Einschulungsuntersuchungen

I-Dötzchen zeigen beim Arzt-Check, dass sie fit für die Schule sind

Die Kinderärztinnen Dr. Birgit Ebner (l.) und Katja Kunecke in den kindgerecht gestalteten Räumen des Gesundheitsamtes. Foto: Michael Schütz
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Die Kinderärztinnen Dr. Birgit Ebner (l.) und Katja Kunecke in den kindgerecht gestalteten Räumen des Gesundheitsamtes.

Trotz Dauerbelastung im Gesundheitsamt wurden Einschulungsuntersuchungen so weit wie möglich durchgeführt.

Von Simone Theyßen-Speich

Seh- und Hörtest, Hüpfen und Balancieren und im spielerischen Gespräch zeigen, dass man in Sachen Sprache oder Mengen schon fit für die Schule ist – das alles gehört dazu, auf dem Weg zum i-Dötzchen. Auch in Corona-Zeiten – in denen die Mitarbeiterinnen der Schuleingangsuntersuchung im Gesundheitsamt bei der Rückverfolgung von Infizierten und der Quarantäne-Betreuung tatkräftig unterstützt haben – wurde diese wichtige Aufgabe erfüllt.

„Zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 und noch einmal vor Weihnachten hatten wir eine Zwangspause“, erzählt Ärztin Katja Kunecke, die gemeinsam mit Dr. Birgit Ebner die Schuleingangsuntersuchungen leitet. Ansonsten habe man die ganze Zeit Untersuchungen durchgeführt. „Vor allem die Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf und jüngere Kann-Kinder oder Kinder, die von der Einschulung zurückgestellt worden waren, haben wir hier vor Ort gesehen“, erzählt Dr. Birgit Ebner.

Um möglichst vielen Familien Termine anbieten zu können, wurden diese noch bis in den Herbst hinein – also auch über die Einschulung hinaus – wahrgenommen. „Zudem sind wir erstmals auch direkt in die Schulen gegangen, haben dort zumindest Seh- und Hörtests durchgeführt sowie Impfausweis und das gelbe Untersuchungsheft in Augenschein genommen“, skizziert die Ärztin das Programm. Bei unklaren Fällen oder wenn Eltern den Wunsch hatten, habe es immer eine persönliche Einladung in die Räume des Gesundheitsamtes im Rathaus gegeben.

1600 Mädchen und Jungen kommen in diesem Sommer in die Schule. „Bis zum Ende der Sommerferien werden wir etwa 1000 von ihnen persönlich gesehen haben“, sagt Katja Kunecke. Grund sind die immer noch geltenden und zeitlich aufwendigen Hygiene-Regeln. Insgesamt drei Ärztinnen in Teilzeit teilen sich die Aufgaben, übernehmen den Sprachtest, testen visuelle Wahrnehmung und logisches Denken und machen den Gesundheitscheck. Die anderen motorischen Tests sowie Seh- und Hörtest werden von den Mitarbeiterinnen übernommen.

Mehr Kinder sind übergewichtig

Gerade bei Kindern, die Deutsch nicht als Muttersprache haben, ist das Thema Sprache wichtig. „Wir stehen in engen Kontakten mit den Kinderärzten, mit den Kitas und Schulen, um auch fehlende Sprachkenntnis dann schnell zu kompensieren“, erklären die Medizinerinnen.

Die Ergebnisse der Tests werden am Ende des durchlaufenen Jahrgangs anonym ausgewertet. „Die Schuleingangsuntersuchung ist die seltene Gelegenheit, einen ganzen Jahrgang statistisch zu erfassen“, erklärt Dr. Birgit Ebner. Für die i-Dötzchen aus dem vergangenen Jahr liegen aufgrund der Verzögerungen die Ergebnisse noch nicht vor. „Aber wir haben schon den Eindruck, dass die Pandemie ihre Auswirkung hatte, dass beispielsweise mehr Kinder Übergewicht haben“, so Katja Kunecke. Einige Eltern hätten das Problem auch angesprochen – weil beispielsweise Sportangebote nicht möglich waren.

Auch wenn nach den Ferien noch die Untersuchungen der diesjährigen i-Dötzchen weiterlaufen, beginnen im Herbst schon die Tests für den nächsten Jahrgang. „Die jetzt noch nachgeholten Termine haben natürlich keinen Einfluss mehr auf die Schulfähigkeit. Kein Kind, das schon eingeschult ist, wird wieder aus der Schule genommen“, erklärt Kunecke.

Sopess-Modell

Tests: Das Einschul-Screening wird nach dem von der Landeszentrale für Gesundheit empfohlenen Sopess-Modell durchgeführt.

Untersuchungen: Neben Seh- und Hörtest, Gewicht und Größe und einer knappen körperlichen Untersuchung gehören motorische Fähigkeiten wie balancieren, seitwärts gehen und der Test sprachlicher Fähigkeiten dazu.

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