Hilfe für bedürftige Menschen

Ein heißer Kaffee und wärmende Worte im Kältebus

Die Helfer des Kältebusses versorgen Bedürftige mit Heißgetränken, Kleidung und mehr. Foto: Christian Beier
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Die Helfer des Kältebusses versorgen Bedürftige mit Heißgetränken, Kleidung und mehr.

Das Kältebus-Team leistet praktische Hilfe für Bedürftige – wichtig ist aber auch der zwischenmenschliche Kontakt.

Von Kristin Dowe

Solingen. Er wolle nur ein Plätzchen mitnehmen und nicht gleich die ganze Packung für sich beanspruchen, gibt sich ein Herr bescheiden, dessen Interesse der Kältebus am Mühlenplatz geweckt hat. Die Zurückhaltung sei oft typisch für die bedürftigen Menschen, beobachtet Roland Holz, Leiter der Solinger Dienststelle des Technischen Hilfswerks (THW), das die Hilfsaktion der Malteser in diesem Jahr unterstützt. „Einige gehen erst mal eine ganze Weile auf der Straße auf und ab, bevor sie sich trauen, uns anzusprechen. Da ist oft auch ein wenig Scham dabei“, so Holz. Mindestens ebenso wichtig wie eine warme Mahlzeit oder eine Winterjacke, die das Helferteam an die Bedürftigen verteilt, sei die menschliche Wärme bei der Aktion – viele möchten einfach nur ein nettes Wort wechseln.

Doch es gebe eben auch Fälle besorgniserregender Armut in der Stadt. „Wir hatten mal jemanden, der seit drei Tagen keine warme Mahlzeit zu sich genommen hatte. Die Menschen sind für die Hilfe schon sehr dankbar“, betont Roland Holz. Mit im Einsatz ist auch seine Tochter Valentina Holz von den Maltesern, die den Kältebus seit Jahren federführend mitorganisiert. „Man sieht oft die gleichen Gesichter“, stellt sie in Bezug auf die Bedürftigen fest. An einem Einsatztag hätten die Helfer kürzlich 29 Essen ausgegeben – ein Zeichen für den wachsenden Bedarf.

Obwohl das Team zurzeit recht gut ausgestattet sei, seien materielle Spenden wie Kleidung, Decken und Grundnahrungsmittel sowie Geldspenden weiterhin sehr willkommen – „auch helfende Hände kann man nie genug haben“, ergänzt Bettina Heuschkel von den Maltesern.

Viele Hilfsangebote in Solingen

Am Dienstagabend schaute auch der SPD-Landtagsabgeordnete Josef Neumann am Stand in der Innenstadt vorbei und dankte den Helferinnen und Helfern für ihr Engagement. „Wohnungslosigkeit ist überall ein Problem, vor allem bei Frauen hat sie in den letzten Jahren zugenommen“, so Neumann – in Solingen gebe es aber grundsätzlich gute Hilfsangebote, um von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen aufzufangen.

Darauf weist auch Sebastian Püttmann vom Stadtdienst Wohnen hin. „Wir haben bei uns gemeinsam mit der Caritas und den Kirchen ein funktionierendes Netzwerk“, macht er deutlich. Wenn sich jemand in einer akuten gesundheitlichen Notlage befände, solle in jedem Fall immer ein Krankenwagen gerufen werden. Ansonsten stelle aber auch das von der Caritas betriebene Haus Bethlehem für einen kleinen Obolus Notschlafplätze bereit, im Einzelfall könne auch die Stadt weiterhelfen und das jeweils passende Hilfsangebot vermitteln.

Oft haben die Betroffenen Hunde dabei, die ebenfalls nicht zu kurz kommen sollen – so hat unter anderem schon der Tierbedarf-Anbieter Fressnapf für die Aktion gespendet. Ihre tierischen Begleiter seien Menschen, die auf der Straße leben, extrem wichtig, stellt Roland Holz fest. „Viele Bedürftige würden eher selbst hungern, als bei ihrem Hund Abstriche zu machen.“

Kältebus

Einsätze: Der Kältebus ist dienstags, donnerstags und sonntags jeweils von 17.30 bis 19.30 Uhr an den Clemens-Galerien vor dem ehemaligen P&C-Gebäude im Einsatz. Neben den Maltesern und dem THW wird die Aktion diesmal auch von der Ohligser Kirchengemeinde St. Sebastian unterstützt.

Unterstützung: Wer spenden oder mit anpacken möchte, erhält weitere Infos unter: Tel. (08 00) 8 68 58 40.

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