Gas und Strom

Energie: Versorgungsengpass droht derzeit nicht

Kunden können ihre Zählerstände, etwa bei Preisänderungen, auch unterjährig ablesen und den SWS übermitteln.
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Kunden können ihre Zählerstände, etwa bei Preisänderungen, auch unterjährig ablesen und den SWS übermitteln.

Stadtwerke erklären genaues Verfahren bei Dezember-Abschlag und Gaspreisbremse

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Energiepreiserhöhung, Dezember-Abschlag, Gaspreisbremse, Blackout – die Themen rund um die Energieversorgung und deren Kosten überschlagen sich derzeit. Auch bei den Stadtwerken Solingen (SWS) häufen sich die Anfragen. „Wir möchten natürlich alle Fragen unserer Kunden dazu beantworten, bei der großen Nachfrage kann es aber beispielsweise im Kundencenter derzeit zu Wartezeiten kommen“, erklärt SWS-Sprecherin Lisa Nohl.

Dezember-Abschlag wird ausgesetzt

Die gute Nachricht sei auf jeden Fall, dass die Aussetzung des Dezember-Abschlags, dessen Kosten vom Bund übernommen werden, organisatorisch umgesetzt sei. „Bei Kunden, die uns ein Lastschriftmandat erteilt haben, ziehen wir den Abschlag in diesem Monat nicht ein, wer einen Dauerauftrag hat, soll ihn für den Dezember aussetzen“, erklärt Stephan Birkhölzer, der seit vier Monaten als Vertriebsleiter für Privat- und Gewerbekunden zuständig ist, in einem Pressegespräch.

In Mehrfamilienhäusern mit Zentralheizung ist allerdings der Vermieter oder bei Eigentümergemeinschaften der Verwalter direkter Partner der SWS. „Dort bekommen die Bewohner dann in der Regel mit der nächsten Nebenkosten-Jahresabrechnung die Ersparnis“, so Birkhölzer.

Ersparnis ist weniger als ein Abschlag

Die Stadtwerke weisen darauf hin, dass die Dezember-Ersparnis weniger ist als ein Abschlag. „In der Regel zahlen Privatkunden pro Jahr elf Abschläge, im zwölften Monat wird die Jahresabrechnung erstellt“, erklärt Stefan Ziebs, bei den SWS für die Geschäftskunden verantwortlich. Im Dezember erlassen die Stadtwerke also ein Elftel des prognostizierten Jahresverbrauchs, der Bund erstattet laut Gesetz aber nur ein Zwölftel. „Das wird dann wieder bei der Jahresabrechnung verrechnet“, skizziert Ziebs das komplizierte Verfahren.

Grundlage für die Unterstützung durch den Bund ist der Verbrauch im September. Wie aber ermitteln die Stadtwerke diesen? „Wir legen eine Jahresverbrauchsprognose über 365 Tage zugrunde“, erklärt Stephan Birkhölzer. Davon ein Zwölftel sei der durchschnittliche Monatsverbrauch, der mit dem seit 1. November geltenden höheren Gaspreis multipliziert werde. „Bewusst wird nicht einfach die Summe des Dezember-Abschlags genommen, weil sonst all diejenigen, die jetzt schon ihren Abschlag freiwillig erhöht haben, einen größeren Vorteil im Dezember hätten“, so Ziebs.

Vorjahresverbrauch ist Basis für Gaspreisbremse

Der Dezember-Abschlag sei ja nur der erste Schritt einer größeren Entlastung, so Ziebs mit Blick auf die Gaspreisbremse des kommenden Jahres. „Die Kunden sollen zum Sparen angeregt werden“, betont er. 80 Prozent des Verbrauchs werden mit der Gaspreisbremse von 12 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt, was darüber hinaus verbraucht wird, muss zum aktuellen Tarif gezahlt werden. Als Basis für die Sparquote wird der Vorjahresverbrauch genommen.

Um die Verbräuche exakt zu ermittelt, hätten einige Kunden auch unterjährig ihre Zählerstände übermittelt – etwa zum Stichtag der letzten Preiserhöhung am 1. November. „Es sei sinnvoll, möglichst viele Daten zu haben, notwendig sei die zusätzliche Übermittlung aber nicht“, verweist Birkhölzer auf die umfangreichen Daten-Systeme der SWS.

SWS-Strompreis liegt unter der Strompreisbremse

Auch für den Strom will der Bund eine Preisbremse verabschieden. „Dabei sind unsere aktuell 38,56 Cent pro Kilowattstunde günstiger als die voraussichtliche Strompreisbremse von 40 Cent“, betont Stefan Ziebs. Insgesamt sei der Energiepreismarkt „sehr nervös“, die Gefahr von Versorgungsengpässen aber derzeit „extrem gering“. | Standpunkt

Digitale Infos

Verbrauch: Die SWS veröffentlichen regelmäßig die Einsparungen der Solinger. Beim Gas waren das im (milden) November zwischen 39 % zu Anfang des Monats und 25 % Ende November. Beim Strom wurden im Vergleich zu den Vorjahren im November zwischen 10 und 13 % eingespart.

Zählerstände: Die SWS weisen darauf hin, dass Zählerstände auch online durchgegeben werden können.

www.stadtwerke-solingen.de

Standpunkt von Simone Theyßen-Speich: Transparenz ist gut

simone.theyssen-speich@solinger-tageblatt.de

Kaum ein Thema beschäftigt die Menschen derzeit wohl so sehr wie die gestiegenen Kosten, vor allen Dingen bei Gas und Strom. Verzicht ist keine Option, Sparen auch nur bis zu einer gewissen Grenze möglich. Dabei scheint die große Sorge vor einem kompletten Blackout wohl nicht mehr so aktuell. Die nicht minder große Sorge vieler Menschen, wie sie die Rechnungen im nächsten Jahr bezahlen sollen, bleibt aber weiter bestehen.

Die jetzt von der Bundesregierung beschlossenen und von den Stadtwerken vor Ort umgesetzten Maßnahmen sind da eine wichtige Hilfe. Gut ist es da, dass der Versorger vor Ort den Menschen die Maßnahmen transparent macht und auch die komplizierten Sonderregelungen erklärt. Das sollten auch die Vermieter tun, die dann ja noch die Nebenkostenabrechnungen mit ihren Mietern vornehmen müssen. Wenn Kunden informiert sind, sich mitgenommen fühlen, dann sind sie auch eher bereit, gemeinsam die Last der hohen Kosten zu schultern.

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