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Drogenprozess: Hauptangeklagter zahlte teure Autos bar

Landgericht Wuppertal
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Der 32 Jahre alte Hauptangeklagte in einem Solinger Großprozess um Haschisch- und Kokain-Handel in der Innenstadt zahlte während seiner mutmaßlichen Geschäfte 2019 mehrfach bar für teure Audi-Pkw.

Von Dirk Lotze

Solingen. Dazu sagte eine eigens für Finanzuntersuchungen ausgebildete Ermittlerin der Kriminalpolizei im Landgericht Wuppertal aus. Der Mann habe auf seinem Bankkonto weder Lohn noch andere, regelmäßige Einnahmen gehabt, wohl aber Ausgaben beglichen. „Er hat Geld an einem Automatenschalter bar eingezahlt, damit er Miete und sonstige Kosten zahlen konnte.“ Dazu hätten unter anderem Tickets für eine Flugreise gezählt. Bei seiner Festnahme soll der Mann eine Rolex-Uhr im Wert von circa 15 000 Euro getragen haben.

In dem Großverfahren wirft die Staatsanwaltschaft insgesamt sechs Angeklagten aus Solingen und Remscheid zwischen 23 und 38 Jahren Drogengeschäfte mit Lieferanten in Holland und Dortmund vor. Die Touren seien teils mit einem hochmotorisierten Cabrio als Begleitfahrzeug abgesichert worden, um Polizeikontrollen früh erkennen und umfahren zu können.

Drehpunkt des mutmaßlichen Netzwerks sei die Gaststätte des 32-Jährigen in Solingen gewesen. Zwei Mitangeklagte hätten ihm dort nacheinander als „rechte Hand“ gedient. Die Kunden hätten jeweils auf einer Handy-Nummer angerufen und Drogen bestellt. Zu Durchsuchungen und Festnahmen kam es im November 2019. Einen Teil der Vorwürfe haben Angeklagte bestätigt.

Solingen: In einem Lager wurden Drogen und Geld sichergestellt

Das Landgericht verhandelt in dem Prozess seit September 2020. Zeitweise war das Verfahren zum Schutz gegen das Coronavirus nach Mönchengladbach ausgelagert, weil dort ein größerer Saal zur Verfügung stand. Zentraler Punkt für die Richterinnen und Richter sind die Drogenmengen: Einerseits sollen jeweils nur wenige hundert Gramm transportiert worden sein – was den Aufwand womöglich nicht erklären könnte. Andererseits wurden bei den Durchsuchungen große Mengen Drogen und Bargeld in einem Lager sichergestellt.

Die Autos des 32-Jährigen sind beschlagnahmt. Die Finanzermittlungen dehnte die Polizei auch auf seine Eltern aus, berichtete die Kriminalbeamtin: Der über 80-jährige Vater habe Rente und Betriebsrente einer Solinger Firma erhalten, die Mutter habe zusätzliche Einnahmen aus einem Nebenjob. Dass sie den Sohn regelmäßig unterstützt hätten, habe sich nicht ergeben.

Im Prozess um den Verkauf einer Großlieferung Drogen an eine Scheinankäuferin des Landeskriminalamts beantragt die Staatsanwaltschaft Freiheitsstrafen. 

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