Stadtkämmerer

Daniel Wieneke soll neuer Kämmerer werden

Daniel Wieneke wird nach seiner Wahl neben den Stadtfinanzen unter anderem für das Gebäudemanagement zuständig sein.
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Daniel Wieneke wird nach seiner Wahl neben den Stadtfinanzen unter anderem für das Gebäudemanagement zuständig sein.

Der neue Chef für Solingens Finanzen kommt aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis - ist aber ein alter Bekannter im Rathaus. Seine Wahl gilt als Formsache.

Von Björn Boch

Solingen. Daniel Wieneke, bis 2012 Leiter des Finanzmanagements der Stadt Solingen, soll zu Beginn des kommenden Jahres Beigeordneter für Finanzen werden – so lautet die Position des Kämmerers offiziell. Über diesen Personalvorschlag informierte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) am Freitag den Ältestenrat der Stadt. Wieneke ist Kreiskämmerer des Ennepe-Ruhr-Kreises und Fachbereichsleiter für Finanzen, Kreisentwicklung und Bildung. Seine Wahl zum neuen Beigeordneten soll in der Ratssitzung am 16. Dezember erfolgen. Die Einstellung erfolgt für die Dauer von acht Jahren.

Der bisherige Kämmerer Ralf Weeke (SPD) hatte darum gebeten, im Frühjahr 2022 – zwei Jahre vor Ablauf seiner Amtszeit – von seinen Pflichten als Leiter des Finanzressorts entbunden zu werden. Er wechselt als Kaufmännischer Betriebsleiter zu den Technischen Betrieben (TBS).

„Als ich mitbekommen habe, dass in Solingen ein neuer Kämmerer gesucht wird, war mein erstes Gefühl: Das wäre ein bisschen wie nach Hause kommen“, sagte Wieneke im ST-Gespräch. Er habe sein Berufsleben in Solingen begonnen und die Entwicklung immer mitverfolgt. Nach den positiven Auswirkungen rund um den Stärkungspakt hätten die Stadtfinanzen durch Corona und die Flutkatastrophe zwar einen kräftigen Rückschlag erlitten. „Aber: Ich will die Aufgabe gerne angehen, sofern der Rat mich wählt.“ Das gilt als Formsache.

Die angespannte Finanzlage, betont Wieneke, dürfe nicht zu einem Kaputtsparen führen. „Viele Kommunen haben gesehen, dass sie durch den Verzicht auf freiwillige Leistungen nicht mehr weit kommen, weil die Kosten im Sozialbereich immer weiter steigen. Wir brauchen eine lebenswerte und attraktive Stadt mit zukunftsfähiger Infrastruktur“, betonte Wieneke.

Der 55-jährige Sozialdemokrat ist in Solingen ein alter Bekannter: Von 1998 bis 2012 war der Diplom-Volkswirt Beamter der Klingenstadt, zunächst im Stab des Oberbürgermeisters, zuletzt als Leiter des Finanzmanagements. Wieneke besitze als „einziger unter sechs Mitbewerbern die von der Ausschreibung geforderten Qualifikationen“, so Stadtsprecher Lutz Peters. Dazu gehörte „umfangreiche, langjährige Fach- und Führungskompetenz mit Qualifikation zum höheren Verwaltungsdienst“.

Wieneke sei sowohl mit den Strukturen der Stadt als auch mit der Altschuldenproblematik sehr vertraut: Im Jahr 2011 hatte Wieneke zusammen mit Stadtkämmerer Ralf Weeke und dem damaligen OB Norbert Feith (CDU) die Bürgerhaushaltskampagne „Solingen spart!“ vorbereitet.

Das Verwaltungsgebäude an der Bonner Straße. Hier wird Wieneke arbeiten.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Iris Preuß-Buchholz ist von der Personalie überzeugt: „Wir kennen ihn schon viele Jahre, die Zusammenarbeit war immer sehr gut – wir glauben, dass er dieses Amt exzellent und mit viel Erfahrung ausfüllen wird.“ Die Sozialdemokraten haben das Vorschlagsrecht für diesen Posten in der Verwaltungsspitze.

