Noch verhaltene Nachfrage

Die Reiselust der Solinger kehrt zaghaft zurück

Jennifer Rupp vom Reisebüro Dahmen sieht derzeit viel Beratungsbedarf bei ihren Kunden. Foto: Tim Oelbermann
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Jennifer Rupp vom Reisebüro Dahmen sieht derzeit viel Beratungsbedarf bei ihren Kunden.

Reisebüros verzeichnen eine noch verhaltene Nachfrage bei Buchungen für den Sommerurlaub – was es dabei zu beachten gilt.

Von Kristin Dowe

Solingen. Nachdem die Tourismusbranche im Zuge der Corona-Pandemie gut zwei Jahre lang herbe Einbußen hinnehmen musste, kehrt bei vielen Menschen allmählich die Reiselust zurück. Diese Entwicklung sieht zumindest Jennifer Rupp, Büroleiterin beim Reisebüro Dahmen im Hofgarten. „Die Leute sind wirklich urlaubsreif, wünschen sich aber gleichzeitig Sicherheit in Bezug auf die pandemische Lage am Urlaubsort.“

„Die Storno- Bedingungen sind das A und O.“

Dagmar Blum, Leiterin der Verbraucherzentrale Solingen

Seien noch im vergangenen Jahr vornehmlich Ziele innerhalb Deutschlands etwa an der Nord- und Ostsee gefragt gewesen, nähmen die Kunden nun auch wieder Kurs auf südlichere Gefilde. „Bei den Familien haben oft die Mütter das Bedürfnis, sich einfach mal verwöhnen zu lassen. Insofern kommen auch Flugreisen wieder infrage“, so Rupp. Rosig sehe die Situation für die Reisebüros aber noch immer nicht aus: „Von unserem normalen Umsatz aus der Zeit vor der Pandemie sind wir immer noch weit entfernt.“

Wenngleich es bei der Buchungssituation einen kleinen Lichtblick gebe, hätten die Reisebüros viel Beratungsaufwand, um ihren Kunden am Urlaubsort die größtmögliche Sicherheit zu bieten. Gleichzeitig sei klar: „Ein Restrisiko bleibt natürlich.“ Die mit den Reisebüros arbeitenden Reiseveranstalter ließen sich aber zusätzliche Anreize wie Flex-Optionen einfallen, um Urlaubswillige doch zu einer Buchung zu bewegen. Gegen eine Gebühr könne der Kunde dann bis 14 Tage vor Antritt von der Reise ohne Zusatzkosten zurücktreten. Grundsätzlich lohne es sich mit Blick auf Frühbucherrabatte, eine Reise frühzeitig zu buchen, rät Jennifer Rupp – auch aus psychologischen Gründen: „Je früher man im Voraus plant, desto größer ist auch die Vorfreude.“

Trotz des Fernwehs, das sich bei vielen Menschen bemerkbar machen dürfte, seien die Bedenken bei ihren Kunden oft noch groß, sich verbindlich für eine Reise zu entscheiden, stellt auch Richarda Müller-Nimbach in ihrem Reisebüro an der Kölner Straße fest. „Die Kunden informieren sich zwar, wollen sich aber nicht festlegen.“ Zwar sei das Reisebüro unter anderem auf Kreuzfahrten spezialisiert, wo das Team sich einen treuen Kundenstamm aufgebaut habe, „aber wir können den Kunden nicht ihre Angst nehmen, dass vielleicht mal ein ganzes Schiff in Quarantäne muss“, bedauert Müller-Nimbach. Auch deshalb arbeite sie nur noch mit Reiseveranstaltern zusammen, die „großzügige Versicherungen mit entsprechenden Rücktrittsoptionen“ gewähren.

Brückensteig ist Ziel für Touristen

Damit der langersehnte Urlaub kein Reinfall wird, rät Dagmar Blum, Leiterin der Verbraucherzentrale Solingen, ein paar Punkte zu beachten. „Wichtig ist vor allem, mich vor der Reise über die Bestimmungen am Urlaubsort genau zu informieren. Was die Pandemie betrifft, können da beispielsweise das Robert-Koch-Institut oder das Auswärtige Amt weiterhelfen, falls es sich beim Zielort möglicherweise um ein Risikogebiet handelt.“ Weiterhin sollten Voraussetzungen für die Reise im Reisevertrag möglichst genau festgelegt werden. Das betreffe vor allem die Rücktrittsmodalitäten, sagt die Verbraucherschützerin. „Die Storno-Bedingungen sind das A und O.“ Das gängige Widerrufsrecht mit einer Bedenkzeit von 14 Tagen gelte etwa bei einer online gebuchten Reise nämlich nicht.

Gebe es am Urlaubsort Grund zur Beanstandung, wenn statt des versprochenen Meerblicks die Urlauber eine Baustelle beim Blick aus dem Fenster erwartet oder die Sauberkeit zu wünschen übrig lässt, sollten Betroffene zudem frühzeitig von ihrem Reklamationsrecht Gebrauch machen, rät Blum. „In so einem Fall muss man den Veranstalter auffordern, Abhilfe zu schaffen und den Mangel schriftlich melden.“ Kunden hätten je nach Schwere des Mangels dann Anspruch auf ein anderes Zimmer oder auch ein anderes Hotel. „Hilfreich ist es außerdem, den Reklamationsfall mit Fotos zu dokumentieren.“

Reisegutschein

Wer für einen coronabedingt ausgefallenen Urlaub von seinem Reiseveranstalter einen Gutschein erhalten hat, kann sich diesen auf Wunsch auch auszahlen lassen. Einen Musterbrief und weitere Infos gibt es auf den Seiten der Verbraucherzentrale Solingen unter der Rubrik „Reise“.

verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen/solingen

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