Mit dem ST wandern

Diese Wanderroute führt vom Eifgenbachtal zur alten Tongrube

Ein idyllischer See samt kleiner Insel: Das Hilgener Ziegeleiloch im gleichnamigen Naturschutzgebiet ist ein Paradies für viele Pflanzen- und Tierarten.
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Ein idyllischer See samt kleiner Insel: Das Hilgener Ziegeleiloch im gleichnamigen Naturschutzgebiet ist ein Paradies für viele Pflanzen- und Tierarten.

Das ST stellt Wanderrouten vor – heute geht es auf eine 6,5 Kilometer lange Tour. Die ist jedoch nicht geeignet für Wanderer, die mit Kinderwagen unterwegs sind.

Von Christopher Jonas

Bergisches Land. Der 15 Kilometer lange Eifgenbachweg ist für sich genommen schon ein Wanderhighlight der Region. Auch jenseits des Weges gibt es viel zu entdecken, so dass sich kürzere Rundwanderungen absolut empfehlen. Diese knapp sechseinhalb Kilometer lange Tour beginnt am Parkplatz Rausmühle.

Die Ursprünge der ehemalige Frucht-, Öl und Knochenmühle reichen bis ins Jahr 1500 zurück. Um 1750 kam eine Bäckerei dazu, unter anderem wurden dort Schwarz- und Graubrot gebacken. Sie ist eine von zahlreichen Mühlen im Tal und beherbergt heute ein Restaurant (dazu am Ende mehr).

Immer wieder geht es durch Wälder mit sehr hohen Bäumen.

Vom Parkplatz aus starten wir auf dem Eifgenbachweg Richtung Altenberg. Gut möglich, dass dem Wanderer auf dem Weg Esel entgegenkommen, denn Langohrenliebe.de bietet im Tal regelmäßig Eselwanderungen an. Wenn sie gerade nicht unterwegs sind, entspannen sich die grauen Vierbeiner in ihrem Gehege direkt hinter der Rausmühle.

Wir folgen dem sanften Auf und Ab des Eifgenbachweges für insgesamt gut zwei Kilometer, ehe wir ihn an einer größeren Weggabelung verlassen und rechts in einen breiteren Forstweg einbiegen – wir nehmen nun Kurs auf das Hilgener Ziegeleiloch. Auf dem Weg wird es wegen der links am Hang abgeholzten Fichten etwas lichter. Gut 700 Meter lang geht es sanft bergauf, gegen Ende sehr romantisch entlang einer Weide bis zur Straße Eschhausen, die bereits auf Burscheider Stadtgebiet liegt. Wir biegen scharf rechts ab, laufen geradeaus durch die gleichnamige Ortschaft bis in den Wald hinein und kommen dabei unter anderem an der Saftmanufaktur „Streuobst. Land“ vorbei, wo es je nach Jahreszeit direkt am Stand vor dem Haus Apfelsaft zu kaufen gibt.

Auf 700 Metern gibt es fast unberührte Natur

Im Wald heißt es nun nach weiteren rund 300 Metern Obacht: Die eigentlich schönere Strecke führt an der nächsten größeren Weggabelung rechts ab auf eine Anhöhe und später durch ein Bachtal zum Ziegeleiloch. Aber: Sowohl diese Strecke als auch ihre Umgehung sind wegen Fichtenarbeiten nur schwer passierbar. Deshalb halten wir uns geradeaus Richtung nächstes Wohngebiet, biegen dort rechts ab in die Straße Rosenkranz und direkt danach noch einmal nach rechts in die Waldstraße ein. Diese mündet nach wenigen Metern in einen schmalen Pfad – willkommen im Naturschutzgebiet.

Bei dieser Route sind manche Wanderwege nur schwierig zu passieren.

Auf den nächsten rund 700 Metern geht es durch derart unberührte Natur, dass auf dem Weg auch einige herumliegende alte Gehölze mal über-, mal unterquert werden müssen. Atemberaubend sind die alten Eichen, die rechts vom Weg in den Himmel wachsen. Vom Hauptweg aus führen an zwei Stellen gut einseh- und begehbare Stichwege zur alten Tongrube, die heute ein idyllischer See samt kleiner Insel in seiner Mitte ist. Ein stilles Paradies für viele Pflanzen- und Tierarten. Der Uferbereich ist je nach Wetterlage etwas matschig, der Ausblick auf den See mit den herausragenden Schienen der alten Förderbahn und den noch verbliebenen der einst zwei Schornsteine im Hintergrund ist den Abstecher auf jeden Fall wert. Der zweite Schornstein musste wegen Baufälligkeit übrigens gesprengt werden, überhaupt verfällt das Gebäude der ehemaligen Hilgener Dampfziegelei nach und nach. Diese förderte ab dem 4. November 1898 den wertvollen Tonschiefer aus dem Boden und verarbeitete ihn zu Ziegel- und Klinkerprodukten. Im Tal entstand dadurch eine tiefe Grube. Sie lief mit Wasser voll, nachdem die Ziegelei im Jahr 1975 den Betrieb eingestellt hatte.

Nachdem wir den See etwa zur Hälfte umrundet haben, führt der Weg automatisch aus dem Schutzgebiet heraus auf eine Anhöhe. Hier biegen wir scharf rechts in einen asphaltierten Fußweg und genießen die Aussicht, ehe es nach gut 250 Metern mit Erreichen des Waldes scharf links auf einen Wiesenpfad geht. Diesem folgen wir, halten uns am nächsten Abzweig rechts und erreichen wieder das Eifgenbachtal, wo wir links abbiegen. Moment, hier waren wir doch schon mal? Richtig. Vorbei an der Schutzhütte Bechhausen geht es über den Eifgenbachweg rund einen Kilometer zurück bis zur Rausmühle.

Zu Beginn der Strecke geht es entlang des Eifgenbachs, ehe es Richtung Hilgen geht.

Dort lohnt es sich jetzt, unbedingt einzukehren. Denn das Gastroteam strahlt eine so wahrhaftige Herzlichkeit und Freundlichkeit aus, dass man sich sofort wohlfühlt. Mit Charme und großer Kochkunst werden die Gäste hier kulinarisch verwöhnt. Tipp für die leckere Stärkung nach knapp sieben Kilometern: der Rausmühlenburger.

Tipp: Die ersten 40 Folgen unserer Serie – mit den GPX-Daten zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät – gibt es als PDF-Download. Die ersten 20 sowie die weiteren 20 Teile sind für je 7,90 Euro erhältlich:
www.bergisch-bestes.de

Tour 55

Länge: 6,5 Kilometer.

Dauer: ca. 1,5 bis 2 Stunden.

Einkehren: Restaurant Rausmühle, Rausmühle 1,

42929 Wermelskirchen, Tel. (0 21 93) 8 13.

www.rausmuehle.de

Pause machen: Auf diversen Bänken am Wegesrand und am Hilgener Ziegeleiloch – dort gibt es allerdings keine Sitzmöglichkeiten.

Gut zu wissen: Nicht kinderwagengeeignet, da schmale Pfade im Eifgenbachtal und im Naturschutzgebiet Ziegeleiloch.

Alle bisher erschienenen Teile unserer Wanderserie

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