Aktion

Ehrenamtliche säubern den Freizeitpark Ittertal

Mitglieder der „Itterthaler“ reinigten am Wochenende einen Großteil des Parkgeländes. Foto: Guido Kraut
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Mitglieder der „Itterthaler“ reinigten am Wochenende einen Großteil des Parkgeländes.

Mitglieder des Vereins „Die Itterthaler“ befreiten am Wochenende das Gelände von Laub.

Von Kristin Dowe

Solingen. Seinen Rücken hat Michael Willemse, Vorsitzender des Vereins „die Itterthaler“, am Wochenende deutlich gespürt. Gemeinsam mit anderen Vereinsmitgliedern griff er am Freitag und Samstag zum Rechen und befreite stundenlang Teile des in Hanglage befindlichen Parks von Laub. „Etwa 70 Prozent des Geländes haben wir geschafft, der Rest kommt noch“, bilanziert Willemse – gleich schubkarrenweise karrten die Helfer die Blättermassen weg. Das Treffen fand unter den üblichen Corona-Schutzbedingungen statt.

„Wir suchen weiterhin Sponsoren.“

Michael Willemse, Vereins- vorsitzender bei „Die Itterthaler“

Die Reinigungsaktion ist nur ein weiterer Schritt auf dem Weg, den historischen Freizeitpark Ittertal zu neuem Leben zu erwecken. Bei diesem Ziel arbeitet der Verein inzwischen eng mit dem künftigen Eigentümer zusammen, der bereits einen Teil des Kaufpreises angezahlt hat. „Am Wochenende waren acht Mitarbeiter seiner Firma im Park unterwegs und haben fleißig mit angepackt“, lobt Willemse den designierten Käufer der Anlage, der dem Tageblatt namentlich bekannt ist, aber erst demnächst öffentlich in Erscheinung treten möchte. Der Eigentümer kauft mit seinem Unternehmen sanierungsbedürftige Immobilien, richtet diese her und verkauft sie wieder. „Da hatten wir anfangs schon die Befürchtung, dass er dasselbe jetzt auch mit dem Freizeitpark vorhaben könnte“, gibt Willemse zu. Nach dem ersten Kontakt mit dem Solinger seien die Bedenken aber zerschlagen worden – alle Beteiligten zögen jetzt an einem Strang.

Der Park soll im Besitz des künftigen Eigentümers bleiben und teilweise verpachtet werden. Für das Restaurant und den Biergarten sei bereits ein vielversprechender Pächter gefunden. Der Biergarten soll laut Willemse voraussichtlich „im Stil einer Lounge“ gestaltet werden, serviert werden solle dort „solide, deutsche Küche“. Wenn die pandemische Lage es zulässt und die Außengastronomie für die Öffnung freigegeben wird, könnte der Biergarten womöglich noch im Sommer seine Pforten öffnen.

Derweil zeichnet der Verein als Pächter für den Märchenwald und das historische Wasserkarussell verantwortlich. Aktuell stehen die Hütten des Märchenwaldes leer, doch das soll sich schon bald ändern. „Wir werden die Hütten selbst ausstatten und überlegen schon, welche Märchen dort gezeigt werden könnten“, so Willemse. Geld- und Materialspenden sowie handwerkliche Unterstützung seien bei den Itterthalern überaus willkommen. Eine Bestandsaufnahme habe ergeben, dass drei der insgesamt zehn Häuschen marode sind und somit abgerissen und neu gebaut werden müssen. „Allein für den Märchenwald fallen rund 30 000 Euro Materialkosten an“, so Willemse. „Deshalb suchen wir weiterhin Sponsoren.“ Fördermöglichkeiten gibt es eventuell über das Land beziehungsweise konkret über das NRW-Heimatministerium – einen entsprechenden Antrag hat der Fördermanager der Stadt, Martin Hückeler, im Namen des Vereins bereits gestellt.

Bei der Herrichtung des Parks muss der Verein auch Denkmalschutzaspekte berücksichtigen, weiß Rathaussprecherin Sabine Rische: „Das Gaststättengebäude, der Märchenwald und das Wasserkarussell sind in die Denkmalliste der Stadt Solingen eingetragen. Für alle Arbeiten an den denkmalgeschützten Objekten benötigt der Verein eine denkmalrechtliche Erlaubnis.“ Für andere bauliche Maßnahmen auf dem Gelände müssten möglicherweise „Auflagen im Rahmen des Umgebungsschutzes“ sowie Naturschutzaspekte berücksichtigt werden – etwa bei der Herstellung der Verkehrssicherheit in dem Waldgelände, heißt es bei der Stadt weiter.

Verein „Die Itterthaler“

Der Verein „Die Itterthaler“ hat sich dem Ziel verschrieben, den historischen Freizeitpark Ittertal in Wald, dessen vormaliger Betreiber Bruno Schmelter im vergangenen Jahr verstorben ist, so weit wie möglich in seiner ursprünglichen Form zu erhalten. Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es auf der Homepage des Vereins: freizeitpark-ittertal.de

Wer den Verein mit Geld- oder Sachspenden unterstützen oder ehrenamtlich mitarbeiten möchte, kann per Mail Kontakt aufnehmen. spenden@itterthaler.de

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