dem örtlichen Sägewerk bereits erfolgt sei. Hoferichter: „Die Trocknung des Holzes hat bereits begonnen.“

Beschlüsse

Gewinn: Der Jahresabschluss 2020 der TBS ist genehmigt. Er weist einen Überschuss von 5,4 Millionen Euro aus.

Ökopflaster: Die TBS holen ein Gutachten ein, das klären soll, inwieweit Flächen mit Ökopflaster auch künftig bei der Berechnung der Entwässerungsgebühr nicht herangezogen werden. Das Ziel ist, Rechtssicherheit zu schaffen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Drei Anträge auf Weihnachtsmärkte
Drei Anträge auf Weihnachtsmärkte
Drei Anträge auf Weihnachtsmärkte
Prozess um fünffache Kindstötung: Verteidiger erstattet Selbstanzeige
Prozess um fünffache Kindstötung: Verteidiger erstattet Selbstanzeige
Prozess um fünffache Kindstötung: Verteidiger erstattet Selbstanzeige
Corona: Inzidenzwert sinkt auf 49,0 - Impfzentrum schließt am 30. September
Corona: Inzidenzwert sinkt auf 49,0 - Impfzentrum schließt am 30. September
Corona: Inzidenzwert sinkt auf 49,0 - Impfzentrum schließt am 30. September
Oldtimer rollen durchs Bergische
Oldtimer rollen durchs Bergische
Oldtimer rollen durchs Bergische

Kommentare