Eishockey-Verein befürwortet Investitionen

Die Zukunft der Eishalle in Solingen ist wieder offen

Die Zukunft der Eishalle ist wieder offen. Bleibt sie stehen, muss in die Technik sehr viel Geld investiert werden. Foto: Tim Oelbermann
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Die Zukunft der Eishalle ist wieder offen. Bleibt sie stehen, muss in die Technik sehr viel Geld investiert werden.

Die Lebenshilfe prüft intern, ob die Sportstätte saniert wird.

Von Philipp Müller

Solingen. Die Vorstandsvorsitzende des Vereins der Solinger Lebenshilfe, Prof. Susanne Schwalen, teilt mit, die Lebenshilfe wolle die Zukunft der Eishalle jetzt intern klären. Denn es zeichnet sich ab: Die Werkstätten der Lebenshilfe, wie einmal überlegt worden war, ziehen nicht auf das Grundstück der Eishalle. Dann bleibt die Frage, was aus der Halle werden wird. Und die Antwort darauf ist zunächst offen. Am Ende steht und fällt aber die Entscheidung zu der auch von Vereinen genutzten Sportstätte erst dann, wenn für die Werkstätten der Lebenshilfe der neue Standort feststeht. Dann will sich auch die Stadt Solingen aktiv in die Überlegungen einschalten.

Zum Hintergrund: Der Verein bietet Hunderten behinderten Arbeitsplätze. Dazu gibt es als einen Standort den an der Freiheitstraße am Weyer. Doch die Räume gelten nicht mehr als behindertengerecht. Da kam in den Vorstandsreihen die Idee auf, für einen Werkstatt-Neubau das Grundstück der Eishalle an der Birker Straße zu nutzen. Die Eishalle gilt ebenfalls als Sanierungsfall. Vor allem die Technik streikt regelmäßig.

„Die Eishalle wird zur Saison 2021/2022 wieder öffnen.“

Susanne Schwalen, Lebenshilfe

Doch seit einigen Wochen ändert sich die Ausgangslage. Viele der Aktivitäten der Lebenshilfe werden durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR) finanziert. Die Integration Behinderter in das Arbeitsleben, deren Betreuung und ihnen würdige Lebensumstände zu ermöglichen, sind gesetzlicher Auftrag des LVR.

Nach Angaben von Prof. Schwalen fiel das Urteil des LVR zum Standort Eishalle nicht gut aus: „Da der Standort Südpark nach der aktuellen Bewertung des Landschaftsverbandes Rheinland nicht für einen Ersatzbau der Werkstätten der Lebenshilfe Solingen in Frage kommt, sind nun durch die Lebenshilfe Optionen für die Eissporthalle zu prüfen.“ Für die Werkstätten wird von der Lebenshilfe zusammen mit dem LVR jetzt der Standort Gräfrath favorisiert.

Vergangenen Montag saßen beide dazu an einem Tisch, hatte Medizinerin Schwalen berichtet. Standort soll das ehemalige Silag-Gelände werden. Dort will die Lebenshilfe dann als Mieter einziehen.

Eine Option wird die Lebenshilfe für die Eishalle aber nicht ziehen können. Wie Stadtsprecher Thomas Kraft erklärte, plane die Stadt Solingen nicht, die Sportstätte zurückzukaufen. Doch gerne sei die Verwaltung bereit, die Lebenshilfe dabei zu unterstützen, die Sanierung der 42 Jahre alten Halle mit Fördermitteln zu ermöglichen. Betrieben wird die Halle von der „anders leben – Eissporthalle Solingen gGmbH“. Die gemeinnützige Firma ist eine Tochter der Lebenshilfe Solingen. Und die soll laut Susanne Schwalen auch weiter aktiv sein: „Wenn es die Pandemielage erlaubt, wird die Eissporthalle für die Eislaufsaison 2021/2022 wie geplant im Herbst dieses Jahres zur Verfügung stehen.“

Solingen: Eishockeyverein bespricht mit der Lebenshilfe die Hallen-Zukunft

Einer der Nutzer ist der Verein EC Bergisch Land. Dessen Vorsitzender Wolfgang Lingen würde es begrüßen, wenn eine Sanierung der Eishalle vollzogen wird. Denn die diskutierte Variante, ein neues Eissport-Zentrum zu bauen, ist unsicher. Ein entsprechender Investor sei aktuell dafür nicht in Sicht, berichtet Lingen. „Die Halle ist nicht tot und kann saniert werden“, sagt er daher. Dazu sei man in guten und engen Gesprächen mit der Lebenshilfe. Dabei müsse der Umfang der Arbeiten abgesprochen werden. Machbar sei dies aber grundsätzlich. Lingen verweist auf eine baugleiche Halle in Unna, deren Sanierung durch Gutachter geprüft wurde. Die Stadt Unna geht von aktuell 12,5 Millionen Euro aus. Das müsse in Solingen aber nicht aufgewendet werden, ist Lingen sicher.

Die Wiederaufnahme des Eisbetriebs im Herbst birgt Risiken. Im vergangenen Jahr fiel die zentrale Eismaschine aus, die den Beton kühlt, damit überhaupt Eis gemacht werden kann. „Da ist aus zwei Eismaschinen eine vom Techniker gebaut worden.“ Fällt der Solist wiederum aus, taut das Eis schnell ab. Eine Ersatzmaschine, die dann einspringt, kostet allein 60 000 Euro.

Lingens Stellvertreterin, Birgit Wolter, erklärt: „Eine Sanierung an der Birkerstraße ist viel preiswerter als ein Neubau.“ | Standpunkt

Eishalle

Die Eishalle nahm im Dezember 1979 ihren Betrieb auf. Zu ihren Hochzeiten bot sie Eishockey in der 2. Bundesliga. Die rund 10 000 Quadratmeter große Halle – davon 6000 Quadratmeter Nutzfläche – wurde aber auch im Sommer für Veranstaltungen und Messen genutzt. Seit 2004 wird die Halle von einer gemeinnützigen Gesellschaft der Lebenshilfe Solingen betrieben.

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