Pandemie

Das Medimobil fungiert seit Monaten auch als Impfmobil

Wie bei McDonald’s am Frankfurter Damm ist das Medimobil derzeit regelmäßig bei Impfaktionen im Einsatz. Archivfoto: Andreas Horn
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Wie bei McDonald’s am Frankfurter Damm ist das Medimobil derzeit regelmäßig bei Impfaktionen im Einsatz.

Das Fahrzeug der Solinger Tafel ist regelmäßig bei Terminen vor Ort im Einsatz. So auch bei Impf-Aktionen in Ohligs und Wald.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Die Corona-Krise hat nicht nur unser aller Leben verändert. Auch die Sprache hat durch die Pandemie ganz neue Begriffe erhalten. Oder wer hatte vor zwei Jahren Vakzine, Inzidenzen oder Impfdurchbrüche in seinem Wortschatz? Etwas eingeschlichen hat sich auch eine andere Bezeichnung für das Medimobil der Solinger Tafel. Seit es regelmäßig unterwegs ist, um niederschwellige Impfangebote zu machen, ist es oft zum „Impfmobil der Stadt“ geworden.

Seit wann ist das MediMobil im Einsatz?

„Als die mobilen Impfungen bei den alten und bettlägerigen Menschen Anfang vergangenen Jahres begonnen haben, hat die Stadt uns angefragt, ob wir das Fahrzeug für die mobilen Impfungen zur Verfügung stellen könnten“, erinnert sich Dr. Christoph Zenses, Stellvertretender Vorsitzender der Solinger Tafel und Mitbegründer des dort angesiedelten Medimobils. „Seitdem übernehmen wir auch regelmäßig die mobilen Impftermine, etwa am Hauptbahnhof oder bei McDonald’s.“

Welche Vorteile hat das Fahrzeug für diese Aufgabe?

Das Medimobil ist quasi ein „rollendes Sprechzimmer“. Es hat einen Stromanschluss und ist wie eine kleine Arztpraxis ausgestattet. Ein dort installierter Kühlschrank war gerade in der Anfangszeit der Impfungen extrem wichtig, weil das Vakzin von Biontech/Pfizer extrem gekühlt werden musste. „Solch ein Fahrzeug hat die Stadt nicht in ihrem Fuhrpark“, so Dr. Zenses.

Wer übernimmt die Kosten für die Einsätze des Medimobils?

Die Solinger Tafel stellt das Fahrzeug für die Einsätze zur Verfügung, zahlt auch die laufenden Kosten wie Steuern und Versicherung. Das Benzin und auch eine kleine notwendig gewordene Reparatur übernimmt die Stadt Solingen.

Welche Ärzte und medizinischen Helfer stemmen die Einsätze?

Die Impfärzte werden, ebenso wie die Ärzte, die im Impfzentrum in der Stadt im Einsatz waren und sind, über das Solinger Ärzte-Netzwerk Solimed aus der Solinger Ärzteschaft organisiert. „Große Unterstützung gibt es bei den medizinischen Helfern durch das Team des Deutschen Roten Kreuzes“, betont Dr. Zenses. Die DRK-Mannschaft sei – oftmals auch ehrenamtlich – als Fahrer und Betreuer der Impfaktionen im Einsatz. Impfstoff, der mittlerweile ausreichend vorhanden ist, wird über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) organisiert und verteilt.

Wo und wann wird im Medimobil aktuell mobil geimpft?

Aktuell finden mobile Impfungen mittwochs von 12 bis 18 Uhr auf dem Parkplatz von McDonald’s am Frankfurter Damm in Wald statt. Jeweils donnerstags und freitags zwischen 12 und 18 Uhr finden mobile Impfungen auf dem Bahnhofsvorplatz des Hauptbahnhofs in Ohligs statt. Bürger haben zudem die Möglichkeit, sich in der Impfstation in den Clemens-Galerien, im Erdgeschoss neben dem Sneaker-Laden, impfen zu lassen. Die hat derzeit montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Die Impfungen sind alle ohne Terminabsprache mit Vorlage eines Lichtbildausweises möglich. Ein Impfzertifikat wird direkt ausgehändigt. Gedacht ist dieses Angebot für noch ausstehende Erst- und Zweitimpfungen.

Welche Pläne gibt es?

Wegen der derzeit großen Nachfrage und der Neuregelung des Landes, dass auch die Stadt jetzt Booster-Impfungen, anbieten kann, plant die Verwaltung, die Öffnungszeiten in der Impfstation wochentags zu verdoppeln. Ab wann diese Ausweitung der Zeiten gilt, teilt die Stadt noch mit. Zudem soll ein weiteres Ladenlokal für diese wachsende Aufgabe und mit Blick auf die Booster-Impfungen angemietet werden.

Welche Aufgaben übernimmt das Medimobil noch?

„Natürlich erfüllen wir auch nach wie vor unsere eigentliche Aufgabe, Menschen ein niedrigschwelliges Angebot für medizinische Hilfe zu machen“, erklärt Dr. Christoph Zenses. Dafür ist das Fahrzeug jeweils dienstags im Stadtgebiet unterwegs.

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