Solingen wächst

Einwohnerzahl: Höchster Wert seit 1999

Solingen wächst. 2022 stieg die Bevölkerungszahl wegen des Zuzugs ukrainischer Geflüchteter deutlich.
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Solingen wächst. 2022 stieg die Bevölkerungszahl wegen des Zuzugs ukrainischer Geflüchteter deutlich.

Zuzug ukrainischer Geflüchteter führt zu deutlichem Sprung.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Zum ersten Mal seit 1999 liegt die Solinger Einwohnerzahl bei mehr als 164 000. Laut Verwaltung hatten zum 30. September 164 105 Menschen ihren Hauptwohnsitz in der Klingenstadt. Ein Grund dafür ist der Zuzug von rund 1400 Geflüchteten aus der Ukraine. Dieser habe zu einem sprunghaften Anstieg geführt.

„Die Bevölkerungsentwicklung Solingens war in den vergangenen Jahren von verschiedenen Trends geprägt“, heißt es aus dem Rathaus. Seit Anfang der 1990er Jahre sei ein kontinuierlicher Rückgang festzustellen gewesen: von 166 253 im Jahr 1992 auf 158 513 dann 19 Jahre später.

Ursächlich für diese Entwicklung war der jahrzehntelange Sterbeüberschuss. Dieser besteht weiterhin: Derzeit stehen jährlich rund 1500 Geburten etwa 2100 Todesfälle gegenüber. Dass Solingen dennoch wächst, ist der Verwaltung zufolge auf zwei Dinge zurückzuführen. Zum einen registriere man eine „kontinuierliche Zuwanderung jüngerer Menschen“. Hinzu komme „ein stetiger Gewinn von Personen aus dem Solinger Umland“. Dieses „positive Wanderungssaldo“ habe den natürlichen Bevölkerungsrückgang zwischen 2012 und 2018 mehr als ausgeglichen, 2019, 2020 und 2021 „deutlich reduziert“.

38,1 Prozent der Solinger haben einen Migrationshintergrund

Dass die Zahl in den vergangenen drei Jahren stagnierte, führt die Stadt auf die Corona-Krise zurück. Die Pandemie habe ab 2020 zu einem Minus bei den Zu- und Fortzügen geführt, hinzu kamen höhere Sterbezahlen in den zurückliegenden beiden Jahren.

Die Geflüchteten aus der Ukraine sorgen nun wiederum für ein deutliches Plus. Die mit Abstand meisten seien im März, also kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, angekommen. Das trifft auf 715 Personen zu. „Es handelt sich dabei überwiegend um Frauen und minderjährige Kinder“, erklärt die Verwaltung.

Das Melderegister umfasse 62 551 Solinger mit Migrationshintergrund. Das entspricht einem Anteil von 38,1 Prozent. 17 Prozent aller Bürger der Klingenstadt sind minderjährig, 61 Prozent zwischen 18 und 65 Jahre alt, 22 Prozent älter.

Das Rathaus weist auch die Zahl der privaten Haushalte in der Klingenstadt aus. Sie liege bei rund 80 170. Hinzu kommen 3000 Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen wie Altenheimen, Flüchtlingsunterkünften oder Angeboten der Jugendhilfe leben.

Mit Blick auf das aktuelle Jahr liegt die Zahl der Geburten mit 1037 unter dem Durchschnittswert der ersten neun Monate der Jahre 2018 bis 2020 (1123) sowie unter dem Niveau von 2021 (1170). Die Sterbefälle nahmen zu: von 1649 auf 1668. 2018, 2019 und 2020 starben zwischen Januar und September durchschnittlich 1573 Solinger. Ebenfalls steigend ist die Zahl der 2022 bislang erfolgten Fortzüge – 4902 nach 4457 im Vorjahr. Dagegen zog es bislang auch mehr Menschen in die Klingenstadt. Vor allem wegen der Geflüchteten aus der Ukraine stieg der Wert von 4972 auf 6835.

Passend zum Thema: Streit um Einwohnerzahl Solingens

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