Mitte, Ohligs und Wald sind angemeldet

Drei Anträge auf Weihnachtsmärkte

Die Veranstalter hoffen auch für dieses Jahr wieder auf einen City-Weihnachtsmarkt in den Clemens-Galerien. Archivfotos: Christian Beier
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Die Veranstalter hoffen auch für dieses Jahr wieder auf einen City-Weihnachtsmarkt in den Clemens-Galerien. Archivfotos: Christian Beier

Schloss Grünewald plant erstmals vier Wochenenden.

Solingen. Während im Supermarkt bereits Spekulatius und Lebkuchen erhältlich sind, werden auch die Vorbereitungen für die Weihnachtsmärkte in Solingen konkreter – so konkret, wie es in einer Pandemie eben geht. Für Mitte, Ohligs und Wald lägen entsprechende Anträge auf Weihnachtsmärkte vor, bestätigt Stadtsprecher Thomas Kraft auf Tageblatt-Anfrage. Teilweise stünden diese im direkten Zusammenhang mit Anträgen zu verkaufsoffenen Sonntagen.

Zu den Möglichkeiten und Konzepten der Weihnachtsmärkte müsse die weitere Entwicklung von Corona-Inzidenz und Hospitalisierung und die dann gültige Corona-Schutzverordnung abgewartet werden, heißt es aus dem Stadtdienst Ordnung. „Wir stehen aber mit allen Antragstellern im Austausch und werden bei den Konzepten mit unserer Expertise unterstützen“, so Kraft.

Noch keinen Antrag eingereicht hat Anke Peters, die den Romantischen Weihnachtsmarkt auf Schloss Grünewald in Gräfrath veranstaltet. „Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass der Markt stattfinden darf“, betont sie. Und zwar so zuversichtlich, dass der Markt in diesem Jahr erstmals an allen vier Adventswochenenden stattfinden soll. Mit wechselnden Ausstellern, wie Anke Peters erklärt. Die Hütten und Pagoden seien schon alle vermietet, auch der Online-Vorverkauf ist bereits gestartet.

Die Ohligser möchten ihren Weihnachtsdürpel wieder im Park an der Wittenbergstraße veranstalten.

Ohligs hofft auf Weihnachtsdürpel im Park

Der Weihnachtsmarkt kostet Eintritt, weshalb das Gelände umzäunt ist und die Organisatoren Erfahrungen mit Einlasskontrollen haben. Es werde zwei Eingänge und einen Ausgang geben, das Publikum verteile sich auf dem Gelände gut und 80 Prozent der Stände seien draußen. Der Antrag werde dann kurzfristig gestellt – samt Hygienekonzept. Ob dann 2G oder 3G gilt? „Wir können mit beidem leben. Unsere Kunden sind in der Regel geimpft“, berichtet Anke Peters.

Ihre Anträge bereits eingereicht haben die Organisatoren aus Mitte, Wald und Ohligs. Rund um den zweiten Advent, vom 3. bis 5. Dezember, soll wieder der Weihnachtsdürpel im Park in Ohligs stattfinden. „Den verkaufsoffenen Sonntag, für den eine Veranstaltung ja Voraussetzung ist, haben wir schon von der Stadt für den 5. Dezember genehmigt bekommen“, so Frauke Pohlmann aus dem Vorstand der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG). „Wir hoffen, dass die Corona-Lage bis dahin stabil bleibt, damit wir planen können.“ Beim Verwöhn-Wochenende sei das Okay erst zwei Wochen vorher gekommen. Das sei zu knapp.

Schließlich sei der Weihnachtsdürpel mit seinen etwa 20 Holzhütten im Park auch mit Kosten verbunden. „Die haben wir sonst mit den Einnahmen des Dürpelfestes ausgeglichen, aber das ist ja auch ausgefallen.“ Wenn Einlasskontrollen wieder notwendig würden, sei das in dem umzäunten Park zwar möglich, aber auch ein zusätzlicher Aufwand und Kostenfaktor. Spätestens Anfang Oktober möchte man in Ohligs die Pläne in trockenen Tüchern haben.

