Landgericht

Heroinhandel in der Innenstadt: Drogenprozess wird neu aufgerollt

Landgericht Wuppertal
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Das Landgericht in Wuppertal.

In einem Prozess um Heroingeschäfte in einer Innenstadtwohnung klärt das Landgericht Wuppertal das Tatgeschehen neu auf.

Von Dirk Lotze

Solingen. Ein 45 Jahre alter Angeklagter hatte Berufung gegen drei Jahre Freiheitsstrafe eingelegt, verhängt vom Amtsgericht Solingen. Ein gleichalteriger Mitangeklagter hat die Vorwürfe zugegeben, für ihn geht es vor dem Landgericht um eine Bewährungschance und den Einzug der Einnahmen aus den Drogengeschäften. Ein wichtiger Belastungszeuge des Gerichts ist nicht greifbar: Er hatte sich als Abnehmer selbst belastet und ist seit Frühjahr abgeschoben – Aufenthalt unbekannt.

Das Solinger Urteil geht davon aus, dass die Angeklagten zwischen 2017 und 2019 in dichtem Takt Drogen verkauften. Der zu drei Jahren Haft Verurteilte habe Kontakte nach Holland genutzt und Heroin besorgt. Gemeinsam hätten sie es in der Wohnung des zweiten Angeklagten an der Cronenberger Straße gelagert.

An den Hauptbelastungszeugen hätten sie von dort aus 250 Päckchen zu je 1,25 Gramm Drogen verkauft, immer für 60 Euro. Bei einer Durchsuchung sollen sich mehr als 60 Gramm Heroin in den Räumen befunden haben.

Auf die Spur der Angeklagten kam die Polizei Ende 2018 durch Hinweisen eines damals 39 Jahre alten Mannes. Er war bei einer Kontrolle in der Innenstadt mit falschem Ausweis aufgefallen. Einer der damals beteiligten Beamten berichtete im Zeugenstand: „Anfangs hat er Spendendosen gestohlen, natürlich mit Inhalt. Später hat er sich auf Handtaschen und Portemonnaies verlegt.“ Beschaffungstaten eines Drogenkranken.

Solingen: Es dauerte mehrere Monate bis durchsucht wurde

Der Mann habe einerseits klar Angst vor einer Abschiebung gezeigt. Andererseits habe er so getan, als könne er problemlos seine Identität wechseln „wie andere ein T-Shirt“ und dann zurückkommen. Während der Vernehmung habe er von der Drogenwohnung berichtet.

Laut bisherigen Schilderungen im Prozess dauerte es dennoch mehrere Monate, bis schließlich durchsucht wurde. Bei der Verhandlung im Amtsgericht sagte der Belastungszeuge noch aus. Seine Abschiebung kam danach. Die Staatsanwältin erläuterte: In erster Linie geht es ihrer Behörde nun um die Einziehung des Drogengelds von 15 000 Euro. Das hatte das Amtsgericht nicht angeordnet.

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