Das trägt die CDU mit, wie Fraktionschef Daniel Flemm versichert. Zwar stehe die Vorstellung Wienekes bei den Fraktionen noch aus, er bringe aber die Kompetenz mit und habe sich früher als Leiter Finanzmanagement bewährt. „Fakt ist aber auch: Die Aufgabe wird nicht einfach, eine kreisfreie Großstadt ist eine andere Nummer als ein Landkreis.“

Die Grünen signalisierten gestern ebenso Zustimmung. „Wir halten ihn für geeignet“, so Fraktionssprecher Frank Knoche. Die Grünen hätten sich neben Dagmar Becker zwar eine weitere Frau für den Verwaltungsvorstand gewünscht. „Aber wir wissen natürlich, wie die Situation auf dem Markt ist.“

Auch Kämmerer Weeke ist vom Nachfolger überzeugt: „Ich kenne Daniel Wieneke seit über 20 Jahren und habe mit ihm viele Jahre in dieser Stadt außerordentlich gut zusammengearbeitet. Sowohl fachlich wie menschlich halte ich ihn für einen exzellenten Kandidaten und freue mich sehr, dass er bereit ist, wieder nach Solingen zu kommen.“

Persönlich: Das ist Daniel Wieneke

Daniel Wieneke, geboren 1966 in Bielefeld und aufgewachsen in Hameln, lebt seit 2007 in Solingens Nachbarstadt Wermelskirchen, wo er nach eigenen Angaben „zumindest in zweiter Reihe“ auch im SPD-Ortsverein aktiv ist. Er ist verheiratet und hat drei Kinder im Alter von 15 bis 21 Jahren.

Unsere erste Meldung vom 26. November, 10.35 Uhr

Solingen. Oberbürgermeister Tim Kurzbach hat am Freitagmorgen, 26. November, den Ältestenrat darüber informiert, wen die Stadtverwaltung dem Stadtrat als neuen Kämmerer zur Wahl vorschlagen wird. Der Kandidat, der als einziger unter sechs Mitbewerbern die von der Ausschreibung geforderten Qualifikationen besitzt, ist in Solingen kein Unbekannter. Es handelt sich um Daniel Wieneke, derzeit Kreiskämmerer des Ennepe-Ruhr-Kreises und Fachbereichsleiter für Finanzen, Kreisentwicklung und Bildung.

Von 1998 bis 2012 war der Diplom-Volkswirt bereits Beamter der Klingenstadt Solingen, zunächst im Stab des Oberbürgermeisters, zuletzt als Leiter des Finanzmanagements. Insofern ist der 55-Jährige sowohl mit den Strukturen des „Konzerns Stadt Solingen“ als auch mit der Altschuldenproblematik sehr vertraut, die Solingen mit anderen Kommunen in NRW teilt: Im Jahr 2011 bereitete er zusammen mit Stadtkämmerer Ralf Weeke und dem damaligen Oberbürgermeister Norbert Feith die große und erfolgreiche Bürgerhaushaltskampagne „Solingen spart!“ vor.

Der Stadtrat hatte die Stelle des Beigeordneten für das Ressort Finanzen, Beteiligungen, Gebäudemanagement am 30. September ausgeschrieben, der langjährige Kämmerer Ralf Weeke wechselt 2022 als Kaufmännischer Betriebsleiter zu den Technischen Betrieben der Stadt Solingen.

Das Aufgabengebiet des Stadtkämmerers umfasst derzeit die Bereiche Finanzen, Beteiligungen und das Gebäudemanagement. Im Rahmen der Beteiligungsverantwortung besteht die Zuständigkeit für den DBSG, den Bergisch-Rheinschen-Wasserverband, die Beteiligungsgesellschaft Stadt SG mbH und den Wasserversorgungsverband Rhein-Wupper.

Laut Ausschreibungstext suchte die Stadt Bewerberinnen und Bewerber, die außer einer umfangreichen, langjährigen Fach- und Führungskompetenz die Qualifikation zum höheren Verwaltungsdienst nachweisen konnten. Wieneke hat im Anschluss an sein Studium ein zweijähriges Referendariat im Innenministerium des Landes NRW mit anschließender Staatsprüfung absolviert. Kämmerer Ralf Weeke: „Ich kenne Daniel Wieneke seit über 20 Jahren und habe mit ihm viele Jahre in dieser Stadt außerordentlich gut zusammengearbeitet. Sowohl fachlich wie menschlich halte ich ihn für einen exzellenten Kandidaten und freue mich sehr, dass er bereit ist, wieder nach Solingen zu kommen.“

Die Einstellung erfolgt für die Dauer von acht Jahren. Die Wahl des neuen Beigeordneten soll in der Stadtratssitzung am 16. Dezember erfolgen.

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