Gastronomie

Die Biergarten-Saison läuft auf vollen Touren

Das Gräfrath Kaffeehaus bietet seit seiner Gründung Gastronomie auf der Terrasse. Wie in vielen Betrieben herrscht dort Personalmangel.
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Das Gräfrath Kaffeehaus bietet seit seiner Gründung Gastronomie auf der Terrasse. Wie in vielen Betrieben herrscht dort Personalmangel.

Neben den üblichen Wetter-Sorgen bereiten den Gastronomen Personalmangel und Preissteigerung Bauchschmerzen.

Von Jonathan Hamm

Solingen. Mitten im Herzen Gräfraths ist das Kaffeehaus beheimatet. Wer hier den Biergarten besucht, der blickt nicht nur auf den historischen Marktplatz, sondern hat gleich die Möglichkeit, auch auf diesem Platz zu nehmen. Die Szenerie wirkt wie eine Filmkulisse und lässt den Besucher in eine andere Zeit reisen. Hier bezieht sich der Spruch: „Das Auge isst mit“ nicht nur auf das Essen.

Das Kaffeehaus selbst ist in einem über 300 Jahre alten Fachwerkhaus im typisch Bergischen Stil beheimatet. Doch hinter der schönen Kulisse steckt harte Arbeit – die immer schwieriger zu bewältigen ist. Grund dafür sind Personalmangel und Preissteigerung. Geschäftsführer Peter von der Heiden ist besorgt.

Die Situation werde seit Jahren immer dramatischer. Es werde viel zu wenig ausgebildet. Besonders Köche würden händeringend gesucht. Eine Lösung wäre beispielsweise, mehr Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben. Andere Länder machten es vor. „Wie lange will man noch warten?“, fragt er sich. Die Auswirkungen der aktuellen Situation sind bereits zu spüren. „Wir haben die Karte teilweise ändern müssen“, bedauert er.

Auch die Terrasse habe man verkleinern und die Öffnungszeiten angepasst. Der Personalmangel lasse ihm keine andere Wahl. Hinzu kommen noch die immensen Preissteigerungen der Waren. Die Einkaufspreise seien seit Beginn des Ukraine-Kriegs regelrecht „explodiert“.

Eis wird zum kleinen Luxus zwischendurch

100 Gäste finden im „Spicy“ Platz

Das Restaurant Spicy ist von Gräfrath an die Uferstraße in Aufderhöhe umgezogen. Dort gibt es auch Außenplätze.

Vor weniger als einem Jahr hat das „Spicy“ in Ohligs eröffnet. Das Restaurant ist jedoch kein unbekanntes. Lange beheimatet in Gräfrath, zog man aus Platzgründen um und fand in einem Fachwerkhaus in der Uferstraße eine neue Heimat. Wer mit dem Auto durch die Straße fährt, könnte das Restaurant übersehen. Wer jedoch abends zu Fuß durch die Straße läuft, der kommt nicht drumherum, es zu bemerken – oder zu riechen. Spezialisiert auf die indische Küche bietet man einen geräumigen Biergarten. Die weißen Sichtschutzelemente passen zu dem weißen Kies, auf dem Stühle und Tische Platz finden. „Alles neu“, erklärt Kellner Singh Barjinder stolz.

Besonders während den Corona-Maßnahmen hätte man durch das eingeschränkte Platzangebot in Gräfrath Probleme gehabt, daher habe man sich entschlossen umzuziehen. Nun könne man im neugestalteten Biergarten bis zu 100 Personen bewirten.

Die Taverne ist wie eine Insel.

Dimitios Petsaa, Taverne Katogi
Biergarten- Aussengastronomie, wo kann man hingehen, wer hat auf, in Aufderhöhe Taverne Katogi

Um die Anreise muss man sich bei der Taverne Katogi im Bergischen Hof keine Gedanken machen. Direkt an der Aufderhöher Straße und neben dem Busbahnhof kann man das Restaurant kaum verpassen. „Die Taverne ist wie eine Insel“, erklärt Inhaber Dimitros Petsas. In Zeiten, in denen Chaos und Stress die Flughäfen dominieren, kann man hier für ein paar Stunden entspannt Griechenlandurlaub verbringen.

Das Wort Garten in Biergarten wird hier wörtlich genommen. Scheiben schirmen den Verkehr ab. Ein großer Baum in der Mitte spendet im Sommer Schatten. Die Blumenbepflanzung macht das Ambiente perfekt. Aktuell sind es ungefähr 140 Plätze, früher seien es noch mehr gewesen, aber aufgrund der prekären Personalsituation habe man das Platzangebot verkleinern müssen. „Es ist total ärgerlich, wenn man die Gäste wegschicken muss“, bedauert er.

Obwohl man zwar bereits die Löhne deutlich angehoben hätte, sei es schwierig, junge Menschen für den Job des Kellners zu begeistern. Im Einkauf hätte man Preissteigerungen von bis zu 200 Prozent hinnehmen müssen. Doch am meisten Sorgen bereitet ihm die aktuelle Gassituation und das, was sie im Herbst und Winter erwartet. Er befürchtet, dass für die Betriebe eine Energiesperre schlimmer wäre als die Auswirkungen durch Corona.

Biergärten in Solingen

Private Flächen: Gastronomen benötigen für die Nutzung von Freiflächen auf privaten Grundstücken eine Konzession. Diese wird von den Ordnungsbehörden der Stadt erteilt.

Öffentlichen Flächen: Neben der Konzession benötigen Gastronomen auch eine Nutzungserlaubnis etwa für Gehwege oder Freiflächen in Fußgängerzonen. Das kostet Zusatzgebühren.

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