Preisträger

Der Bergische Kunstpreis wird gleich zweimal verliehen

Den Internationalen Bergischen Kunstauspreis erhielten Filiz Özçelik (v. l.) und Jonas Hohnke von Thomas Lange.
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Den Internationalen Bergischen Kunstauspreis erhielten Filiz Özçelik (v. l.) und Jonas Hohnke von Thomas Lange.

Filiz Özçelik und Jonas Hohnke erhielten jeweils 10.000 Euro.

Von Philipp Müller

Solingen. Gute Nachrichten für die Preisträger des Internationalen Bergischen Kunstpreises hatte der Vorstand der Essener National-Bank, Thomas Lange, ins Kunstmuseum mitgebracht. Sein Haus lobt den Preis mit 10.000 Euro aus. Da die Jury sich aber nicht einigen konnte und den Preis teilen wollte, verdoppelte Lange das Preisgeld. So erhielten Filiz Özçelik und Jonas Hohnke aus seiner Hand am vergangenen Freitag in einer Feierstunde bei der laufenden 76. Bergischen Kunstausstellung in Gräfrath jeweils das volle Preisgeld. Das mache die National-Bank auch, weil sie um die durch Corona oft schwierige Lage der jungen Kunstschaffenden wisse, betonte Lange.

In seiner Laudatio hob Thomas Lange den Mut von Preisträger Hohnke hervor, eine Hüpfburg in den kunsthistorischen Kontext eines Museums zu setzen. Der Künstler will seinen Kubus „White Cube“ dabei zugleich als leeren Galerieraum verstanden wissen, der hüpfend, spielerisch betreten werden kann. Das humoristische, sogar satirische Spiel mit Erwartungshaltungen war der Jury der Preis wert.

Museumsdirektorin Gisela Elbracht-Iglhaut war Teil der Jury und begründete die Preisvergabe an Filiz Özçelik. Ihre Arbeiten, das sind Wandinstallationen aus Kacheln und Alltagsgegenständen, seien „zurückhaltend, bescheiden und dadurch großartig, weil sie so überlegt arrangiert sind“.

Festredner sieht Epochenbruch statt Zeitenwende

Zu Beginn der Feierstunde sprach Stadtdirektorin und Kulturdezernentin Dagmar Becker (Grüne). Die Bergische Kunstausstellung habe eine lange Tradition, betonte sie. Seit 1947 stehe sie für Kunst, die in Freiheit entstanden ist und damit die Demokratie stützt. „Moderne Kunst ist die Auseinandersetzung mit der Realität, die zum Nachdenken und zur Debatte abregt.“

Mittlerweile gehört auch zur Tradition, dass Thomas Lange in seiner Festrede in die Weiten der Politik und Gesellschaft schaut. Das machte er gewohnt pointiert. Er sieht im Ausbruch des Kriegs in der Ukraine am 24. Februar keine „Zeitenwende“ – der Begriff zeuge von schlechter Rhetorik. Lange spricht von einem „Bruch einer Epoche, in der Europa friedlich zusammenlebte“. Jetzt gehe es um die Frage: „Welches ist das gesellschaftliche System der Zukunft?“ Der Kunst komme dabei die Aufgabe zu, diese Frage zu reflektieren. Das könne nur die freie Kunst leisten. In unfreien Systemen habe die Kunst dazu keine Chance. Er machte Mut: „Jede Generation hat ihre Aufgaben gelöst, die aktuelle ist nicht einmalig.“

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