Bildung

Eltern sehen digitalen Unterricht positiv

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Elke Mosebach-Garbade, Leiterin der Geschwister-Scholl-Schule, unterrichtet die Schüler ihres Biologie-Leistungskurses in der Jahrgangsstufe 13 (Q2) derzeit über Videokonferenz.

Manche Schulen setzen den kompletten Stundenplan über Videokonferenz um, andere nutzen einen Mix.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Im Distanzlernen findet der Unterricht zunehmend digital statt. Auf den Tageblatt-Artikel in der vergangenen Woche haben sich weitere Schulen gemeldet, die komplett über Videokonferenzen unterrichten – nach dem regulären Stundenplan. So läuft es an der Realschule Vogelsang und an der Geschwister-Scholl-Schule. „Es ist total wichtig, den Schülern eine Tagesstruktur zu geben“, sagt Birgit Schoel, Rektorin der Realschule Vogelsang. Andere Schulen setzen auf eine Kombination aus Videokonferenzen und Arbeitsaufträgen.

Bereits im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 habe man angefangen, Microsoft Teams einzuführen, berichtet Schoel.

Birgit Schoel, Leiterin der Realschule Vogelsang, zieht eine positive Bilanz des Distanzunterrichts.

„Kollegen haben Tutorials gedreht, um andere zu schulen. Wir sind zudem dankbar, dass die Stadt Solingen Schüler ohne eigenes Gerät mit Leih-iPads ausgestattet hat.“ Bis auf wenige Ausnahmen erreiche man mit den Videokonferenzen alle Schüler. „Bei zwei, drei haben wir aufsuchende Sozialarbeit gemacht.“

Jede Schulstunde beginne und ende gemeinsam in der Onlineschalte. Dazwischen arbeiten die Schüler allein oder in Gruppen. „Die Lehrer dokumentieren, wie viele Online-Zeit jede Klasse hat, um die Schüler nicht zu überfordern.“ Dennoch sei der Zugewinn an digitaler Kompetenz nicht zu unterschätzen: „Man lernt jeden Tag etwas dazu – Lehrer ebenso wie Schüler. Ich habe große Freude daran.“ Störungen der Konferenzen von außen habe es zum Glück noch nicht gegeben.

Jonas Hackenbroich (12) besucht die siebte Klasse an der Realschule Vogelsang. Er verfolgt den Unterricht nun täglich von seinem PC aus. „Mit den Videokonferenzen finde ich es besser.“ Auch sein Vater Kai ist mit der Umsetzung des Distanzlernens zufrieden. „Durch die Konferenzen gibt es mehr Kontakt.“ Im vergangenen Frühjahr sei es viel mühseliger gewesen, die Tagesstruktur für die Kinder zu erhalten.

Christian Götz, Schulpflegschaftsvorsitzender der Geschwister-Scholl-Schule, befürwortet den Online-Unterricht nach Stundenplan ebenfalls: „Ich halte das für eine gute Lösung, um überhaupt Unterricht zu haben.“ Auf diese Weise falle so gut wie keine Stunde aus. Für seine Söhne in der Jahrgangsstufe 11 heißt das: je nach Tag Videokonferenzen bis 16 Uhr. „Bei den Jüngeren funktioniert das nicht so super, weil ihre Aufmerksamkeit eine andere ist. Zudem brauchen sie Begleitung.“ Aber in dieser Situation gebe es eben „keine hundertprozentige Lösung. Das beste bleibt der Präsenzunterricht.“

Videokonferenzen nach Stundenplan wollen nicht alle

Die Konferenzen hätten immer Arbeitsphasen, damit die Schüler nicht nur auf den Bildschirm starren, berichtet die Schulleiterin der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, Elke Mosebach-Garbade. Vor Weihnachten habe die Ohligser Gesamtschule auf Teams umgestellt, alle Lehrer seien geschult worden. „Es klappt gut“, so ihr Fazit nach drei Wochen.

Auch an der August-Dicke-Schule (ADS) sei die Bilanz positiv, berichtet Direktorin Monika Schneider. Die ADS macht keinen Online-Unterricht nach Stundenplan, sondern setzt auf einen „bewussten Mix aus Videokonferenzen und selbstständigen Aufgaben mit festem Abgabetermin. Wir haben dazu von Eltern und Schülern sehr viele positive Rückmeldungen erhalten.“ Aus lernpsychologischer Sicht habe man sich für diese Variante entschieden. Für die Unterstufe seien zwei Videokonferenzen am Tag gut machbar, nennt Schneider ein Beispiel. „Eine engere Taktung macht wegen Konzentrationsproblemen aber wenig Sinn.“

Am Gymnasium Vogelsang wurden die Schüler befragt, berichtet Direktorin Andrea Schaumlöffel. Das Ergebnis: „Sie wollen nicht den ganzen Tag Online-Unterricht.“ Dieser müsse zum Fach und zum Alter passen. Also gebe es Wochenpläne, in denen die Videokonferenzen angekündigt werden. „Ungefähr die Hälfte der Stunden findet online statt.“

In einem sind sich alle einig: Unterricht in der Schule ist nicht zu ersetzen. Realschulleiterin Schoel hofft, dass bald vielleicht Wechselunterricht mit geteilten Gruppen eingeführt wird. „Was mir fehlt, ist die Heiterkeit des normalen Schulalltags. In Videokonferenzen herrscht doch eine gewisse Ernsthaftigkeit.“

Kritik

Der Distanzunterricht sorgt auch für Kritik. So berichten Eltern von der Friedrich-Albert-Lange-Schule und vom Humboldtgymnasium, dass dort in einigen Klassen kaum Videokonferenzen stattfänden. Welche Formen des Distanzunterrichts umgesetzt werden, entscheide die Schule, heißt es von der Bezirksregierung: „Eine Verpflichtung zu Videokonferenzen besteht nicht.“

Solinger Schulen sehen sich gut auf digitalen Unterricht auf Distanz vorbereitet.

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