Tipps und Tricks

Das ist beim Gehölz- und Rosenschnitt zu beachten

Bei einem Hybridvortrag in der Bergischen Volkshochschule gab Gärtnermeisterin Anja Berger Tipps zum richtigen Schnitt von Gehölzen und Rosen. Foto: Rouven Böttner
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Bei einem Hybridvortrag in der Bergischen Volkshochschule gab Gärtnermeisterin Anja Berger Tipps zum richtigen Schnitt von Gehölzen und Rosen.

Gärtnermeisterin Anja Berger gab bei einem Vortrag der Bergischen Volkshochschule Tipps.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Durch regelmäßigen radikalen Rückschnitt kann ein Zierstrauch im Garten nicht künstlich dauerhaft kleingehalten werden. Jedenfalls nicht, wenn er gesund bleiben und mit regelmäßiger Blüte erfreuen soll. Das war eines der Fazits, das Gärtnermeisterin Anja Berger am Samstag den Teilnehmer ihrer Hybridveranstaltung in der Bergischen Volkshochschule zum Thema Gehölz- und Rosenschnitt mitgab. „Man sollte vor dem Kauf eines Gehölzes dessen Endgröße kennen. Sollte die nicht mit den Maßen des zur Verfügung stehenden Gartens harmonieren, ist eine andere Wahl sinnvoller“, sagte die Experten sehr deutlich.

Bei manchen Gehölzen, etwa bei dem Kleinstrauch Lavendel, dagegen darf ein Rückschnitt durchaus radikaler sein, als es sich die meisten Hobbygärtner trauen – meistens werde jedoch zu viel und vor allem das Falsche abgeschnitten. Gute zwei Stunden ging sie in ihrem gut strukturierten Referat der Frage nach: „Müssen Sträucher zum Friseur?“ Berger gab zwischendurch Zeit und Raum für spontan gestellte Fragen aus dem Auditorium. Punkt für Punkt arbeitete sie einen zuvor vorgestellten Aspekt-Katalog zum Thema ab und gab immer wieder konkrete Beispiele für das Erläuterte.

Warum müssen Sträucher oder Rosen überhaupt geschnitten werden?

Nicht, um ihre natürliche Größe zu unterbinden und sie durch ständigen Rückschnitt gewaltsam in eine eigentlich zu kleine Gartengröße zu zwingen. Sondern um durch regelmäßiges Verjüngen, Abschneiden von Totholz und älteren Trieben ein langes gesundes Strauchleben zu ermöglichen und eine schöne und üppige Blüte zu forcieren.

Wie schneidet man Sträucher richtig?

Indem man jüngere Triebe stehenlässt und ihnen Licht und Raum gibt. Dazu sollten die jeweils älteren entfernt werden: eng am Boden beziehungsweise am Stamm abschneiden und keine sogenannten „Huthaken“ stehenlassen, die später absterben. Der klassische „Hausmeisterschnitt“, alles einfach von oben herunter auf eine Länge zu kürzen, ist folglich ein Fehler: Der Strauch verdichtet, vergreist und wächst im Austrieb an den abgeschnittenen Stellen umso üppiger, weil die unverändert gebliebene große Wurzel nun ihre Energie in die verbliebenen Zweige steckt. Dadurch wird ein schlecht geschnittener Strauch optisch immer quirliger und unbeherrschbarer.

Was ist, wenn man seine Gehölze jahrelang falsch geschnitten hat?

Die kriegt man wieder hin, aber nicht in einer Vegetationsperiode, betonte Berger. Schließlich braucht das neue Holz erst einmal eine Chance, sich zu entwickeln. Im Schnitt müsse man dabei mit drei Jahren rechnen.

Wann sollte überhaupt geschnitten werden?

Bei dieser Frage gibt es – abhängig vom Strauch – Spielräume. Prinzipiell sei bei einem Frühblüher anders vorzugehen als bei einem Gehölz, das erst im späteren Sommer blüht. Zum Beispiel schneidet man seine Forsythie erst nach der Blüte. Aktuell würde man alle Knospen mit wegschneiden, die sich im Herbst gebildet haben. Hibiskus oder der Schmetterlingsflieder dagegen sind jetzt dran. Auch Rosen sollten bald nach den Frostnächten geschnitten werden – etwa oberhalb des fünften, nach außen zeigenden Auges schräg und scharf kappen.

Gibt es Sträucher, die man gar nicht schneiden soll?

Ja. Dazu zählen die Zaubernuss und der Rhododendron. Wenn bei diesen Pflanzen Bedarf besteht, helfe nur der Mut zum radikalen Schnitt, verbunden mit dem Wissen, dass es Jahre dauern wird, bis der Strauch optisch aufholt.

Hintergrund

Werkzeug: Für die Gehölzpflege werden scharfe Arbeitsgeräte benötigt – eine gut in der Hand liegende Rosenschere, eine Klappsäge für dickere Äste und eventuell eine Astschere. Für den Rosenschnitt empfehlen sich Handschuhe, die auch zumindest den Unterarm bedecken.

Zur Person: Anja Berger betreibt in Solingen ihre eigene Gartenschule, gibt regelmäßig Kurse.

www.die-gartenschule.de

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