IT- und Datensicherheit

Die Gefahr von Cyberangriffen steigt

IT-Experte Tobias Erdmann stellt fest, dass es häufiger zu Cyberangriffen kommt als noch vor einigen Jahren. Fotos: dpa/Christian Beier
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IT-Experte Tobias Erdmann stellt fest, dass es häufiger zu Cyberangriffen kommt als noch vor einigen Jahren.

Attacken lassen sich nicht verhindern, doch die Verwaltung sieht sich gewappnet.

Von David Bieber

Solingen. Hacker nehmen immer häufiger öffentliche Einrichtungen wie Kliniken oder Kommunen ins Visier. Im Herbst 2021 hat es Wittens Stadtverwaltung getroffen, 2020 die Uniklinik in Düsseldorf. Sollte es zu einem Angriff auf die IT-Systeme und digitale Infrastruktur des Solinger Rathauses kommen, sieht sich die Stadt gut gerüstet. Das teilt die Verwaltung auf ST-Anfrage mit.

Ein „Cyber-Notfall“ wie beispielsweise in Witten sei selbst bei „umfangreichsten Sicherheitsmaßnahmen nie vollständig“ auszuschließen. Dies liege darin begründet, dass regelmäßig neue Sicherheitslücken und -risiken bekanntwerden, auf die die Verantwortlichen reagieren müssen.

Es gilt, für Angriffe von außen so gut wie möglich gewappnet zu sein. Da ist es nicht ausreichend, über ein gutes Antivirenprogramm oder eine intelligente Firewall zu verfügen. Die Stadt erklärt: „Die Anforderungen zur IT- und Datensicherheit werden grundsätzlich bei allen digitalen Prozessen und Maßnahmen berücksichtigt.“ Heißt übersetzt: Sicherheit spielt, insbesondere in der kritischen Infrastruktur, eine essenzielle Rolle.

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Wir beobachten, dass es ein erhöhtes Risiko gibt.

Tobias Erdmann, Systemhaus Erdmann

Dabei wird der aktuelle Stand der Informationssicherheit regelmäßig überprüft und angepasst. Maßgeblich sei der IT-Grundschutz des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Dieser beinhaltet Hinweise, wie bei Angriffen verfahren werden sollte – und was Schutzmechanismen sind. In Bereichen wie der Smart-City-Infrastruktur kooperiert die Stadt zusätzlich mit dem BSI, „um gemeinsam Sicherheitsanforderungen zu entwickeln und anderen Kommunen oder Institutionen zur Verfügung zu stellen“.

Wenn es zu einem Angriff auf die städtischen Systeme kommt, setzt sie auf umfangreiche organisatorische und technische Maßnahmen, um die „Eintrittswahrscheinlichkeit eines wirkungsvollen Angriffs deutlich zu reduzieren“.

Grundsätzlich verzeichnet die Verwaltung eine steigende Bedrohungslage in Sachen Cybersicherheit. Daher befinden sich die Verantwortlichen in intensivem Austausch mit den beauftragten IT-Dienstleistern und prüfe deren Umsetzung regelmäßig. „Sollten neue Bedrohungslagen neue Maßnahmen erfordern, werden die Konzepte angepasst und anschließend umgesetzt“, heißt es aus dem Rathaus.

Auch in kleinen und mittelständischen Betrieben ist Cybersicherheit wichtig

Nicht nur öffentliche Verwaltungen sehen sich dem Risiko von Hackerangriffen ausgesetzt, sondern vor allem auch große Unternehmen sowie kleine und mittelständische Betriebe. Das Solinger Systemhaus Erdmann ist Spezialist für IT- und Cybersicherheit und berät zahlreiche Unternehmen in der Region zu Datensicherheit und digitaler Infrastruktur. „Grundsätzlich sind wir sehr gut aufgestellt, denn wir setzen die neueste Technik auch bei uns im Betrieb ein“, sagt Geschäftsführer Tobias Erdmann.

Er bestätigt, dass derzeit im Internet mehr „Aktivität“ festzustellen sei. Bedeutet: Es kommt häufiger zu Cyberangriffen als noch vor einigen Jahren. „Wir beobachten, dass es ein erhöhtes Risiko gibt, dass etwa Netzwerke gescannt werden oder versucht wird, Viren einzuschleusen – per Mail oder über direkte Angriffe auf die Netzwerke.“

Auch Erdmann, dessen Unternehmen noch nicht gehackt worden ist oder Systeme kompromittiert worden sind, macht klar: „Ausgeschlossen werden kann auch bei mir im Unternehmen ein Angriff freilich nie.“ Aber: „Unsere Systeme sind hochaktuell und alle Mitarbeiter sind sensibilisiert für die IT-Sicherheit.“ Bei einigen Betrieben sei dies leider nicht der Fall, bemängelt IT-Sicherheitsexperte Erdmann.

Das Systemhaus Erdmann verfügt wie auch die Stadtverwaltung über einen Notfallplan, so dass bei einer Cyberattacke zeitnah reagiert werden kann. Zudem funktioniere das Backup, also die Datensicherung, gut und verlässlich.

Tipps

Um sich vor Angriffen im Netz zu schützen, rät Tobias Erdmann, die Systeme aktuell zu halten sowie eine professionelle Firewall und eine Antivirensoftware einzusetzen. Außerdem empfiehlt er regelmäßige Backups. Essenziell sei es, Mitarbeiter für die Gefahren zu sensibilisieren. Ebenso sei ein Notfallplan wichtig. „Man muss bei einem Angriff von außen wissen, wie gehandelt werden muss.“ Daneben sollte so viel wie möglich segmentiert werden, so dass Eindringlinge nicht auf alle Systeme zugreifen können.

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