Verein Waldmeister

Der Etat für Kulturevents ist überall ausbaufähig

Die Räume des Kulturvereins Waldmeister im Alten Bahnhof in Wald sind zu einem Hort frei finanzierter Kultur geworden. Foto: Tim Oelbermann
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Die Räume des Kulturvereins Waldmeister im Alten Bahnhof in Wald sind zu einem Hort frei finanzierter Kultur geworden.

Der Verein Waldmeister stellte sich dem Kulturausschuss vor. Debatte über Budgets für das Theater und Konzerthaus.

Von Philipp Müller

Solingen. Wie man mit dem großen Engagement von rund 250 Mitgliedern trotz ganz engem Budget ein abwechslungsreiches Programm machen kann, das erklärte der Schatzmeister des Vereins Waldmeister im Kulturausschuss. Alexander Lange berichtete vom demokratischen Ansatz der Veranstaltungen: Wer eine Idee hat, setzt sie selbsttätig um und muss das Angebot öffentlich zugänglich machen. Seit Anfang des Monats gehe es endlich wieder los, sagte Lange. Zumeist sind es Konzerte, die im Alten Bahnhof in Wald stattfinden.

Kulturnacht 2022: Die Programmhighlights

Sprecher der Fraktionen im Ausschuss und auch Kulturdezernentin Dagmar Becker (Grüne) bezeichneten den Verein und sein Kulturangebot als „großartig und wichtig“ für die Stadt. Über dem Verein schwebt allerdings das Damoklesschwert des Abrisses des Walder Bahnhofs. „Ein Umzug ist wegen der fest eingebauten Technik eigentlich unmöglich“, erläuterte Lange. Doch der Eigentümer werde vorläufig nicht von seiner Abrissgenehmigung Gebrauch machen, beruhigte Becker.

Nur 17 Prozent des Budgets fließt in Theateraufführungen

So schön sich das alles anhört – vor allem, weil es nichts an Steuergeld verbraucht –, so wenig taugt der Waldmeister als Blaupause für das städtische Kulturangebot. Das wurde im Anschluss diskutiert – vor allem dessen Finanzierung. Und so, wie sich auch der Waldmeister mehr Geld wünscht, andere Kulturträger größere Etats herbeisehnen, so geht es auch der Stadt.

Die Bilanz im Ausschuss fiel – wie auch schon in der Sitzung im vergangenen Herbst zum Thema – schonungslos aus. Reiner Daams (Grüne) beklagte, dass es keine vernünftigen Abo-Angebote im Theater und Konzerthaus gebe. „Das ist für eine Stadt mit 165 000 Einwohnern ein Armutszeugnis.“

Die Verwaltung mit der Leiterin des Kulturmanagements, Sonja Baumhauer, hatte Zahlen vorgelegt. Rund eine Million Euro fließen 2022 in den Bereich der Aufführungen. Davon gehen aber durch den „Grundabnahmevertrag“ bereits 670 000 Euro an die Bergischen Symphoniker. Die Idee dahinter ist: Nehmen die Städte Remscheid und Solingen als Träger der Orchester GmbH ausreichend Konzerte ab und buchen nicht kostengünstigere Ensembles von auswärts, ist das Defizit der Symphoniker kleiner. Das hat die Folge, dass nur 173 000 Euro für kulturelle Angebote außerhalb des Theater und Konzerthauses zur Verfügung stehen – und nur 171 000 Euro für Theateraufführungen.

Die Zeiten, als bekannte Tourneetheater in den Pina-Bausch-Saal und Stadttheater aus der Region kamen, die sind vorbei. Sonja Baumhauer und ihr Team setzen daher auf Landestheater, die vom Land NRW hochsubventioniert sind und damit kostengünstiger gebucht werden können.

Die SPD hatte Anträge gestellt zu untersuchen, wie man an zusätzliche Fördermittel für den Aufführungsetat kommen könne. Zugleich möchten die Sozialdemokraten eine neue Stelle schaffen, die diese Mittel einwirbt. „Dazu hat sich die Verwaltung nicht geäußert, das finden wir enttäuschend“, sagte Hartmut Ober (SPD). Das mit der Stelle gehe nicht, betonte Dagmar Becker. Der Rat habe beschlossen, nur dann neue Stellen zu schaffen, wenn sie sich selbst finanzierten. Das sei bei der unklaren Fördersituation eben nicht der Fall.

Im Büro des Rates ist eine Stelle für Fördermanagement eingerichtet. Martin Hückeler soll dem Ausschuss jetzt erklären, was er für die Kultur tun könne. Baumhauer verwies darauf, Vereine und freie Kunstschaffende ebenfalls über Förderprogramme aufzuklären und Hilfestellungen zu geben. Der Ausschussvorsitzende Sebastian Haug (CDU) schloss die Debatte fast salomonisch: „Das nehmen wir jetzt alle mal mit in unsere Fraktionen.“

Ausschuss wünscht Touristen-Infos

Wenn die neue Homepage der Stadt an den Start geht, wünscht sich der Kulturausschuss, der auch für Tourismus zuständig ist, leichter zu findende und klarere Informationen für Touristen. Aus einem ursprünglichen Antrag der FDP wurde im Ausschuss ein von allen getragener Antrag. Alle relevanten Infos sollen sich unter dem Punkt „Kultur, Freizeit & Tourismus“ finden. Bildungsangebote sollen davon getrennt werden.

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