Solingen - der Drehort für Filme

Und die Viehbachtalstraße war Drehort für Stunts für „Alarm für Cobra 11“.

KLINGENSTADT-RUNDREISE Unzählige Leinwand-Schauplätze zwischen der Itter und demTal der Wupper.

Von Wilhelm Rosenbaum

Unser Stadt-Marketing wäre gut beraten, sich werbetechnisch um einen neuen, einen Film- und Fernseh-Flyer zu kümmern, denn wenn es einen bergischen „Walk of Fame“ nach Hollywood-Vorbild jemals geben sollte, wäre Solingen allererste Wahl. Was wir zwischen Wupper und Itter an Leinwand-Schauplätzen im Angebot haben, ist eigentlich konkurrenzlos. Und dabei ist der Kameraschwenk auf ein tanzendes Ballett-Paar unter dem Pfeiler-Netzwerk der Müngstener Brücke im 3-D-Film „Pina“ von Wim Wenders, für den er kürzlich die „Lola“ in der Sparte Dokumentarfilm erhielt, nur das aktuellste Beispiel dafür, dass die Klingenstadt nachhaltig stimmungsvolle Kulissen liefern kann.

„Morgens um sieben ist die Weltnoch in Ordnung“

Historisch müsste eine solche Rundreise eigentlich in Ohligs beginnen, wo Anfang der fünfziger Jahre ein Horst Perschko mit einer ambitionierten „Rheinland-Film-AG“ die alte Schützenburg in ein veritables Studio verwandeln wollte, ein Projekt, das jämmerlich scheiterte. Wenden wir uns drum lieber den spektakulären Erfolgen zu, reden wir von Kurt Hoffmann, dem populären Regisseur des stimmigen Unterhaltungskinos. Er kam für den Heile-Welt-Klassiker „Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“ von Eric Malpass 1968 ins Städtchen und wählte begeistert die Bausmühle und den Gräfrather Marktplatz für die Abenteuer des kleinen Gaylord aus. Seither ist das Postkartenidyll rund um die „Freiheit“ eine Bank für Heiteres, wenn etwa Linda de Mol ab und zu für eine Schmonzette anreist.

Das andere Film-Highlight ist fraglos Burg, wo schon 1966 der WDR seine Kameras für den „Abschied der Gaukler“ im Schlosshof aufbaute. Die beliebte „Sendung mit der Maus“ hievte zu Burg einen Ritter aufs Holzpferd, Martin Semmelrogge und Jürgen Prochnow gaben ihre Visitenkarte ab, und selbst Unterburg entzückte 2006 die Macher eines Eifel-Krimis mit seinem Schiefer-Fachwerk, vor dem Thomas Sarbacher einen Fall zu lösen hatte.

Und sogar abseits unserer touristischen „Perlen“ entstanden hier und da Fernsehproduktionen. Der WDR guckte am Fronhof für eine Kindersendung der bronzenen Denkmal-„Liëwerfrau“ mal neugierig in den (natürlich leeren) Korb auf ihrem Kopf. Judy Winter agierte unter der Regie des Haaners Berengar Pfahl 1986 für einen ARD-Zweiteiler in der Gaststätte „De Maschinn“ an der Freiligrathstraße.

RTL ließ 2005 für seine Actionserie „Alarm für Cobra 11“ zeitweilig gleich die Viehbachschnellstraße sperren. Und auch die bekannten Krimi-Stars der Branche kamen über die Wupper: Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär, die beiden Kölner „Tatort“-Kommissare, waren für spezielle Aufnahmen zu Gast in der Galvano-Firma Röhrig an der Weidenstraße. Und Götz George, der bärbeißige „Schimanski“, drehte 2005 fünf Tage lang in der Walder Gießerei Grossmann, diesmal nicht im harten Polizeiauftrag, sondern in der herben WDR-Liebesgeschichte „Später Sommer“.

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