ST vor Ort

Das Waldmeister ist eine Walder Institution

Der Walder Verein Waldmeister kann sich auf eine tatkräftige Truppe um die Vorsitzende Lina Holzrichter und Kassenwart Alexander Lange verlassen. Foto: Christian Beier
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Der Walder Verein Waldmeister kann sich auf eine tatkräftige Truppe um die Vorsitzende Lina Holzrichter und Kassenwart Alexander Lange verlassen.

Waldmeister e.V. hat die Zwangspause in seiner Heimat im alten Walder Bahnhof genutzt: Die Technik wurde aufbereitet, neben einer neuen Treppe wurde eine Wand mit Fotografien von alten Konzerten geschmückt, und die Toilette wurde so barrierearm wie möglich umgebaut.

Von Anna Lauterjung

Solingen. Für sein alternatives Kulturprogramm von Konzerten über Lesungen bis hin zu Clubveranstaltungen ist der Verein Waldmeister im alten Walder Bahnhof weit über die Stadtteilgrenze bekannt. Doch auch hier sind die Türen seit eineinhalb Jahren pandemiebedingt geschlossen. Mit der Hilfe ihrer Mitglieder und privater Spenden konnte die Einrichtung die Zeit gut überstehen und blickt nun auf erste mögliche Veranstaltungen für den Sommer.

„Waldmeister e.V. – Raum für Kultur“ bezeichnet sich auch als das kulturelle Selbstversorgungsamt Solingens. „Anstatt zu meckern, dass es wenig kulturelle Angebote in der Klingenstadt gibt, haben wir beschlossen, dass wir es einfach selber machen“, erklärt die Vorsitzende Lina Holzrichter. Ganz unter dem Leitsatz der „Do-it-yourself“-Kultur veranstalten die 230 Mitglieder des Vereins regelmäßig Konzerte, Lesungen und andere Events im alten Walder Bahnhof.

„Wir haben uns gefragt: Was muss mal gemacht werden?“

Lina Holzrichter, Vorsitzende

Dabei bringen die Vereinsmitglieder sich nicht nur mit ihren Ideen für die verschiedenen kulturellen Angebote ein, sondern übernehmen auch alle Aufgaben während der Events auf der Holbeinstraße. Neben dem Stimmrecht sei die Mitgliedschaft auch eine Art Flat-rate für den Besuch der Veranstaltungen, erklärt Holzrichter. Für Externe gibt es Tagesmitgliedschaften, die wie eine Eintrittskarte funktionieren – außer zu internen Veranstaltungen.

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Die 230 Mitglieder seien der Hauptgrund, warum der Verein die pandemiebedingte Schließung vergleichsweise gut überstanden habe. „Unsere Mitglieder stemmen uns nicht nur in den guten Zeiten“, freut sich Holzrichter. Nur eine Handvoll Mitglieder sei aus dem Verein ausgetreten. Aufgrund dessen, einer Landesförderung im November, privaten Spenden und der bereits bestehenden autarken Organisation sei der Verein Waldmeister in einer guten Position gewesen. Das sei erfreulich, aber nach eineinhalb Jahren Schließung werde man emotional, betont Holzrichter.

Trotz der für die Öffentlichkeit geschlossenen Türen ist die Zeit während der Pause vom Waldmeister-Team nicht verschenkt worden. „Wir haben uns gefragt: Was muss mal gemacht werden?“, erinnert sich Holzrichter.

Veranstaltungen drinnen: Hoffnung auf kommendes Frühjahr

Wenn im normalen Betrieb zwei- bis viermal die Woche Veranstaltungen stattfinden, bleiben einige Sachen liegen. „Es ist viel passiert“, bestätigt Kassenwart Alexander Lange. Die Technik wurde aufbereitet, neben einer neuen Treppe wurde eine Wand mit Fotografien von alten Konzerten geschmückt, und die Toilette wurde so barrierearm wie möglich umgebaut. Lange: „Wir warten jetzt darauf, dass es wieder los geht.“ Zudem habe man die Räume auch für verschiedene kreative Projekte der Mitglieder zur Verfügung gestellt. Dabei sind unter anderem Videodrehs, Livestreams, Fotoshootings und – unter gegebenen Auflagen – ein Pop-up-Museum am Anfang des Jahres zustande gekommen.

Zum Zeitpunkt des Gesprächs hatten Lina Holzrichter und Alexander Lange noch nicht erwartet, dieses Jahr wie gewohnt wieder aufmachen zu können. Doch mit den neuen Lockerungen unter der aktuellen Inzidenzstufe 0 könnte es doch schneller kommen, als erwartet. Es hänge nun von den Mitgliedern ab, ob jemand eine Idee für eine Veranstaltung hat, betont Alexander Lange. „Die Leute warten nur darauf, dass es wieder losgeht“, so Alexander Lange. Zurzeit gebe es Pläne für ein paar Outdoor-Veranstaltungen im Sommer, auch zusammen mit dem Cow Club und dem Verein für DIY-Kultur.

Die Serie

Stadtteile: Auch diesen Sommer nimmt das ST die Stadtteile genauer in den Blick. In dieser Woche geht es um Walder Themen.

Ausblick: In der kommenden Woche rückt Ohligs in den Mittelpunkt.

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