Impfstoff

Moderna in Einzelfällen auch für Jüngere

Viele Solinger Arztpraxen ordern derzeit Biontech-Impfstoff, erhalten aber nur etwa die Hälfte der Bestellung. Während die Stadt auf Moderna ausweicht, gestaltet sich das in den Praxen schwieriger. Foto: Christian Beier
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Personen unter 30 Jahren sollten bei der Booster-Impfung nicht mit dem Vakzin von Moderna geimpft werden.

Gründe sind die begrenzte Verfügbarkeit von Biontech und das Infektionsgeschehen.

Von Kristin Dowe

Solingen. Eigentlich ist die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) eindeutig: Personen unter 30 Jahren sollten bei der Booster-Impfung nicht mit dem Vakzin von Moderna geimpft werden, erst ab 30 Jahren kann statt Biontech auch Moderna verimpft werden. Um so verwunderter war ein Solinger, der sich kürzlich beim ST-Lesertelefon an die Redaktion gewandt hatte: Sein 28-jähriger Sohn habe Moderna bei der dritten Impfung erhalten.

„Ich glaube zwar nicht, dass das gesundheitlich irgendwie gefährlich ist. Aber es trägt einfach nicht zum Vertrauen der Bevölkerung bei, wenn Dinge dann doch anders gemacht werden als vorgesehen“, kritisiert der Leser.

Eine Ärztin an der Impfstelle Bethanien habe die Entscheidung damit begründet, dass der 28-Jährige bei seinen ersten beiden Impfungen auch schon Moderna erhalten habe. Zu Beginn der Impfungen wurde Unter-30-Jährigen noch nicht von Moderna abgeraten.

Die Entscheidung treffen die von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) eingesetzten Impfärzte vor Ort. Auf Nachfrage heißt es bei der KV in Düsseldorf, dass es nach geltender Erlasslage des Landes und nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums „in Einzelfällen möglich sei, Patienten unter 30 Jahren mit dem Vakzin von Moderna zu impfen, wenn diese zuvor entsprechend aufgeklärt wurden“. Gründe seien die begrenzte Verfügbarkeit des Impfstoffes von Biontech und das „dynamische Infektionsgeschehen“ in den Städten und Kreisen in NRW.

Die medizinischen Risiken einer Moderna-Impfung seien auch bei dieser Altersgruppe äußerst begrenzt, führt die KV weiter aus. „Seit Einführung der Covid-19-Impfung ist bekannt, dass nach Verabreichung der mRNA-Impfstoffe Biontech und Moderna in seltenen Fällen Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei jüngeren Personen auftreten können.“

Meldeanalysen des Robert-Koch-Instituts (RKI) hätten gezeigt, dass solche Reaktionen bei Unter-30-Jährigen bei der Verimpfung von Moderna etwas häufiger aufgetreten seien als bei Biontech. „Nach bisher vorliegenden Sicherheitsberichten ist der akute Verlauf von impfstoffbedingten Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen allerdings überwiegend mild“, so die KV.

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