Kriminalität

Drei Durchsuchungen wegen Verdachts auf Geldwäsche

Ein beachtlicher Schlag gegen die Clankriminalität ist landesweit rund 600 Kräften der Polizei im Zuge einer behördenübergreifenden Zusammenarbeit des Landeskriminalamts (LKA) NRW sowie der Polizei und Staatsanwaltschaft Düsseldorf gelungen.
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Ein beachtlicher Schlag gegen die Clankriminalität ist landesweit rund 600 Kräften der Polizei im Zuge einer behördenübergreifenden Zusammenarbeit des Landeskriminalamts (LKA) NRW sowie der Polizei und Staatsanwaltschaft Düsseldorf gelungen.

Clankriminalität: Solingen war Schauplatz eines landesweiten Einsatzes.

Von Kristin Dowe

Solingen. Ein beachtlicher Schlag gegen die Clankriminalität ist landesweit rund 600 Kräften der Polizei im Zuge einer behördenübergreifenden Zusammenarbeit des Landeskriminalamts (LKA) NRW sowie der Polizei und Staatsanwaltschaft Düsseldorf gelungen: In Leverkusen nahmen Kräfte eines Sondereinsatzkommandos vier Personen fest – einen 46-jährigen Hauptbeschuldigten, dessen 42-jährige Frau sowie seine beiden Söhne im Alter von 24 und 28 Jahren. Bei ihnen soll es sich um Mitglieder eines der bundesweit bekanntesten Familienclans handeln, der auch Verbindungen in die Klingenstadt haben soll. So fanden auch im Solinger Stadtgebiet am Dienstag drei Durchsuchungen vornehmlich von Geschäftsräumen statt – landesweit wurden 31 Objekte durchsucht und umfangreiche Beweismittel sichergestellt.

Insgesamt beschlagnahmten die Behörden Vermögenswerte in Höhe von 790 000 Euro, außerdem Fahrzeuge, Waffen, Schmuck und Luxusuhren. Konkret geht es um den Vorwurf des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs und der Geldwäsche. Unabhängig von den vier Haftbefehlen stehen rund 30 Verdächtige im Fokus der Ermittlungen, darunter auch Personen aus Solingen. Weitere Details zum Solinger Bezug sowie die Örtlichkeiten der Razzien gaben die Ermittler am Dienstag noch nicht bekannt.

„Es hat sich gelohnt, die Nacht durchzumachen.“

Heike Schultz, Einsatzleiterin

Die vier Beschuldigten aus Leverkusen sollen über Jahre hinweg zu Unrecht Sozialleistungen in sechsstelliger Höhe bezogen und systematisch das Jobcenter mit falschen Angaben betrogen haben. Weiterhin wird wegen Geldwäsche sowie Schutzgelderpressung ermittelt.

„Es hat sich gelohnt, die Nacht durchzumachen“, befand Einsatzleiterin Heike Schultz am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf. „Wir sehen nicht weg, wenn Menschen auf Kosten des Sozialstaats reich werden.“

Bei dem Einsatz in Leverkusen spielten sich dramatische Szenen ab: So rammten Einsatzkräfte mit einem Panzerfahrzeug das Stahltor der Villa der Familie. Allein in diesem Gebäude wurden 290 000 Euro Bargeld sichergestellt, obwohl die Familie Sozialleistungen bezog. Die Immobilie wurde ebenfalls beschlagnahmt.

Das illegal erworbene Vermögen der Beschuldigten soll aus unterschiedlichsten kriminellen Aktivitäten stammen, unter anderem auch aus Betrug mit gefälschten Corona-Tests. Das 46-jährige Familienoberhaupt soll als eine Art „Schlichter“ innerhalb des Clans fungiert und unerwünschtes Verhalten etwa mit körperlicher Gewalt sanktioniert haben. In der Familie habe sich eine Form der „Paralleljustiz“ durchgesetzt, so Schultz. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) lobte am Dienstag den „Schlag gegen die erste Liga der Clankriminalität“.

Erst vor wenigen Tagen hatte das LKA ebenfalls in Solingen wegen gefälschter Impfpässe ermittelt. Die Fälle stünden aber nicht im Zusammenhang.

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