Stiftung

Ein Vermächtnis für den Tierschutz

Einige Schautafeln wie die an der Totholzhecke hat der Vogelpark bereits. André Hartig und die anderen Mitarbeiter des Tierparks wollen darüber hinaus mit Hilfe von Mitteln der Stiftung einen Lehrpfad schaffen.
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Einige Schautafeln wie die an der Totholzhecke hat der Vogelpark bereits. André Hartig und die anderen Mitarbeiter des Tierparks wollen darüber hinaus mit Hilfe von Mitteln der Stiftung einen Lehrpfad schaffen.

Geschwister-Niehoff-Stiftung wirkt seit 40 Jahren – 2022 profitieren Vogelpark und Fauna.

Von Andreas Tews

Solingen. Insgesamt 3400 Euro schüttet die Geschwister-Niehoff-Stiftung in diesem Jahr an den Vogel- und Tierpark in Ohligs und an die Fauna in Gräfrath aus. So hat es der städtische Haupt- und Personalausschuss beschlossen. Diese Beträge seien in früheren Jahren deutlich höher ausgefallen, erinnert sich der im Naturschutz seit Jahrzehnten aktive Bernd Krebs. Doch die niedrigen Zinsen erlauben derzeit nicht mehr.

Die Geschichte der Stiftung geht auf das Jahr 1967 zurück. Durch einen Erbvertrag haben die Schwestern Margarete und Mathilde Niehoff Regelungen für ihren Nachlass bestimmt. Als die letzte der beiden starb, ging dementsprechend die Hälfte des Erbes an die Stadt Solingen – mit der Auflage, diese Mittel für den Tierschutz einzusetzen. Nach der Gründung der Stiftung waren dies Ende des Jahres 1980 genau 551 580,78 D-Mark (umgerechnet rund 282 000 Euro). Die Stadt verwaltet das Geld seitdem und schüttet die Zinserträge jeweils für Projekte des Tierschutzes aus.

Stifterinnen wurden durch Tierschützerin inspiriert

Über das Leben der Niehoff-Schwestern ist den heutigen Protagonisten der Stiftung nicht mehr viel bekannt. Ein Mitglied des Stiftungsbeirates verwies immerhin an den früheren CDU-Lokalpolitiker Krebs (82), der aktuell unter anderem die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald im Beirat der Solinger Naturschutzbehörde vertritt.

Er weiß, dass die beiden Solinger Frauen durch Loni Berting (geborene Neef), die Ehefrau des damaligen Oberstadtdirektors Gerhard Berting (1900-1963), inspiriert worden waren. „Neef´s Loni“ habe ein Faible für den Tierschutz gehabt und sich zwei Jahrzehnte lang in diesem Bereich engagiert – noch bevor es einen Tierschutzverein gab. Den Gedanken, dass Tierschutz bürgerschaftliches Engagement sei, hätten die Geschwister Niehoff übernommen.

Die Verwendung der Mittel ist in einer städtischen Satzung aus dem Jahr 1981 (aktualisiert 1984) geregelt. Darin heißt es zum Beispiel, dass die Zinserträge jeweils vollständig für Tierschutzzwecke verwendet werden sollen. Bleibt etwas übrig, müsse der Rest in den Folgejahren eingesetzt werden. Um die Fördersummen können sich Personen oder Vereine und Institutionen bewerben. Ein sechsköpfiger Stiftungsbeirat schlägt schließlich vor, wie die Mittel jeweils verwendet werden sollen. Am Ende entscheidet der Hauptausschuss des Stadtrates.

In diesem Jahr geht der größte Teil der Summe (2833 Euro) an den Vogel- und Tierpark. Dort soll mit Hilfe dieses Geldes ein Lehrpfad angelegt werden, auf dem Besuchern gezeigt wird, wie Tier- und Umweltschutz funktionieren. Lehrtafeln sollen zum Beispiel über den Schutz von Insekten, Amphibien und Vögeln aufklären. „Kleine Dinge wie ein Insektenhotel haben wir bereits“, schildert die leitende Tierpflegerin des Vogel- und Tierparks, Janett Heinrich. „Das wollen wir aber ausweiten.“ An den Schautafeln solle den Besuchern zum Beispiel erklärt werden, warum es wichtig ist, Wasser, das für Wildvögel bereitgestellt wird, täglich auszuwechseln. Solch ein Angebot diene dem unmittelbaren Tierschutz, erklärt das Rathaus. Aufklärung mittels Schautafeln und Vorträgen will auch der Tierpark Fauna leisten. Er erhält 567 Euro. Dabei soll es um wildlebende Tiere gehen, aber auch um die artgerechte Haltung von Haustieren.

Beirat

Mitglieder: Dem Beirat der Geschwister-Niehoff-Stiftung gehören an: Falk Dornseifer (CDU), Dagmar Küster (SPD), Richarda Müller-Nimbach (FDP), Iris Michelmann (Grüne), Joelle Möltgen (Linke) und Hakan Secgin (BfS/ABI).

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