ST vor Ort

Die Cobra ist bisher gut durch die Krise gekommen

Anja Stock leitet die Cobra an der Merscheider Straße seit dem Jahr 2012 als Geschäftsführerin. Sie ist froh über die ersten Veranstaltungen, die – wenn auch im kleineren Rahmen – wieder stattfinden können.Foto: Michael Schütz
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Anja Stock leitet die Cobra an der Merscheider Straße seit dem Jahr 2012 als Geschäftsführerin. Sie ist froh über die ersten Veranstaltungen, die – wenn auch im kleineren Rahmen – wieder stattfinden können.Foto: Michael Schütz

Merscheider Kulturzentrum hat sich weit über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht

Von Karl-Rainer Broch

Solingen. Die Cobra ist als soziokulturelles Zentrum Solingens mit Gastronomie (Kantine), Veranstaltungshalle und Kino neben dem Industriemuseum für Merscheid ein weiteres Aushängeschild neben dem Industriemuseum. Weit über die Grenzen der Klingenstadt hinaus bildet sie einen Anziehungspunkt für die ganze Region. Die Corona-Pandemie hat das Zentrum bisher gut überstanden, „allerdings mit einem tränenden Auge, da die geplanten Veranstaltungen nicht stattfinden konnten“, schränkt Geschäftsführerin Anja Stock ein.

Seit 2012 leitet sie die Cobra und hat mit originellen Ideen das Spektrum erweitert, seien es Kinovorführungen außerhalb (Open Air im Südpark, Autokino am Weyersberg) oder vegane Büffets mit passendem Kinofilm. Unterstützt wird sie von einem gut motivierten Team mit Jörg Stuhldreier, Dennis Szameitat, Lichttechniker Daniel Baumer und der Auszubildenden Katharina Schmidt. Dazu kommen Freischaffende wie Tontechniker Fritz Kappner und ein weiterer Mitarbeiter-Pool von acht Personen, der je nach Bedarf hinzugezogen wird. Vor allem finanzielle Hilfen beim letzten Lockdown wie Soforthilfe, November- und Dezemberhilfe neben der angemeldeten Kurzarbeit halfen, die trotz Schließung anfallenden Kosten zu stemmen.

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Das Cobra-Kino bekam zusätzlich von der Film- und Medienstiftung NRW zweimal 5000 Euro überwiesen. Außerdem gab es für das gute Programm eine Prämie von 3000 Euro. Anja Stock schilderte die Arbeit ohne Veranstaltungen: „Wir haben uns nur getroffen, um das Haus instand zu halten, Post zu erledigen und E-Mails zu beantworten. Es gab ja nichts zu planen, denn wir wussten nicht, wie es weitergeht.“ Dabei war der Terminkalender voll, aber alle Veranstaltungen wurden verschoben oder abgesagt. Durch die Erleichterungen seit Anfang Juli war es möglich, die Reihe „Chillen und Grillen“ zu starten, die überwiegend freitags oder samstags draußen den Genuss von Unplugged Music mit unterschiedlichen Gruppen oder Einzelpersonen erlaubt. „Damit wollen wir die Leute wieder anlocken, in die Cobra zu kommen. Allerdings sind höchstens 50 Gäste zugelassen“, so Anja Stock. Am kommenden Samstag wird die Reihe mit Dr. Mojo fortgesetzt. Im August kommen an den Freitagen Hang Out in Trees, Strinx, Göllmann + Göllmann sowie Ehrlich + Lange. Vorläufiges Ende ist am Freitag, 3. September, mit den Heartdevils.

Cobra-Kino startet nach der Sommerpause am 19. August

Das Chillen Spezial am 27. und 28. August findet auf dem Gelände des Industriemuseums statt und hat mit dem First Class Quintett (Solingen jazzt) am Freitag und dem Andreas-Schleicher-Trio am Samstag Cobra-Highlights im Programm. Für die Cobra-Geschäftsführerin ist das ein guter Weg, die Kooperation mit dem Museum fortzusetzen: „Bei schlechtem Wetter weichen wir in die Cobra-Halle aus, dann gibt es allerdings nur 100 Tickets, weil Sitzplätze Vorschrift sind.“

Auch an der Ersatz-Veranstaltung für die Solinger Kulturnacht „Spot-on Kultur“ nimmt das Kommunikationszentrum teil: „Das ist dann die erste große Indoor-Veranstaltung mit Rudelsingen-Moderator Tobias Sudhoff und einem Paul Kuhn-Abend mit Band.“

Das Cobra-Kino startet nach der Sommerpause am 19. August mit dem sechsfachen Oscar-Gewinner „Nomadland“ von Chloé Zhao als Solinger Erstaufführung. Vorher kann man sich am 13. August im Südpark Open Air an der Komödie „Enkel für Anfänger“ erfreuen (Eintritt drei Euro). Im Cobra-Kino wird der 14-tägliche Programmwechsel beibehalten. Es folgende zwei weitere Highlights, der Berlinale-Film „Ich bin Dein Mensch“ von Maria Schrader und „Der Vater“ mit Antony Hopkins.

Cobra

Gründung: Das Cobra Kulturzentrum wurde am 7. Oktober 1994 gegründet. Die Idee, auch in Solingen ein selbstverwaltetes Kommunikationszentrum zu eröffnen, gab es seit den 70er Jahren. Verwirklicht wurde das Projekt, als die Stadt das leerstehende Gebäude der insolventen Cobra-Film-Studios an der Merscheider Straße 77/79 erwarb. Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch, woher der Name kommt.

Jubiläum: Vor zwei Jahren feierte man das 25-jährige Bestehen mit einem Brings-Konzert im Walder Stadion.

Aktuell: Das Kulturzentrum an der Merscheider Straße präsentiert sich heute als hochmodern ausgestatteter Veranstaltungsort für Konzert und Kabarett, Events, Tagungen und Messen, Theater und Premieren.

cobra-solingen.de

Alle Teile der ST-Stadtteilserie finden Sie hier.

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