Arbeitsreicher Dreck-weg-Tag

Engagierte Bürger entsorgen säckeweise Unrat

An den Sammelstellen – hier in Unterburg – kam jede Menge Unrat zusammen. Die TBS übernahmen die spätere Entsorgung.
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An den Sammelstellen – hier in Unterburg – kam jede Menge Unrat zusammen. Die TBS übernahmen die spätere Entsorgung.

In allen Stadtteilen in Solingen und am Wupperufer sammelten Engagierte Müll ein.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Mit Handschuhen, Müllsäcken, Müllzangen und Sicherheitswesten ausgerüstet, zogen am Samstagvormittag ganze Scharen engagierter Müllsammler durch Solinger Wälder, Parks und Anlagen: Stadt und Technische Betriebe Solingen (TBS) hatten zum Dreck-weg-Tag aufgerufen – und etliche Bürger waren dem Aufruf gefolgt.

Pünktlich zum offiziellen Start um 9 Uhr hatten Mitarbeiter des TBS an zuvor kommunizierten Standorten in allen Stadtteilen jeweils eine Basis-Station aufgebaut, an dem es das nötige Equipment gab. Dort wurden auch die am Ende mit Unrat voll gesammelten blauen Müllsäcke gestapelt.

Unglaublich, was man alles findet.

Babette Knecht sammelte mit Union Solingen in der Heide Müll

„Die werden später von Kollegen in Fahrzeugen abgeholt und zum Müllheizkraftwerk gefahren“, erläuterte Dirk Martens (TBS), der die Sammelstelle für Ohligs/Aufderhöhe an der Langhansstraße in Höhe des Ausflugslokals betreute. „Bisher“, sagte er gegen 9.30 Uhr, „habe ich Material an rund 60 Personen ausgegeben.“ Darunter seien einzelne Privatleute, Familien mit Kindern, aber auch größere Gruppen wie Vereine, Firmen oder Parteien. So ackerte etwa die Ohligser SPD in der Heide während Mitglieder die Junge Union den Volksgarten an der Krahenhöhe von Glasflaschen und stehengelassenen Imbiss-Überresten befreite.

Dreck-weg-Tag: Leere Flaschen, Pommes-Schalen oder zertreten Zigarettenschachteln finden Sammler in Gräfrath

Babette Knecht war mit dem Verein Union Solingen unterwegs im Unterholz der Ohligser Heide, kam aber zwischendurch alleine zurück zum Stützpunkt, um schon mal die ersten Säcke abzuliefern. „Unglaublich, was man alles findet und in welchen Mengen“, sagte sie. „Hüllen von Papiertaschentüchern, Süßigkeitenverpackungen, jede Menge Masken, Pizzakartons, aber auch eklige Dinge wie Kondome oder Gefährliches wie kaputte Glasflaschen.“ Sie habe drei alte Autoreifen im Gebüsch entdeckt, berichtete sie weiter. „Zu schwer für mich zum Wegtragen.“ Solche großen Gegenstände würden später von Fahrzeugen aufgeladen, sagte Martens. „Vielleicht geht es ja, sie an den Straßenrand zu rollen, damit sie besser gefunden werden.“

In den anderen Stadtteilen berichteten die Helfer Ähnliches. In Gräfrath säuberten Mitglieder der Arge im Gewerbegebiet Piepersberg. „Eine wahre Flut an Zigarettenkippen und entsorgten Masken“, befand Dragan Denic. In Höhscheid hatten sich Engagierte den Peter-Höfer-Platz und die Skater-Anlage vorgenommen und ihre Säcke mit leeren Flaschen, Pommes-Schalen oder zertreten Zigarettenschachteln gefüllt.

Voller Einsatz beim Dreck-weg-Tag.

Im Südpark war eine Abordnung der Solinger Jugendfeuerwehr ausgeschwärmt und machte Strecke bis einschließlich des ersten Abschnitts der Korkenzieherrasse. Auch hier: fette Beute, ebenso wie in Wald, zum Beispiel rund ums Stadion. Dort waren die vielleicht kuriosesten Fundstücke entdeckt worden. Fotos davon wurden beim Abschlusstreffen mit Getränken Snack gegenüber der Lutherkirche herumgezeigt: Ein Ex-Benzin-Kanister, noch halb voll mit Wodka und zwei verbeulte Einkaufswagen lagen im Schatten der Stadion-Bande.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) stieß zum Finale dazu. Er hatte nahezu allen Orten des Dreck-weg-Tages einen Besuch abgestattet. „Dadurch, dass die Menschen während der Lockdowns aus Mangel an Alternativen verstärkt in die Natur gingen, hat sich viel mehr Müll als in den Jahren zuvor dort angesammelt“, sagt er und dankte allen Beteiligten für ihr Engagement.

Hintergrund

Hier wurde gesäubert: Eingang Südpark/Grünewald, Walder Marktplatz, Wanderparkplatz an der Fauna, Parkplatz Wupperinsel, Parkplätze entlang Langhansstraße/Engelsberger Hof. Zusätzlich reinigte der Verschönerungsverein Rüden-Friedrichtal das Wupperufer vom Obenrüdener Kotten bis zur Friedrichsaue.

TBS sammeln 36 000 Tonnen Müll pro Jahr.

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