Ehrung

Doris Schulz erhält Verdienstmedaille

Aus den Händen von Oberbürgermeister Tim Kurzbach erhielt Doris Schulz die Verdienstmedaille, eine der höchsten Auszeichnungen der Bundesrepublik Deutschland. Foto: Christian Beier
+
Aus den Händen von Oberbürgermeister Tim Kurzbach erhielt Doris Schulz die Verdienstmedaille, eine der höchsten Auszeichnungen der Bundesrepublik Deutschland.

Solingerin setzt sich seit Jahren für den interkulturellen Austausch ein.

Von Anna Lauterjung

Solingen. Doris Schulz erhielt am Nachmittag im Kammermusiksaal des Theater- und Konzerthauses Solingen eine der höchsten Auszeichnungen der Bundesrepublik, die Verdienstmedaille. Damit wurde der Solingerin für ihr lebenslanges Engagement in der kulturellen Integrationsarbeit und in der interkulturellen Jugendarbeit gedankt. „Doris Schulz macht aus der christlichen Botschaft etwas Konkretes“, betonte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Er überreichte die Verdienstmedaille im Auftrag des Bundespräsidenten an die 81-Jährige. Kurzbach würdigte Doris Schulz als „beeindruckendes Beispiel dafür, wie Menschen in Solingen sich für andere Menschen einsetzen“.

Seit ihrer Jugend ist Doris Schulz in der evangelischen Kirche ehrenamtlich aktiv. Der Anfang machte im Jahr 1953 die Unterstützung beim Kindergottesdienst. Von da an bewegte sie sich in verschiedenen Gesprächskreisen und übernahm die Öffentlichkeitsarbeit in ihrer Kirchengemeinde. Schließlich war sie als Volksschullehrerin für Deutsch, Mathematik, Sachunterricht und evangelische Religion Leiterin einer Grundschule in Haan. Dort bat sie unter anderem die Eltern von muslimischen Kindern um Erlaubnis, aus ihrem Alltag zu erzählen und Gegenstände ihres Glaubens mitzunehmen.

Zudem bot sie erstmals einen Ein-schulungsgottesdienst für Muslime an. Privat half sie türkischen Nachbarn, die Sprache zu erlernen und unterhielt sich mit ihnen über ihre Religion.

Der Brandanschlag in Solingen vor über 25 Jahren beeinflusste Doris Schulz nachhaltig. Sie sei empört und entsetzt gewesen, erzählte die 81-Jährige. Danach engagierte sie sich in dem christlich-islamischen Gesprächskreis, den sie später leitete und zu einem ökumenischen Projekt ausweitete.

Interkulturelle Stadtrundfahrt für Jugendliche ins Leben gerufen

Immer weiter habe sie sich Wissen angeeignet und sei so zur Expertin für interreligiöse Verständigung und zu einem Motor der Konversation in Solingen geworden, betonte ihre Tochter Christiane. „Ihre Arbeit ist auch weit über Solingen hinweg wichtig“, sagte die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Solingen, Dr. Ilka Werner.

Auch die interkulturelle Stadtrundfahrt geht auf Schulz’ Initiative zurück. Dabei lernen Klassen die drei großen Religionen in Solingen vor Ort kennen. Dabei hätten die Jugendlichen vor allem die Notwendigkeit für Respekt und Toleranz für die Vielfalt in der Stadt mitgenommen, so Doris Schulz: „Wir müssen die Atmosphäre in Solingen schützen.“ Sie werde weitermachen, solange sie körperlich und geistig dazu in der Lage sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz steigt auf über 60 - Impfmobil kommt nach Ohligs
Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz steigt auf über 60 - Impfmobil kommt nach Ohligs
Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz steigt auf über 60 - Impfmobil kommt nach Ohligs
Weyerstraße nach Unfall gesperrt
Weyerstraße nach Unfall gesperrt
Weyerstraße nach Unfall gesperrt
Polizei rollt 30 ungeklärte Morde auf
Polizei rollt 30 ungeklärte Morde auf
Polizei rollt 30 ungeklärte Morde auf
Die Brauereien sind ins Bergische zurückgekehrt
Die Brauereien sind ins Bergische zurückgekehrt
Die Brauereien sind ins Bergische zurückgekehrt

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare