Quarantäne-Regeln

Coronavirus hat sich in Schulen nicht verbreitet

Gesundheitsamtsleiterin Dr. Annette Heibges (l.) und ihr Team verfolgen alle Fälle. Foto: Christian Beier
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Gesundheitsamtsleiterin Dr. Annette Heibges (l.) und ihr Team verfolgen alle Fälle.

Schulleitungen und Gesundheitsamt ziehen bei Quarantäne-Regeln an einem Strang.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Die befürchtete große Verbreitung des Coronavirus in den Schulen nach deren Öffnung Mitte August hat es bislang zum Glück nicht gegeben. Das sei auf die gute Zusammenarbeit von Schulleitungen und Gesundheitsamt zurückzuführen – so die einhellige Meinung. Trotzdem gibt es bei Eltern immer wieder Fragen bezüglich der Kontaktverfolgung und der Quarantäneregeln in den Schulen.

Wie reagieren Schulen, wenn ein Corona-Fall gemeldet wird?

Wenn eine Person positiv auf Sars-CoV-2 getestet ist, nimmt das Gesundheitsamt Kontakt zu der Person auf. Bei Schülern oder Lehrern wird geprüft, wann sie zuletzt in der Schule waren. „Der ansteckende Zeitraum beginnt zwei Tage vor den ersten Symptomen“, erklärt Dr. Annette Heibges, Leiterin des Stadtdienstes Gesundheit. Es werde geprüft, mit welchen Mitschülern und Lehrern derjenige seitdem Kontakt hatte, erklärt Peter Wirtz vom Schulleiter-Sprecherrat. Die Schulen liefern schnellstmöglich die Nachverfolgungsliste mit Namen, Adressen und Telefonnummern, das Gesundheitsamt übernimmt die Weiterverfolgung.

Ab wann gilt man als „Kontaktperson“?

Regel für die Schulen sei: Kontaktperson ist, wer länger als 30 Minuten mit der infizierten Person im Klassenraum war – egal ob mit oder ohne Maske. Diese Kontaktpersonen schickt das Gesundheitsamt 14 Tage in häusliche Quarantäne. „Die Quarantäne beginnt immer mit dem letzten Kontakt, der ja in der Gruppe durchaus unterschiedlich sein kann. So kann die Quarantäne etwa bei Schülern im Kurssystem an unterschiedlichen Daten enden“, so Dr. Heibges.

Welches Gesundheitsamt ist zuständig für die Schulen?

Die Schulen übermitteln ihre Daten in der Regel an das Solinger Gesundheitsamt. Kommen Personen, beispielsweise Lehrer, aus anderen Städten, ist das Gesundheitsamt ihres Wohnortes für die Quarantäne-Regelung zuständig.

Wie versuchen Schulen, Kontakte von Schülern zu reduzieren?

Die Kleingruppen-Regelung vom Sommer sei auf Dauer nicht umsetzbar, so Peter Wirtz. Jetzt versuchen die weiterführenden Schulen, Durchmischungen über die Jahrgänge hinaus zu vermeiden. „Aber Differenzierungs-, Religions und Oberstufen-Kurse finden natürlich statt“, so der Schulleiter. Zudem gilt auf allen Bewegungsflächen Maskenpflicht, viele Klassen tragen Masken auch freiwillig im Unterricht.

Wie viele Positiv-Fälle gab es an den Schulen?

An verschiedenen Grund- und weiterführenden Schulen wurden einzelne Fälle gemeldet. An der Friedrich-Albert-Lange-Schule etwa waren es fünf Einzelfälle. „Pro Fall mussten zwischen 65 und 100 Personen in Quarantäne“, so Wirtz. Ihm sei kein Fall bekannt, bei dem sich das Virus innerhalb der Schule verbreitet habe. An der Grundschule Meigen etwa gab es noch keinen Fall. „Auch an den anderen Schulen war meist nur eine Klasse betroffen“, so Petra Ehrenfeld, Schulleiterin in Meigen und eine der Grundschul-Sprecherinnen. „Wir haben als Schulen auf jeden Fall das Gefühl, seitens der Stadtverwaltung in guten Händen zu sein.“

Was passiert, wenn zu viele Lehrer in Quarantäne sind?

Auf diesen Notfall bereiten sich die Schulen gerade vor. An den weiterführenden Schulen setzt man auf Clouds im Internet, um Inhalte zu vermitteln. „Wir erstellen für die Jüngeren Konzepte für das Distanzlernen und erarbeiten digitales und analoges Unterrichtsmaterial“, so Ehrenfeld.

Wie gehen Eltern mit den Quarantäne-Situationen um?

„Wir erleben, dass Eltern sehr vernünftig sind, uns informieren, wenn es im Umfeld einen positiven Fall gab und sie die Kinder vorsichtshalber auch zu Hause lassen, wenn etwa ein Geschwisterkind Kontakt hatte“, so Hans-Martin Rahe, Leiter der Albert-Schweitzer-Schule, an der es bislang noch keinen Positiv-Fall gab.

In der Ganztagsbetreuung an den Grundschulen dürfen sich die Gruppen nicht mehr mischen. Dadurch erschwert Corona die Arbeit in der offenen Ganztagsbetreuung.

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