Ende März

Die Solinger Kulturnacht kehrt zurück

Das Solinger Theater und Konzerthaus ist einer von zehn Veranstaltungsorten bei der Kulturnacht 2022. Montage:
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Das Solinger Theater und Konzerthaus ist einer von zehn Veranstaltungsorten bei der Kulturnacht 2022.

Die Veranstalter sind zuversichtlich, dass die beliebte Veranstaltung Ende März stattfinden kann.

Von Manuel Böhnke

Solingen. 2020 lief sie digital ab, 2021 fiel sie aus. In diesem Jahr soll die Kulturnacht wieder in gewohnter Form stattfinden. An zehn Orten gibt es am Samstag, 26. März, ab 18 Uhr Kunst satt. Bei der Vorstellung des Programms am Dienstag zeigte sich Kulturdezernentin Dagmar Becker (Grüne) „ziemlich zuversichtlich“, dass das Pandemiegeschehen Ende März die Pläne nicht durchkreuzen wird.

Das Konzept der Kulturnacht hat sich bewährt: Die Besucher haben mit ihrem Ticket-Bändchen Zugang zu den Veranstaltungsorten. Im 20-Minuten-Takt verkehren acht Pendelbusse zwischen Ohligs, Mitte und Gräfrath. Auch in den Fahrzeugen steht Kultur im Mittelpunkt: Musiker sorgen während der Fahrt für Stimmung.

„Die Einrichtungen entscheiden, ob sie nachschärfen.“

Sonja Baumhauer, Kulturmanagerin, über die Corona-Regeln

Welche Corona-Vorgaben am 26. März gelten, steht noch nicht fest. Den Mindeststandard werde die zu diesem Zeitpunkt aktuelle Corona-Schutzverordnung festlegen, erklärte Sonja Baumhauer. „Die Einrichtungen entscheiden, ob sie nachschärfen“, führte die Leiterin des Kulturmanagements aus. Deshalb rate sie den Besuchern, sich kurz vor der Kulturnacht über die an den Veranstaltungsorten geltenden Regeln zu informieren.

Bei der zehnten Ausgabe sind zwei „Kultursterne“ erstmals dabei. Das trifft zum einen auf die Kooperation von Volkshochschule und Stadtbibliothek zu. An der Mummstraße sind Lesungen von Elke Heidenreich und Mona Ameziane geplant. Dazwischen erklingen Chansons von Brigitte Annessy.

Zweiter Debütant ist das Haus der Jugend. An der Dorper Straße treten ab 18 Uhr verschiedene Bands und zu späterer Stunde DJs auf. „In diesem Jahr nehmen wir verstärkt ein jüngeres Publikum in den Blick“, erklärte Dagmar Becker. Der Stadtdienst Jugend setzt Mittel aus dem Programm „Aufholen nach Corona“ ein, um 200 Menschen zwischen 16 und 27 Jahren Tickets für einen ermäßigten Preis von drei Euro anbieten zu können. Sie sind voraussichtlich ab kommenden Woche im Haus der Jugend sowie im Monkeys erhältlich.

Im Theater und Konzerthaus soll es zur Kulturnacht wieder eine After-Show-Party geben

Das Awo-Proberaumhaus beteiligt sich ebenfalls an der Kulturnacht. Ab 18.30 Uhr treten drei Heavy-Metal-Bands auf. Gegenüber erklingen sanftere Töne. „Ab in den Urlaub: Von Europa in die Tropen“ ist das Motto im Theater und Konzerthaus. Dort spielt zunächst das Kammerensemble der Bergischen Symphoniker, ehe „Fiesta Poets“ und „Calypsonic Steel Orchestra“ auf der Bühne stehen. Lässt es die Corona-Lage zu, beginnt um 23 Uhr die After-Show-Party.

Im Kunstmuseum liegt der Fokus auf der Ausstellung „Zeitreise 1817-2022“. Auf dem Programm stehen Schattenzeichnen mit Künstler Hiroyuki Masuyama und ein Auftritt der Sängerin Leonora. Im Zentrum für verfolgte Künste gibt es während der Kulturnacht mehrere Kurzführungen.

Die drei Konzerte in der Städtischen Musikschule stehen unter dem Motto „Moonlight Serenade“, in der Cobra treten Laser‘n‘Groove und Son De La Goutte auf. Auf den Weg in virtuelle Welten macht sich das Industriemuseum. Die Skulptur Novum von Nadine Kolodziey steht in der Fabrik – darum liegt eine Augmented-Reality-Landschaft. Tickets für die beiden Konzerte im Gräfrather Lichtturm sind nicht käuflich zu erwerben, sondern Teil von Verlosungen.

Am Kulturmorgen, dem 27. März, präsentieren sich zahlreiche Galerien und Ateliers im Südpark, den Clemens-Galerien und in Gräfrath.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) erwartet den Termin Ende März in „ungeduldiger Freude“. Der Schirmherr der Kulturnacht machte auf die Bedeutung der Veranstaltung für Kulturschaffende hin – „eine von der Pandemie am härtesten getroffenen Gruppen“. Kultur könne die Gesellschaft zusammenführen und den Weg in ein Leben nach Corona weisen.

Hintergrund

Unterstützt wird die Kulturnacht von den Stadtwerken sowie der Stadt-Sparkasse. Das ST ist Medienpartner. Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 13, an der Abendkasse 18 Euro. Der Eintritt für Personen unter 16 Jahren ist frei. Tickets sind unter anderem bei den teilnehmenden Einrichtungen sowie in den ST-Geschäftsstellen erhältlich. Weitere Informationen und das vollständige Programm gibt es im Internet.

www.kultur-nacht-solingen.de

Standpunkt: Positive Perspektive

manuel.boehnke@solinger-tageblatt.de

Kommentar von Manuel Böhnke

Es gibt wenige Branchen, die die Corona-Pandemie dermaßen hart getroffen hat, wie den Kulturbetrieb. Zwar befinden sich Künstler, Veranstaltungstechniker und Co. derzeit – anders als vor einem Jahr – nicht im Lockdown. Von Normalität kann allerdings noch keine Rede sein. Viele Mitwirkende dürften angesichts dessen voller Vorfreude auf die Solinger Kulturnacht Ende März warten. Vor Ausbruch der Pandemie lockte die beliebte Veranstaltung bei jeder Ausgabe Tausende Solingerinnen und Solinger an. Nach den Erfahrungen der vergangenen beiden Jahre fällt diese Vorstellung eher schwer. Wird die Corona-Schutzverordnung für Events dieser Größenordnung in knapp eineinhalb Monaten grünes Licht geben? Das kann niemand mit Gewissheit sagen. Dennoch ist es die richtige Entscheidung der Organisatoren, zunächst an den Plänen für die Kulturnacht festzuhalten. Viele Solingerinnen und Solinger sehnen sich nach einer positiven Perspektive – und das trifft längst nicht nur auf Kulturschaffende zu.

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