Denkmalschutzpreis 2020

Ehepaar erweckt altes Fachwerk zum Leben

Das historische Fachwerkhaus in der Hofschaft Haasenmühle ist – trotz Rückschlägen bei der Sanierung – zu einem echten Hingucker geworden. Die Geschichte der Immobilie geht bis ins 15. Jahrhundert zurück.
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Das historische Fachwerkhaus in der Hofschaft Haasenmühle ist – trotz Rückschlägen bei der Sanierung – zu einem echten Hingucker geworden. Die Geschichte der Immobilie geht bis ins 15. Jahrhundert zurück.

Denkmalschutzpreis 2020 für die Haasenmühle 8

Von Moritz Jonas

Solingen. Ein Haus kann viele Geschichten erzählen. Auf der anderen Seite bietet eine Immobilie ihren Eigentümern die Möglichkeit, eigene Geschichten zu schreiben. Es muss allerdings nicht immer ein Neubau sein. Schließlich gibt es genügend Häuser, die auf eine lange Historie zurückblicken und nur darauf warten, mit neuem Leben und Geschichten gefüllt zu werden. Aus diesem Grund würdigt die Abteilung Solingen des Bergischen Geschichtsvereins jährlich private Bauprojekte zum Erhalt geschichtsträchtiger Gebäude des Stadtbildes mit dem Denkmalschutzpreis. Die Auszeichnung für 2020 geht an Sarah Wiemer-Mattheus und ihren Mann Benedikt Wiemer für die Sanierung ihres Fachwerkhauses an der Haasenmühle 8.

Das Haus aus dem 15. Jahrhundert liegt an der Verbindungsstraße zwischen Solingen und Leichlingen in der Hofschaft Haasenmühle, unmittelbar vor der Einmündung des Nacker Baches in die Wupper. Seit 1851 befindet sich das Gebäude in Besitz der Familie von Benedikt Wiemer. Damals erwarb sein Vorfahre Johann Wilhelm Rüttgers die Immobilie. Zuvor diente sie unter anderem als Brennerei und Brauhaus.

Sanierungsarbeiten schützen Haus vor Ende durch Hochwasser

Als das seit 1994 unter Denkmalschutz stehende Objekt bereits einige Zeit leerstand, entschieden sich die Eheleute im Jahr 2010 dazu, das Gebäude zu sanieren und für sich bewohnbar zu machen. Trotz der zu erwartenden Arbeit fiel die Entscheidung nicht schwer, erklärt Sarah Wiemer-Mattheus: „Mein Mann ist schließlich hier aufgewachsen.“ Zudem hätte das Fachwerkhaus wohl nicht mehr lange Bestand gehabt, wäre es nicht saniert worden.

Eine weise Entscheidung, wie sich 2011 herausstellte. Vor zehn Jahren wurde die Hofschaft von einem Hochwasser heimgesucht. Hätten die Sanierungsarbeiten zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen, hätte dies vermutlich das Ende für das alte Haus bedeutet, erklärt Wiemer-Mattheus. Von diesem Rückschlag ließ sich das Paar nicht beirren und trieb die Aufbereitung voran.

Alte Münzen, Gewehrkugeln: Das alte Haus war voller Schätze

Dabei kam auch so mancher Schatz zum Vorschein. Man habe einige alte Münzen sowie Gewehrkugeln aus dem Dreißigjährigen Krieg gefunden. 2018 folgte allerdings der nächste Rückschlag. Ein erneutes Hochwasser traf die Hofschaft und ganz besonders die Hausnummer 8. „Das Wasser stand im Haus 40 Zentimeter hoch“, sagt Wiemer-Mattheus. Doch abermals ließen sich die Solinger nicht entmutigen. Für Dr. Beate Battenfeld, Vorsitzende des Geschichtsvereins in Solingen, mit ein Grund für die Auszeichnung: „Es ist bemerkenswert, dass sie drangeblieben sind, andere hätten vermutlich längst das Handtuch geworfen.“

Auf Details wie die Klöntür haben Sarah Wiemer-Mattheus und ihr Mann Benedikt Wiemer großen Wert gelegt. Für sein Engagement hat das Ehepaar den Denkmalschutzpreis 2020 erhalten.

Heute sind keine Hochwasserschäden mehr erkennbar – im Gegenteil. Details wie die Klöntür oder die original erhaltene Spindeltreppe im Inneren lassen es so wirken, als hätte das Fachwerkhaus schon immer ausgesehen wie heute. Wiemer-Mattheus und ihr Mann haben von Anfang an besonderen Wert darauf gelegt, dass so viele Originalteile wie möglich erhalten bleiben: „Jeder Balken, der nicht ausgetauscht werden musste, und jedes Fenster, das noch zu retten war, haben wir auch so erhalten oder anderweitig verbaut“, erklärt Wiemer-Mattheus.

Dank der hingebungsvollen Arbeit der Solinger wird die Geschichte der Haasenmühle 8 fortgeschrieben. Das nächste Kapitel wird der Einzug einer neuen Generation. Im Hause Wiemer-Mattheus wird in Kürze Nachwuchs erwartet.

Preis

Die Solinger Abteilung des Bergischen Geschichtsvereins hat sich den Denkmalschutz zur Aufgabe gemacht. Seit 1925 setzen sich die Mitglieder für den Erhalt historischer Bauwerke ein, die einen Teil der Stadtgeschichte repräsentieren. Seit 1988 vergibt der Arbeitskreis Denkmalpflege den Denkmalschutzpreis.

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