Erheblicher Anstieg an gemeldeten Betrugsversuchen

Diese Tipps schützen vor Telefonbetrug

Oft werden ältere Menschen am Telefon manipuliert, damit sie Geld oder Wertgegenstände aushändigen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Oft werden ältere Menschen am Telefon manipuliert, damit sie Geld oder Wertgegenstände aushändigen.

Gewinnspiel oder Enkeltrick – Gauner nutzen verschiedene Maschen.

Von Jonah Rohe

Solingen. Immer wieder versuchen Betrüger, über Telefongespräche Geld von unschuldigen Bürgern zu erbeuten. Oftmals betrifft es ältere Personen, die am Telefon gezielt manipuliert werden, um Geld oder Wertgegenstände auszuhändigen.

In den letzten anderthalb Jahren ist ein erheblichen Anstieg an gemeldeten Telefonbetrugsversuchen in Solingen zu beobachten. Das berichtet die Polizei auf ST-Anfrage. Die dabei genutzten Maschen sind vielschichtig. Die Betrüger geben sich beispielsweise mit manipulierten Rufnummern als Polizisten aus oder fordern als Vorleistung eines Gewinns bei einem Gewinnspiel den Abschluss eines Zeitungsabos. Beim sogenannten Enkeltrick geben sich die Anrufer als Enkel oder anderer Angehöriger der angerufenen Person aus und täuschen eine Notlage vor, um Geld zu erbeuten. Doch oftmals agieren Betrüger auch im lokalen Kontext.

Zuletzt berichtete neben den Stadtwerken Solingen, in dessen Namen Betrüger wohl neue Verträge schließen wollten, auch das Klinikum wiederholt davon, dass sich Betrüger als Mitarbeiter ausgegeben haben sollen. Dabei wurde von den Anrufern Geld für eine angebliche Medikamentenbehandlung eines Angehörigen im Klinikum verlangt. Immer wieder warnen auch die Stadtwerke vor Betrügern.

Ältere Angehörige sollten vor Betrugsmaschen gewarnt werden

Die genannten Maschen sind nur ein Auszug aus der gesamten Bandbreite an Betrugsversuchen. Alle zielen darauf ab, entweder über den Abschluss von Verträgen oder die direkte Übergabe von Geld und Wertgegenstände Beute zu ergaunern. Gezielt werden dabei oft Personen mit älteren Namen aus Telefonbüchern ausgesucht. Es wird deshalb empfohlen, gerade ältere Angehörige regelmäßig vor Telefonbetrügern und den ständig neuen Maschen zu warnen. Vor allem sollte daran erinnert werden, niemals Geld oder Wertgegenstände an fremde Personen zu übergeben.

Die Solinger Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW empfiehlt Bürgerinnen und Bürgern prinzipiell, am Telefon möglichst wenige eigene Daten preiszugeben, vor allem keine sensiblen Daten wie Passwörter oder Zugänge zu Bankkonten, um nicht Opfer von Betrugsmaschen zu werden.

14 Tage Widerrufsrecht bei telefonischem Vertragsabschluss

Außerdem solle man bei Unsicherheit das Gegenüber am Telefon nach seinem Namen, dem Unternehmen und dem Grund des Anrufes fragen und diese Daten notieren. Wichtig sei es, sich vom Anrufer nicht unter Druck setzen zu lassen. Bei verbleibender Skepsis solle aufgelegt, die Nummer der entsprechenden Stelle eigenständig rausgesucht und angerufen werden. So ist es möglich, Auskunft über die Seriosität des Gegenübers zu erhalten.

Wenn man fürchtet, bereits Opfer einer Betrugsmasche geworden zu sein, sollte dies schnellstmöglich der Polizei gemeldet werden. Dies gilt ebenfalls für Anrufe, die als Betrug enttarnt und daraufhin beendet wurden. Nur so ist es für die Polizei möglich, das Dunkelfeld aufzuhellen. Auch das eigene Bankkonto sollte im Auge gehalten werden, um bei unerwünschten Abbuchungen entsprechende Gegenmaßnahmen treffen zu können. Bei untergeschobenen, telefonischen Vertragsabschlüssen besteht außerdem bis 14 Tage nach dem Vertragsabschluss das Recht auf Widerruf.

Beratung

Anlaufstellen: Im Zweifel und bei Fragen kann sich immer an die Polizei oder die Verbraucherzentrale gewandt werden.

Polizei: Dienstelle Wuppertal Kriminalprävention/Opferschutz Tel. (02 02) 2 84 18 88 oder im Notfall Tel. 110.

Verbraucherzentrale: Beratungsstelle Solingen der Verbraucherzentrale NRW: Tel. (02 12) 22 65 76 01

Solinger muss sich Anklage wegen schwerer Umweltstraftaten stellen.

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