Solinger Mundart

Das Stadtensemble probt „Praxis Dr. Fröhlich“

In einer noch spärlichen Kulisse probt das Stadtensemble im Helga-Leister-Haus das Stück „Praxis Dr. Fröhlich“. Foto: Michael Schütz
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In einer noch spärlichen Kulisse probt das Stadtensemble im Helga-Leister-Haus das Stück „Praxis Dr. Fröhlich“.

Nach zwei Jahren Corona-Pause gibt es auf der Theaterbühne wieder Solinger Platt.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Freunde der Solinger Mundart können sich auf das erste April-Wochenende freuen. Dann endlich, nach zwei Jahren coronabedingter Bühnen-Zwangspause, präsentiert das Stadtensemble mit der „Praxis Dr. Fröhlich“ ein neues Mundart-Stück. Die temperamentvolle Komödie aus der Feder von Heidi Theunissen verspricht jede Menge Lacher und folglich gute Unterhaltung. „Angesichts der uns nahezu umzingelnden täglich neu bedrückenden Nachrichten wollen wir hier gerne einen bewussten Gegenpol setzen“, sagt Regisseur Michael Tesch. „Einfach mal einen Abend lang die Realität außen vor lassen und in gute Laune abtauchen.“

Der Schwank, vor 16 Jahren schon einmal auf der Theaterbühne zu sehen, nimmt mit in den Alltag einer etwas speziellen Praxis. Da sind die schnippischen Sprechstundenhilfen (Sabine Roth und Sylvie Wester-Stamm) sowie ihr Chef (Jürgen Nippel), der eigentlich lieber dauerhaft seiner Leidenschaft der Jagd frönen würde als seine Sprechstunde abzuhalten.

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Ganz besondere Charaktere sind auch die Patienten: Die energische Emmi Moll (Hannelore Selbach), die die Praxisräume unverhohlen als zweites Zuhause empfindet, die verwöhnte Privatpatientin Frau von Dries (Petra Lokay), der Hypochonder Günther Becker (Karl- Heinz Stamm) oder der schüchterne Kassenpatient Erwin Schmitz (Alex Riedel) der trotz akutem Hundebiss den Hinweis einstecken muss, er käme ohne Termin und müsse deshalb Wartezeit einplanen.

„Das Stück macht mit dem Zuschauer einen Zeitsprung zurück, als die Welt noch weitgehend analog war und man sich mit solchen Neuerungen wie der damals neu eingeführten Praxisgebühr auseinandersetzen musste“, erläutert Tesch, der sich freut, mit seiner Truppe endlich wieder eine Aufführung auf der Bühne ansteuern zu können.

Zwar hatte das Stadtensemble in den letzten zwei Jahren keine wirkliche Pause, denn mit dem Stück „Krentenbettern“ lieferte es einen beachtenswerten Stream-Beitrag zum Kulturprogramm in Zeiten der Pandemie.

Der direkte Kontakt zum Publikum hat allen gefehlt

Dennoch sind sich alle einig: Live ist eben nicht zu ersetzen. Der direkte Kontakt zum Publikum, spontane Lacher oder Applaus fehlten beim Agieren vor der Kamera, so sehenswert das Ergebnis dieser Arbeit am Ende auch sei.

Seit letztem Herbst laufen nun die Proben für das neue Stück, zunächst in ruhigerer Taktung, einmal wöchentlich, inzwischen mehrfach in der Woche. Richtig spannend werde es noch einmal, wenn die Proben in den Kulissen beginnen können. Dann sei öfter noch etwas anzupassen oder umzustellen. Stühle und ein Tisch sind bei den Proben das einzige Mobiliar. Alle Schauspieler tragen einen Mund-Nase-Schutz. „Wir hatten während der letzten Wochen immer wieder Covid-Fälle in der Truppe, auch aktuell ist jemand erkrankt. Auf keinen Fall möchten wir unsere Aufführungstermine gefährden“, betont Tesch. Er hofft auf gut gefüllte Sitzreihen im Pina- Bausch-Saal. „Wir wünschen uns sehr, dass sich unsere Fans zu uns trauen – von unserer Seite tun wir alles, um unsere Besucher nicht zu gefährden“, verspricht er.

Immer noch sind alle froh, die Mundart-Tradition in Solingen aufrechterhalten zu haben. 2017 mussten die Höhscheider Bühnen ihr Aus verkünden, weil es ihnen an männlichen Darstellern fehlte. Schnell fand sich die Lösung einer Kooperation mit dem Stadtensemble des Kulturmanagements, zunächst mit der etwas sperrigen Überschrift „Höhscheider Bühnen im Solinger Stadtensemble“.

Aufführung

Die Aufführungen von „Praxis Dr. Fröhlich“ finden statt am 9. April um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 10. April um 15 Uhr und um 19.30 Uhr, jeweils im Pina- Bausch-Saal des Theater und Konzerthauses. Der Eintritt kostet 13 Euro. Tickets gibt es an der Theaterkasse: (02 12) 20 48 20.

www.theater-solingen.de

termine.solinger-tageblatt.de

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