Hausmeisterdienst fürs Tonnen rausschleppen

Die Kellertreppe ist für Müllwerker tabu

Die schweren Restmülltonnen aus dem Keller zu holen, ist ein zusätzlicher Aufwand, der extra bezahlt werden muss. Archivfoto: Christian Beier
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Die schweren Restmülltonnen aus dem Keller zu holen, ist ein zusätzlicher Aufwand, der extra bezahlt werden muss.

Die Vorgabe, dass Mülltonnen nur per Aufzug aus dem Keller geholt werden, wird strenger umgesetzt.

Solingen. Fast 25 Jahre lang haben die Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe die Restmülltonnen der beiden Mehrfamilienhäuser von Michael Alfes in Ohligs aus dem Keller geholt – über die Kellertreppe. Diese sogenannten Kellertransporte, die zusätzlich bezahlt werden müssen, werden aber eigentlich nur angeboten, wenn das Haus über einen Müllschacht mit Aufzug verfügt. Die Regel ist nicht neu, wurde in der Vergangenheit aber wohl nicht so streng umgesetzt. „Der Transport der Restmüllbehälter aus dem Keller durch die Mitarbeiter der Abfallsammlung darf nicht mehr erfolgen, auch wenn dieses in der Vergangenheit erfolgt ist“, so die Mitteilung der Technischen Betriebe (TBS).

„Tatsächlich hatten die Häuser solche Müllaufzüge, bei denen die Tonnen aus dem Keller durch einen Schacht von Hand hochgekurbelt werden. Da diese aber nie benutzt wurden und irgendwann nicht mehr funktionstüchtig waren, haben wir sie abmontiert und die Schächte geschlossen“, sagt der Immobilienbesitzer. Auf ein Gewohnheitsrecht kann Michael Alfes wohl nicht hoffen, auch andere Vermieter sehen sich damit konfrontiert, dass die Kellertransporte der Mülltonnen jetzt strenger gehandhabt werden. „Ich muss jetzt fürs Tonnen-Rausstellen einen Hausmeisterdienst beauftragen, Kosten, die bei den Mietern mit vier bis fünf Euro pro Person und Monat zu Buche schlagen“, befürchtet er.

Wie viele solcher Kellertransporte gibt es in Solingen?

Nach Auskunft der Technischen Betriebe haben etwa 200 Häuser in Solingen einen Zusatzvertrag, nach dem die Mitarbeiter die Restmüll- oder Biotonnen aus dem Keller holen.

Welche Regeln gelten dabei?

Die sogenannten Kellertransporte sind in der Abfallwirtschaftssatzung der Stadt Solingen (AbfS, § 26) klar geregelt. Daran habe sich auch aktuell nichts geändert, so die Auskunft von Stadtsprecherin Sabine Rische. Die TBS leeren Restmülltonnen und Biotonnen aus Kellern, wenn die Voraussetzungen gemäß der Satzung erfüllt sind.

Welche Tonnen werden aus dem Keller geholt?

Grundsätzlich ist der Kellertransport nur bei 60- und 120- Liter-Tonnen möglich. In der Regel muss ein Schacht von mindestens 75 mal 75 Zentimetern Größe mit Aufzug vorhanden sein, der die Tonne bis zur Höhe des weiteren Transportweges, also in der Regel auf Bürgersteig-Niveau, anhebt. Die Schachtabdeckung muss mit Scharnieren aufklappbar und feststellbar sein. „In Fällen, in denen Mängel festgestellt wurden, haben die TBS zur Instandsetzung aufgefordert oder darum, einen anderen Standort zu finden, der den Satzungsregeln entspricht“, erklärt Sabine Rische.

Wo darf die Restmüll- oder Biotonne stehen?

Unverändert gilt die Regelung, dass der Transportweg der Restabfall- und Biotonnen vom Standplatz bis zur Ladekante des Müllfahrzeugs höchstens 10 Meter betragen soll. Der Transportweg darf nur über maximal zwei Stufen in ununterbrochener Folge verlaufen.

Was kostet der zusätzliche Kellertransport?

Der Extraservice ist aufgrund des erschwerten Transportes gebührenpflichtig. Bei wöchentlicher Leerung beträgt er 67,50 pro Jahr, bei 14-tägiger Leerung halbiert sich die Gebühr. Er kann formlos bei den TBS beantragt werden. Das Angebot komplett abzuschaffen, stehe nicht auf dem Prüfstand, so die Stadtsprecherin.

Lesen Sie auch: Der VRR plant einen weiteren Direktzug nach Düsseldorf.

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