Gärtnern

Eine japanische Oase an der Blumenstraße

Georg Steinbruch ist fasziniert vom Stil japanischer Gärten.
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Georg Steinbruch ist fasziniert vom Stil japanischer Gärten.

Georg Steinbrück freute sich beim „Tag der offenen Gartenpforte“ über Besucher.

Von Andreas Römer

Solingen. Zum wiederholten Mal öffnete auch Georg Steinbrück am Wochenende seinen Garten für Besucher. Anlass war der „Tag der offenen Gartenpforte“. Erst vor vier Jahren ist der 68-jährige Georg Steinbrück wieder in sein Elternhaus an der Blumenstraße gezogen. Mehr als 30 Jahre hat er in Leichlingen gelebt. „Das Haus hat mein Vater einmal gebaut“, erzählt der Gartenfan. Schnell war klar: Es soll ein japanischer Garten her. „Diese Art der Gärten haben mich schon immer fasziniert, sie sind so etwas wie eine verkleinerte Natur“, so Steinbrück.

Inspirieren ließ er sich vom Original und reiste mehrfach ins Land der aufgehenden Sonne. „Die Gartenhauptstadt Japans ist Kyoto. Da kann man gefühlt 1000 Gärten finden. Viele davon habe ich gesehen“, erzählt Georg Steinbrück. Sogar ein bisschen Japanisch hat er gelernt und kann seine Besucher einwandfrei auf Japanisch begrüßen.

Für den Krankenpfleger ist sein Garten „die beste Rente, die man haben kann“. Er verbringt viel Zeit in seiner Oase. Als Arbeit will er das nicht sehen. Er erfreut sich an der Schönheit, auch wenn er „stundenlang auf den Knien“ möglichst alles in Schuss hält. Dabei achtet er darauf, dass alle Formen rund sind, so muss es in Japan sein. Ebenso sind es fünf Stufen hinunter in den Garten, das Wasser fällt drei Stufen hinab – alle Zahlen müssen ungerade sein. Sein Garten ist für Steinbrück ein toller Ausgleich zum harten Job, den er jetzt als Rentner nur noch einmal in der Woche ausübt.

Da ist das große Kiesbeet mit weißen Kieseln, dazwischen auf grünem Kunstrasen, größere Steine. Den Sinn dahinter findet Steinbrück nicht so wichtig. Er hat solche Steingärten unter anderem im Tempel Taizoin in Kyoto gesehen und findet es unheimlich beruhigend. Daneben plätschert Wasser eine Böschung hinab in einen kleinen Teich – 8000 Liter pro Stunde laufen da im Kreislauf. Im Gras am Ufer des Teichs tanzen die Libellen, Japanischer Ahorn spendet Schatten. Rote Azaleen sind die einzigen Farbtupfer im Garten. „Die Blüten werden in den meisten Gärten Japans entfernt“, so Steinbrück. Dort stehe das Grün und die Form desselben im Vordergrund.

Es ist schön, mit anderen Gartenfreunden ins Gespräch zu kommen.

Georg Steinbrück

Die gepflasterten Wege enthalten Andeutungen japanischer Schriftzeichen. Die alte Holzhütte im Garten ist zu einem Teehaus nach japanischem Vorbild umfunktioniert worden und jeder Gast darf dort verweilen. „Traditionell empfängt man in Japan Gäste mit festen Ritualen im Garten“, erzählt Georg Steinbrück. Da werden die Wege direkt vorher mit Wasser gesprengt und gefegt, Gäste warten dann auf einer Bank, bis sie in den eigentlichen Garten gebeten werden.

„Am Teehaus gibt es dort eine zweigeteilte Tür. Der obere Teil bleibt geschlossen, damit sich der Gast tief verbeugt und so dem Gastgeber Respekt erweist“, erklärt Steinbrück zur Tradition.

Und darum geht es ihm ja bei der Teilnahme am Tag der Offenen Gartenpforte. „Es ist schön, mit anderen Gartenfreunden ins Gespräch zu kommen, Ideen auszutauschen und übers Gärtnern zu philosophieren“, sagt er. Selbst hat er sich auch schon manch einen anderen Garten angesehen und zollt allen Besitzern Respekt: „Es gibt wirklich viele tolle Gärten“ – auch wenn es nicht gar so viele Japanische gibt. Wie Georg Steinbrück gehörte auch Andreas Ritter an der Lützowstraße 101 zu den Solingern, die ihre Türen für Gartenbesucher öffneten.

Termine

Sie haben den Tag der Offenen Gartenpforte diesmal verpasst? Macht nichts! Schon am 4. und 5. Juni gibt es erneut die Chance, andere Gärten zu besuchen. Dann öffnen Georg und Regina Mark in der Nussbaumstraße, Andreas Ritter in der Lützowstraße sowie Marcus Vogel und Thorsten Ulbrich am Bertramsmühler Weg ihre Gärten für interessierte Besucher. Den japanischen Garten von Georg Steinbrück können Sie Mitte September noch einmal besuchen.

Alle Details finden auf der Webseite www.offene-gartenpforte-rheinland.de

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