Fahrrad

Der Trend zum E-Bike ist ungebrochen

Juniorchefin Nicole Biernath und Werkstattleiter Benjamin Hackenberg vom Fachgeschäft Zweiräder Biernath in Ohligs.
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Juniorchefin Nicole Biernath und Werkstattleiter Benjamin Hackenberg vom Fachgeschäft Zweiräder Biernath in Ohligs.

Fahrradhändler raten jetzt zum Kauf, denn im Frühling soll es wieder Lieferengpässe geben. Auch Leasing ist ein großes Thema.

Von Jonathan Hamm

Solingen. Die Zweiradhändler haben drei turbulente Jahre hinter sich. Mit dem Beginn der Pandemie und den darauffolgenden Lockdowns habe das Ganze angefangen, erinnert sich Clemens Biernath, Geschäftsführer des Fahrrad-Fachgeschäftes Zweiräder Biernath. „Zwei Monate in der Hauptsaison zu, das war für die Branche ein Alptraum.“

Nachdem die Geschäfte wieder öffnen durften, sei die Nachfrage nach Fahrrädern riesig, die Liefersituation hingegen schwierig gewesen, denn ein Großteil der Radhersteller sei von Lieferanten aus Asien abhängig. „Die Planung zu gestalten, ist schwieriger geworden“, erklärt er. Um Lieferschwierigkeiten vorzubeugen und ein wenig unabhängiger agieren zu können, habe man daher das hauseigene Lager ausgebaut.

Doch das Rad wurde nicht nur als Freizeit- und Sportobjekt, sondern auch als Pendelmöglichkeit immer beliebter – und gefragter. „Das kam wirklich, dass die Leute gesagt haben, ich pendle mit dem Rad zur Arbeit“, stellt Nicole Biernath, Verantwortliche für Kommunikation und Social Media bei Zweiräder Biernath, fest. Anreize, um vom Auto auf das Rad umzusteigen, schaffen unter anderem Leasingangebote.

Passend dazu: Eine Woche ohne Auto? Der Selbstversuch

„Leasing ist ein großes Thema“, beobachtet Heiko Legewie, Geschäftsführer des Zweirad Centers Legewie. Seit 2012 können Arbeitnehmer über verschiedene Anbieter Fahrräder und E-Bikes günstig leasen. Hierbei wird ein Teil des monatlichen Bruttogehalts vom Arbeitgeber für die Leasingrate einbehalten und dem Arbeitnehmer im Gegenzug ein Fahrrad oder E-Bike zur Verfügung gestellt. Diese Entgeltumwandlung wird steuerlich gefördert, deswegen können Angestellte gegenüber einer regulären Anschaffung Kosten sparen.

Besonders höherklassige Räder wie hochwertige E-Bikes wurden so für immer mehr Menschen erschwinglich. Durch die wachsende Popularität von E-Bikes hätte jedoch auch die Werkstattarbeit zugenommen, denn mit „normalen“ Fahrrädern kämen die Leute meist nur dann in Werkstatt, wenn etwas kaputt sei. Wenn sich Kunden jedoch ein teureres E-Bike zulegten, dann kämen sie häufiger zur Inspektion, denn man wolle schließlich den Wert des Rads erhalten, erklärt Legewie. „Das führt dazu, dass das Werkstattaufkommen enorm gewachsen ist“, stellt er fest. „Grundsätzlich sind wir ein Geschäft, das sagt: ‚Wir nehmen alle Räder an‘“, sagt er.

Doch wenn der Andrang zu groß sei, bevorzuge man Räder, die bei ihnen im Geschäft gekauft wurden. So langsam steuere die Branche aber wieder in ruhigere Gewässer, was besonders für Menschen interessant sein könnte, die mit dem Gedanken spielten sich ein neues Rad zuzulegen. „Jetzt ist es momentan ein bisschen ruhiger, und die Auswahl ist da“, berichtet Clemens Biernath und empfiehlt: „Jetzt ist die beste Zeit ein Rad zu kaufen.“ Das bestätigt auch Heiko Legewie. „Wir raten allen Kunden, wirklich schnellstmöglich zu kaufen“, denn: „Momentan werden Räder geliefert. Wir wissen aber genau von Lieferanten, dass es im April, Mai wieder ein Loch geben wird.“

Legewie zieht insgesamt eine positive Jahresbilanz: „Wir sind dieses Jahr sehr gut durchgekommen, weil wir sehr viel bestellt haben, um lieferfähig zu sein. Daher ist immer irgendwas gekommen. Wir konnten nur nicht immer beeinflussen, was kommt.“ Dennoch bleibt die Zukunft ungewiss. „Was nächstes Jahr kommt, wissen wir nicht“, erklärt er und führt aus: „Wenn wir Glück haben, hat sich 2025 alles normalisiert.“

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