Medizin

Darmkrebs: Vorsorge auch in der Pandemie nicht vernachlässigen

Dr. Gia Phuong Nguyen ist Chefarzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Kardiologie an der St. Lukas Klinik. Foto: Uli Preuss/Kplus Gruppe
+
Dr. Gia Phuong Nguyen ist Chefarzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Kardiologie an der St. Lukas Klinik.

Unter anderem die St. Lukas Klinik führt Koloskopien durch.

Solingen. Normalerweise finden in der St. Lukas Klinik jedes Jahr 1500 bis 1600 Koloskopien zur Früherkennung von Darmkrebs statt. Wegen der Corona-Pandemie seien es 2020 jedoch rund ein Drittel weniger Untersuchungen gewesen, berichtet Dr. Gia Phuong Nguyen, Chefarzt der Inneren Medizin, Gastroenterologie und Kardiologie. Zum Darmkrebsmonat März macht er auf die Wichtigkeit von Vorsorge aufmerksam: „Trotz Corona dürfen wir andere Erkrankungen nicht vernachlässigen.“

Um ihre Sicherheit müssten sich Patienten keine Sorgen machen: Ärzte und Klinikpersonal seien inzwischen geimpft. Vor der Untersuchung werde zudem ein PCR-Coronatest beim Patienten durchgeführt. Um Darmkrebs vorzubeugen, sollten Männer und Frauen ab 50 Jahre alle zwei Jahre einen Stuhltest durchführen lassen. Männer sollten ab diesem Alter auch bereits erstmals zur Darmspiegelung, Frauen erst ab 55. „Denn Männer erkranken früher“, erläutert Dr. Nguyen.

In Deutschland erkranken rund 60 000 Menschen pro Jahr an Darmkrebs. Die Zahlen seien rückläufig – weil es die Vorsorgeuntersuchungen gebe, betont Nguyen. Bei der Koloskopie wird der rund einen Meter lange Dickdarm mit einem schlauchartigen Endoskop mit Kamerakopf auf Polypen untersucht. Die gutartigen Wucherungen gelten als Vorstufe für Krebs und werden bei der Untersuchung gleich entfernt. „Das ist der große Vorteil der Koloskopie: Sie müssen nicht extra operiert werden.“ Von der Größe und der Zahl der Polypen hänge ab, wann die nächste Vorsorgeuntersuchung fällig sei. „Im Durchschnitt alle drei bis fünf Jahre.“

Zur Darmreinigung müssen Patienten ein Abführmittel in Form einer Trinklösung zu sich nehmen: einen Liter am Tag zuvor, ein weiterer vor der Untersuchung. Für die Koloskopie werde der Patient mit einem Betäubungsmittel sediert. „In der Regel merken Sie nichts von der Untersuchung.“

Telefon-Hotline zur Darmkrebs-Vorsorge im Klinikum

Im Städtischen Klinikum werden laut Pressesprecherin Karin Morawietz rund 2700 Darmspiegelungen durchgeführt, davon 1300 als Vorsorgekoloskopien. Zum Darmkrebsmonat März bietet das Klinikum noch heute und morgen, jeweils von 14 bis 17 Uhr, eine Telefon-Hotline an. Fachärzte beantworten Fragen und möchten Patienten die Sorge vor der Vorsorgeuntersuchung nehmen: Tel. 01 52/22 52 27 16.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

800 Menschen demonstrieren in Solingen für mehr Klimaschutz
800 Menschen demonstrieren in Solingen für mehr Klimaschutz
800 Menschen demonstrieren in Solingen für mehr Klimaschutz
Mordprozess Hasseldelle: Keine Hinweise auf männlichen Täter
Mordprozess Hasseldelle: Keine Hinweise auf männlichen Täter
Mordprozess Hasseldelle: Keine Hinweise auf männlichen Täter
83-Jähriger verstirbt nach Verkehrsunfall am Werwolf
83-Jähriger verstirbt nach Verkehrsunfall am Werwolf
83-Jähriger verstirbt nach Verkehrsunfall am Werwolf
Corona: Inzidenzwert bleibt in Solingen unter 50
Corona: Inzidenzwert bleibt in Solingen unter 50
Corona: Inzidenzwert bleibt in Solingen unter 50

Kommentare