Pandemie

Kinosäle füllen sich in ein paar Wochen wieder

Meinolf Thies (l.) und Frank Lichtenberg ziehen die Fäden im Lumen und freuen sich darauf, bald wieder Besucher begrüßen zu dürfen. Sie hoffen, dass am Platz keine Maske getragen werden muss. Foto:
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Meinolf Thies (l.) und Frank Lichtenberg ziehen die Fäden im Lumen und freuen sich darauf, bald wieder Besucher begrüßen zu dürfen. Sie hoffen, dass am Platz keine Maske getragen werden muss.

Das Lumen öffnet am 1. Juli, das Cobra-Pogrammkino Mitte August nach den Sommerferien

Von Karl-Rainer Broch

Solingen. Die kinolose Zeit ist auch für Solingen am 30. Juni vorbei, denn ab 1. Juli haben bundesweit die Lichtspielhäuser wieder geöffnet, teilten auch die Kinoverbände offiziell mit.

Meinolf Thies, neben Lutz Nennmann einer der Geschäftsführer des Solinger Lumen, stellt fest, dass die Schließung seit 2. November 2020 tiefe wirtschaftliche Spuren in der Kinobranche hinterlassen hat: „Wir planen daher seit Wochen mit diesem Datum und sehen endlich optimistisch in die Zukunft und haben vor, für unsere Gäste ab 1. Juli wieder Vollgas zu geben.“

Solingen: Unklar ist, ob es während des Kinofilms eine Maskenpflicht gibt

Frank Lichtenberg, Assistent der Geschäftsleitung, plant für diese Woche Speisen und Getränke zu bestellen, obwohl immer noch unklar ist, ob man im Saal während der Filmvorführung Masken tragen muss, oder nicht: „Die Maske am Platz rechnet sich für uns nicht.“

Die Mitarbeiter werden erst in der letzten Juniwoche den Kinokomplex mit den acht Sälen und 1266 Plätzen auf Vordermann bringen. Frank Lichtenberg gibt allerdings zu bedenken: „Bei Schachbrettmuster im Saal werden wir aber nur die Hälfte belegen können. Das ist besonders für Familien schlecht, denn die können dann auch nur mit Abstand nebeneinandersitzen.“

Um die Maskenpflicht zu vermeiden, geht Meinolf Thies auf die Ansprechpartner beim Gesundheitsamt zu: „Wir brauchen Rahmenbedingungen. Darunter verstehen wir, dass am eigenen Sitzplatz keine Masken getragen werden müssen und ein Mindestabstand von einem Sitzplatz nach rechts und links zwischen den einzelnen Ticketbuchungen ausreicht. Bei unserer Bestuhlung bedeutet das einen Abstand von mindestens 1,20 Meter in alle Richtungen.“

Solingen: Online-Verkauf von Popcorn und Nachos ist einzige Einnahmequelle

Das Personal befindet sich noch in Kurzarbeit, und die Studenten mit Teilzeitarbeit wurden während der Schließung im Gegensatz zu anderen Kinos weiter bezahlt.

Einzige Einnahmequelle ist der Online-Verkauf von Popcorn und Nachos. Die Bestellungen bis donnerstags werden immer am Freitag ausgeliefert. Außerdem werden die Waren, die ablaufen, verbilligt ebenfalls im Internet zur Abholung angeboten. Frank Lichtenberg: „Wir haben viele Stammkunden, die das frisch gemachte Popcorn säckeweise kaufen. Man kann es kalt essen, aber auch im Backofen bei 50 Grad wieder erhitzen und hat den typischen Kinogeschmack zuhause.“

„Große Titel warten nur darauf, endlich auf die Leinwand zu kommen.“

Lutz Nennmann Programmgestalter

Programmgestalter Lutz Nennmann macht sich über das kommende Filmangebot keine Sorgen: „Im aktuellen Filmstartkalender tummeln sich große Titel, die sich dort seit Monaten stauen und nur darauf warten, auf die Leinwand zu kommen. Um die 30 Starts stehen derzeit allein für Juli auf der Liste.“ Darunter sind so prominente Blockbuster-Anwärter wie „Godzilla vs. Kong“, „Catweazle“ mit Otto Waalkes, „Monster Hunter“, „Peter Hase 2“, „Die Croods 2“, „Fast & Furious 9“ und der neue Teil von „Hotel Transsilvanien“.

Das Cobra-Programmkino, beliebt bei vielen Solinger Cineasten, wird erst Mitte August nach dem Ende der Sommerferien öffnen. Geschäftsführerin Anja Stock sieht das realistisch: „Unter den jetzigen Vorgaben können wir im Schachbrettmuster höchstens 30 Plätze belegen, und der Sommer ist sowieso nicht die beste Kinozeit, da genießen die Leute lieber die Sonne, als sich mit der Maske einen Film anzusehen.“ Wirtschaftlich ist die Cobra dank Kurzarbeit gut durch den Corona-Lockdown gekommen, und für den Spätsommer warten viele gute Streifen auf den Start.

Anja Stock hat als „Nachspielerin“ gute Karten: „Wir warten ab, was in den Premierenkinos gut läuft, und suchen uns dann tolle Produktionen aus.“

Kinos in Solingen

Lumen: Das Lumen befindet sich seit April 2000 - damals noch unter dem Namen Cinemaxx in den Clemens-Galerien. Die ursprünglich sieben Säle wurden vor zwei Jahren durch das intim gestaltete „My Private Lumen“ mit 32 Plätzen ergänzt, das auch von Privatleuten gemietet werden kann.

Cobra: Das Programmkino in der Cobra in Merscheid widmet sich ausgesuchten Kinoproduktionen, vornehmlich aus dem deutschen und europäischen Raum. Für gute Programmgestaltung wurde die Cobra regelmäßig mit einer Prämie der Film- und Medienstiftung NRW ausgezeichnet.

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