Dürren und Fluten kommen immer öfter

Deutscher Wetterdienst sagt häufigere Extreme voraus – Solingen will reagieren

Der Klimawandel hat so unterschiedliche Folgen wie Überflutungen und durch Dürren absterbende Wälder. Archivfotos: mis, cb
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Der Klimawandel hat so unterschiedliche Folgen wie Überflutungen und durch Dürren absterbende Wälder.

Die Hitzeperioden werden in den kommenden Jahren häufiger, vor allem im Frühjahr und Sommer wird es trockener.

Solingen. Der wenige Niederschlag, der dann fällt, tritt immer häufiger als Starkregen auf. Diese Prognosen präsentierte der Deutsche Wetterdienst in einer Studie über den Klimawandel in Remscheid und Solingen. Die Experten gehen von einer steigenden gesundheitlichen Wärmebelastung aus.

Die Studie hatten die Städte Remscheid und Solingen in Auftrag gegeben. Der Solinger Politik wurde sie kurz vor den Sommerferien – also noch vor der Juli-Flutkatastrophe – präsentiert. Ihren Untersuchungen hatten die Fachleute mehrere Szenarien zugrundegelegt. Die Auswirkungen fallen demnach unterschiedlich aus, je nachdem, wie ernst es die Menschheit mit dem Klimaschutz nimmt.

Die Experten sagen nicht nur voraus, dass die durchschnittliche Temperatur um bis zu 2,1 Grad in den Jahren 2031 bis 2060 und bis zu 4,4 Grad bis zum Zeitraum 2071 bis 2100 steigt. Auch die Zahl der Sommer- (25 Grad und mehr) und Hitzetage (über 30 Grad) könnte sich verdoppeln oder gar verdreifachen. Bei den Niederschlägen werden die Winter wohl feuchter und die Sommer deutlich trockener. Wichtiger als diese Durchschnittswerte sei für die Städte und ihre Bewohner aber, dass in der warmen Jahreszeit mit deutlich häufigeren Starkregenereignissen zu rechnen sei.

Der Klimawandel hat so unterschiedliche Folgen wie Überflutungen und durch Dürren absterbende Wälder.

Stadt will verstärkt das Klima und die Menschen schützen

In Solingen werde einiges getan, um den Klimawandel zu verlangsamen, heißt es aus dem Rathaus. Im Zuge der Nachhaltigkeitsstrategie und des Klimaschutzkonzepts gebe es ein Arbeitspapier mit mehr als 200 Punkten, berichtet Sprecherin Sabine Rische. Zum Beispiel arbeite die Stadtverwaltung daran, bis 2030 klimaneutral zu sein. Dies solle als „Blaupause“ für ein klimaneutrales Solingen dienen. Unter anderem treibe die Stadt zusammen mit Kooperationspartnern die energetische Sanierung in den Wohnquartieren und die Elektromobilität voran. Um die Verkehrswende zu fördern, soll der Bus- und Bahnverkehr besser mit Fahrrad- oder Fußwegen verknüpft werden.

Um die Auswirkungen der Hitze abzumildern, will die Stadt bei der Bauleitplanung stärker Wärmeinseln und Kaltluftströme berücksichtigen. Auch den Anteil der Grünflächen wolle man erhöhen.

Bei der Überflutungsvorsorge sei die Stadt seit Jahren aktiv. Zur Warnung der Bevölkerung sei auf der städtischen Internetseite eine ständig aktualisierte Starkregengefahrenkarte abrufbar. Für die angekündigte Starkregen-App für Mobilgeräte liefen die Vorbereitungen. Zudem würden die Auswirkung von Neubaugebieten auf Fließwege untersucht. Die Neuversiegelung von Flächen solle verringert werden. Zudem wolle die Stadt Flächen schaffen, auf denen sich Bäche bei Hochwasser ausbreiten können.

Zahlen

Vergleich: Die Prognose des Wetterdienstes bezieht sich auf die nahe (2031 bis 2060) und die ferne Zukunft (2071 bis 2100) – jeweils im Verhältnis zu den Jahren 1971 bis 2000.

Heiße Tage: Demnach steigt die Zahl der jährlichen Sommertage (ab 25 Grad) in naher Zukunft von 26 auf 30 bis 44, in ferner Zukunft auf 31 bis 75, die der heißen Tage (ab 30 Grad) von 4 auf bis zu 28.

Das sagen die Bundestagskandidaten zum Klimawandel.

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