Corona-Pandemie

Covid-19-Erkrankung: Geheilt ist nicht gleich geheilt

Prof. Dr. Winfried Randerath ist Chefarzt in Bethanien. Foto: Christian Beier
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Prof. Dr. Winfried Randerath ist Chefarzt in Bethanien.

Auch wer als gesund gilt, soll sich weiter an die Hygiene- und Abstandsregeln halten. Dauerhafter Immunschutz ist noch nicht bewiesen.

  • Teilweise sind bei als geheilt geltenden Patienten Veränderungen der Lunge erkennbar.
  • Noch ist nicht erwiesen, dass Patienten sich nach überstandener Krankheit nicht erneut mit Sars-Cov-2 anstecken können.
  • Fälle aus Asien deuten darauf hin. In Deutschland hat sich der Verdacht jedoch noch nicht bestätigt.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Von den 220 Solingern, die positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet geworden sind, gelten – Stand Freitag – 144 wieder als geheilt. „Aber die Geheilten sind unterschiedlich geheilt“, relativiert Prof. Dr. Winfried Randerath, Chefarzt der Lungenfachklinik Bethanien, in der momentan die meisten Covid-19-Erkrankten behandelt werden.

So gebe es eine Gruppe von Patienten, die zwar wieder negativ getestet sind und entlassen werden können, weil sie sich gesundheitlich gut fühlen, bei denen aber auf dem Röntgenbild noch immer Veränderungen der Lunge erkennbar sind. „Es kann sein, dass sich diese Patienten noch für eine Weile unwohl fühlen, es kann aber auch sein, dass es bleibende Veränderungen an der Lunge gibt“, erklärt der Lungenfacharzt. Das müsse man abwarten, zumal es auch von der Schwere einer möglichen Vorerkrankung der Lunge abhänge. Auf jeden Fall sollten Patienten mit Lungenveränderungen nach der Entlassung in Absprache mit ihrem Arzt engmaschig mit Röntgen- oder CT-Kontrolle untersucht werden.

Andere Covid-19-Patienten, die beispielsweise nur leichte Symptome hatten, sind in der Regel wieder komplett ausgeheilt. „Diese Patienten können natürlich auch wieder normal arbeiten gehen und Sport treiben“, so Prof. Randerath.

Solingen: Geheilte bilden Antikörper gegen das Virus

Wer mit Sars-CoV-2 infiziert war, bildet Antikörper gegen das Virus. „So wie etwa auch bei den Masern hat der Betroffene dann grundsätzlich einen Schutz gegen das Coronavirus.“ Allerdings gebe es Hinweise aus Asien, dass sich Menschen möglicherweise auch ein zweites Mal mit dem Coronavirus infiziert hätten, so Prof. Randerath. Diese Berichte seien aber umstritten, Hintergrund könnten auch Unterschiede in den Testergebnissen gewesen sein. Gesicherte Informationen aus Deutschland gebe es in dieser Hinsicht nicht, so der Mediziner. Deshalb gehe man derzeit davon aus, dass die Geheilten Antikörper bilden und – zumindest für eine Zeit – geschützt sind.

Randerath und seine Ärzte-Kollegen empfehlen den Geheilten allerdings, die derzeit geltenden Hygiene- und Abstandsregeln auf jeden Fall weiter einzuhalten. „Das ist auch eine Frage des einheitlichen Verhaltens und der Möglichkeit der Kontrolle in der Öffentlichkeit“, so der Experte. Und es sei noch nicht empirisch nachgewiesen, wie lange eine Immunität anhalte. „Wer im Bus angehustet wird, weiß ja auch nicht, ob der Gegenüber das Corona- oder vielleicht das Influenzavirus hat.“

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Bereits vor einigen Tagen hat Professor Winfried Raderath, Chefarzt der Klinik Bethanien, wichtige Fragen zum neuartigen Coronavirus Sars-Cov-2 beantwortet. Er erklärte auch, warum eine Infektion eine immense Belastung für den Körper ist.

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