Christopher Street Day

Klingenpride: Erster CSD in Solingen findet heute statt

Freuen sich auf den ersten CSD in Solingen: Manfred Ackermann (l.) und Patrick Baron mit Bobbi Singh vom Restaurant Stückgut.
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Freuen sich auf den ersten CSD in Solingen: Manfred Ackermann (l.) und Patrick Baron mit Bobbi Singh vom Restaurant Stückgut.

Organisatoren sind startklar für Solingens ersten Christopher Street Day – das Sicherheitskonzept steht.

Von Kristin Dowe

Solingen. Allmählich steigt bei Manfred Ackermann und Patrick Baron der Puls: In wenigen Tagen, am Samstag, 30. Juli, geht in Solingen der Klingenpride, Solingens erster Christopher Street Day, unter dem Motto „Liebe baut Brücken“ im Südpark über die Bühne. Vor etwa einem halben Jahr hatte der SPD-Politiker Ackermann die Idee dazu entwickelt, sein politisches Engagement möchte er aber klar von der Organisation des CSD trennen. In Patrick Baron und Claudia Schmidt fand er tatkräftige Mitstreiter für den Klingenpride, für den der Verein zur Förderung des traditionellen Solinger Brauchtums federführend verantwortlich zeichnet. Das Gelände der Güterhallen und die dortigen Ateliers stellt zudem der gleichnamige Verein zur Verfügung.

„Wir haben jeden Tag mehrere Stunden in die Vorbereitung gesteckt“, blickt Ackermann zurück. Von die Akquise der Künstlerinnen und Künstler über die Stromversorgung und das Aufstellen eines Sicherheitskonzepts gab es im Vorfeld eine lange Aufgabenliste abzuarbeiten. Für circa 5000 Menschen sei das Veranstaltungsgelände ausgelegt. „Wie viele tatsächlich kommen werden, können wir nicht sagen“, so Ackermann. Erfahrungswerte gibt es noch nicht – der Eintritt für die Sause unter dem Regenbogen ist in jedem Fall frei. Unabhängig von Altersgruppe oder sexueller Orientierung seien alle herzlich eingeladen. „Auch Familien mit Kindern sind bei uns herzlich willkommen.“

Das bietet der erste CSD in Solingen

In kulinarischer Hinsicht werden das Restaurant Stückgut und Gewölbe hoch 3 die Gäste verwöhnen. Neben einer unbeschwerten Party gehe es darum, die verschiedenen Beratungsangebote für homosexuelle und queere Menschen in der Klingenstadt sichtbar zu machen. Mehr als 20 Einrichtungen werden mit eigenen Ständen vertreten sein, darunter AWO Regenbogenfamilien, Der Gemischtwaren oder das Bündnis Bunt statt Braun.

Zwar sei Solingen insgesamt auf einem guten Weg, doch reichten die vorhandenen Anlaufstellen noch nicht aus, findet Patrick Baron. Insbesondere fehlten im Zuge des demografischen Wandels Beratungsangebote für ältere queere Menschen. „Für diese Generation ist es schwierig.“ Manfred Ackermann ergänzt: Gerade in Pflegeeinrichtungen sei das Thema Homosexualität ein großes Tabu.

Auch Jugendliche sollten stärker in den Blick genommen werden. Ackermann: „Wegen der Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie hatten viele junge Menschen ein verzögertes Coming-out. Das war für die Betroffenen sicherlich eine seelische Belastung.“ Gerade diese Gruppe dürfe nicht mit ihren Fragen und Sorgen allein gelassen werden.

Für viele ist der CSD ein Tag der Freiheit.

Manfred Ackermann vom Orga-Team des Klingenpride

Ein Ziel des Klingenpride bestehe auch darin, dass die Menschen aus der LGBTQ-Szene unbeschwert feiern können und sich nicht verstecken müssen. Ackermann bringt es auf den Punkt: „Für viele ist der CSD ein Tag zum Feiern. Aber für viele ist es auch ein Tag der Freiheit.“ Noch immer seien Homophobie bis hin zu gewalttätigen Übergriffen auf Homosexuelle in der Gesellschaft keine Seltenheit, wie etwa der Anschlag auf den CSD in Norwegen oder der islamistische Angriff auf ein homosexuelles Paar in Dresden gezeigt hätten.

Musikalisch haben die Organisatoren mit der Solinger Band Pirates oder Schlagersängerin Sonia Liebing eine bunte Wundertüte zusammengestellt. Die Verantwortlichen hoffen, dass der CSD in Solingen als feste Institution etabliert und perspektivisch vielleicht sogar ein Umzug mit Festwagen möglich wird. Für die Organisation wollen die Beteiligten beizeiten einen gemeinnützigen Verein gründen, das sei aber noch Zukunftsmusik. Patrick Baron: „Wir freuen uns erst mal über die vielen positiven Rückmeldungen. Und wir können uns ja noch steigern!“

Musikprogramm

Auf der Hauptbühne sind ab 15.30 Uhr die Pirates of Love zu erleben. Danach folgen dann Just Dimi (16.30 Uhr), Julius Faehndrich (17.50 Uhr), Gojo (19.15 Uhr) und Schlagersängerin Sonia Liebing (21 Uhr). Auf der Nebenbühne spielen unter anderem Simon Frey und KeinKunstBar aus Köln. Das komplette Programm gibt es unter klingenpride.de

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