Für die Innenstadt steckt Frank Decker, Schausteller und Organisator des Marktes, schon mitten in den Planungen. „Es sieht gut aus, aber wir müssen noch hoffen, dass die Pflasterarbeiten in den Clemens-Galerien bis zum Weihnachtsmarkt fertig sind.“ Der soll dort nämlich vom 12. November bis 22. Dezember – mit Ausnahme des Totensonntags – stattfinden. Ausweichmöglichkeiten wären im Notfall Fronhof, Küstergasse und Alter Markt. „Aber konzentriert in den Clemens-Galerien wäre es schon schöner, auch mit Blick auf vielleicht notwendige 3G-Kontrollen“, so Decker. 16 bis 20 Stände hat er für den City-Weihnachtsmarkt geplant. „Ich hoffe, dass alle besetzt werden können, denn viele Schausteller haben ein Personalproblem, weil Mitarbeiter sich in der Pandemie anders orientieren mussten“, so Decker, der selbst noch Kräfte für seine Stände sucht.

Weihnachtsmarkt in Wald ist für den 3. bis 5. Dezember geplant - ein Ort fehlt noch

Zusätzlich plant der Werbe- und Interessenring (WIR) wieder einen Markt am 11. und 12. Dezember rund um den verkaufsoffenen Sonntag in der Innenstadt. „Wenn der Sonntag vom Rat genehmigt wird, planen wir Stände und Programm auf den Fronhof“, so der WIR-Vorsitzende Detlef Ammann.

Für den Walder Weihnachtsmarkt am zweiten Adventwochenende wird ein alternativer Standort zum Rundling gesucht.

In Wald ist man für den geplanten Weihnachtsmarkt vom 3. bis 5. Dezember noch auf der Suche nach einem geeigneten Ort. „Im Rundling wären eventuelle Zugangskontrollen mit Blick auf die Anwohner nicht umsetzbar“, erklärt Wolfgang Müller, Vorsitzender des Walder Bürgervereins. Jetzt gebe es Überlegungen, den Walder Stadtpark zu nutzen. Dort müssten aber Denkmalschutz und das Befahren der Wiesen mit Wagen geklärt werden. Auch der Biergarten des Stadtsaals sei eine Option, so Müller. Ein möglicher Indoor-Weihnachtsmarkt im Walder Stadtsaal sei abhängig davon, ob dieser im Dezember noch als Corona-Testzentrum genutzt werde.

Der Romantische Weihnachtsmarkt auf Schloss Grünewald fand zuletzt 2019 statt.

In Gräfrath ist man derzeit noch zurückhaltend mit Weihnachtsmarkt-Plänen. Die adventliche Beleuchtung ist nach Auskunft der Arbeitsgemeinschaft Gräfrather Vereine aber auf dem historischen Marktplatz geplant.

Standpunkt: Leben muss zurückkehren

Kommentar von Simone Theyßen-Speich

simone.theyssen-speich@ solinger-tageblatt.de

Die Gespräche mit den Verantwortlichen in den Stadtteilen haben gezeigt: Alle stehen in den Startlöchern, alle möchten, dass endlich wieder mehr Leben in die Stadtteilzentren einzieht. Die Weihnachtsmärkte wären eine gute Gelegenheit dafür. Draußen an der frischen Luft, mit etwas mehr Abstand als sonst sollte das gelingen. Bei aller gebotenen Vorsicht, beim weiterhin kritischen Blick auf Inzidenzen und Hospitalisierung – aber es muss wieder ein Stückchen Normalität geben. Da sind sich alle Organisatoren einig. Schon viel zu lange haben die Menschen auf all das verzichtet. Und die Veranstaltungen in den Stadtteilen sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil des Stadtlebens, der Identifikation mit dem Heimatort. Sie sind auch ein Wirtschaftsfaktor. Für die Händler und für die Vereine, deren Existenz teilweise an den Einnahmen aus den großen Festen hängt. Wer das alles möchte, wer wieder über die Feste und im Advent über die Weihnachtsmärkte schlendern möchte, der muss jetzt seinen Beitrag dazu leisten, dass sich das Virus nicht weiter ausbreiten kann. Die Impfung, die unbedingt noch mal Fahrt aufnehmen muss, ist der einzige Weg.

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