Auszeichnung

Deshalb ist das Friedrich-List-Berufskolleg jetzt „Heart Safe Schule“

Wolfgang Schlüss (Medical Industrie, r.) übergab den Defibrillator und die Auszeichnung gestern an Schulleiterin Marie-Louise Behrens und Torsten Küster, der die Öffentlichkeitsarbeit des Friedrich-List-Berufskollegs macht. Foto: Christian Beier
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Wolfgang Schlüss (Medical Industrie, r.) übergab den Defibrillator und die Auszeichnung am Mittwoch an Schulleiterin Marie-Louise Behrens und Torsten Küster, der die Öffentlichkeitsarbeit des Friedrich-List-Berufskollegs macht.

Friedrich-List-Berufskolleg ist die erste „Heart Safe School“ Solingens.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. „Hände weg vom Tisch“ – den Einsatz eines Defibrillators kennen viele bestenfalls von George Clooney aus dem „Emergency Room“. Um im Notfall ein Menschenleben zu retten, ist es aber notwendig, das Gerät in der Nähe verfügbar zu haben. Deshalb hat das Friedrich-List-Berufskolleg (FLBK) jetzt solch einen Automatisierten Externen Defibrillator (AED) angeschafft.

Am Mittwoch wurden Schüler, Lehrer, Schulleitung und der Hausmeister als Multiplikatoren geschult, um ihr Wissen an Kollegen und Mitschüler weiterzugeben. „Deshalb wurde die Schule jetzt auch als erste Solinger ,Heart Safe School‘ ausgezeichnet“, betonte Wolfgang Schlüss von der Firma Medical Industrie, der auch die Schulung durchgeführt hat.

„Das Gerät und vor allen Dingen die richtige Anwendung im Notfall, sind wichtige Beiträge zum Gesundheitskonzept unserer Schule mit immerhin 1100 Schülerinnen und Schülern sowie über 50 Lehrenden“, freute sich Schulleiterin Marie-Louise Behrens über die Auszeichnung. Denn dass das Thema Herzinfarkt durchaus in der Altersgruppe wichtig sei, habe nicht zuletzt der kardiologische Notfall des dänischen Fußball-Nationalspielers Christian Eriksen bei der Europameisterschaft gezeigt, so Torsten Küster, der die Öffentlichkeitsarbeit der Schule leitet.

Bei der Schulung konnte dann auch direkt an einer elektronischen Wiederbelebungspuppe geübt werden. „Wenn das Herz aus dem Takt kommt, wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt“, skizzierte Wolfgang Schlüss den kardiologischen Notfall. Der Defibrillator gebe dann einen lebensrettenden elektronischen Impuls, vergleichbar mit einem „Reset“ des Herzens. Im Idealfall bewirkt der Sinusknoten als natürlicher Taktgeber des Herzens dann, dass das Organ wieder regelmäßig zu schlagen beginnt.

Ein Metronom gibt den richtigen Takt vor

Wird die Box des Defibrillators geöffnet, gibt dieser dem Ersthelfer klare Kommandos, was zu tun ist und beschreibt, wo die Elektroden für den Elektroschock aufzukleben sind. Auch für die anschließende Herzdruck-Massage gibt es Anweisungen: „Drücken Sie fünf Zentimeter tief“ oder „Strecken Sie die Ellenbogen durch“ sind solche Kommandos. Um die vorgegebenen zwei Minuten Druckmassage durchzuhalten, wird der Helfer auch motiviert: „Setzen Sie ihr Körpergewicht ein“, empfiehlt das Gerät.

Ein Metronom gibt zudem den richtigen Takt vor. Aber auch die bekannten Lieder wie „Staying Alive“ oder „Atemlos“ seien eine Hilfe, bei der Herzdruckmassage das richtige Tempo – 100 bis 120 Mal pro Minute – einzuhalten.

Aus dem Erste-Hilfe-Kurs kenne man die Regel, nach 30 Mal drücken den Patienten zu beatmen – diese Regel habe der Deutsche Rat für Wiederbelebung angesichts der Corona-Ansteckungsgefahr derzeit aber ausgesetzt. „Aktuell soll nur gedrückt werden“, erklärt Wolfgang Schlüss. Für sieben bis acht Minuten reiche der Sauerstoff im Blut – „dann sollte der Rettungswagen da sein“. Werde die Empfehlung wieder geändert, gibt es natürlich auch für die Sprachansage des Defibrillators ein Update.

Auch auf die Frage aus dem Schülerkreis, wann überhaupt das Gerät eingesetzt werden soll, hatte der Ausbilder einen Richtwert. „Da ein Laie nur schwer den Puls fühlen kann, sollte man auf die Atmung achten. Hat der Patient maximal zehn Sekunden keine Atmung, muss man mit der Wiederbelebung starten.“

Etwa 2000 Euro kostet das Gerät, das die Schule selbst angeschafft hat. „Wir hoffen natürlich, dass wir es nie brauchen werden“, betont Torsten Küster.

Defi-Standorte in Solingen

FLBK: Am Friedrich-List-Kolleg wird der Defibrillator zentral im Verwaltungstrakt aufgehängt.

Stadt: Geräte gibt es unter anderem in den Stadt-Sparkassen, bei Solinger Sportvereinen oder im Hofgarten. Die Übersichtskarte auf der städtischen Homepage soll schnellstmöglich durch das Gesundheitsamt aktualisiert und wieder online gestellt werden.

Übersicht auch unter http://definetz.online

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