Coronavirus

Solinger Zentrum impft sechs von zehn Geimpften

Das Impfzentrum schließt am 30. September. Die Finanzierung durch Land und Krankenkassen läuft aus, die Nachfrage ist stark gesunken. Archivfoto: cb
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Das Impfzentrum schließt am 30. September. Die Finanzierung durch Land und Krankenkassen läuft aus, die Nachfrage ist stark gesunken.

Ende des Monats ist Schluss – Statistik gibt nur bedingt Aufschluss über den Stand der Impfkampagne.

Von Björn Boch

Solingen. Im Solinger Impfzentrum, das am 30. September seine Pforten schließt, hat sich die Mehrheit der Solinger impfen lassen. Das geht aus einer Antwort der Statistikstelle der Stadt auf eine ST-Anfrage hervor. Anfang September – dafür liegen die Zahlen vor – waren 60,7 Prozent der vollständigen Impfungen vom Impfzentrum im ehemaligen Kaufhof-Gebäude oder von mobilen Teams des Zentrums durchgeführt worden. 39,3 Prozent haben sich ihre Impfungen dagegen in Arztpraxen geben lassen.

Anlass für die ST-Recherche: Die Frage, inwiefern sich aus Impfdaten statistische Aussagen über Alter oder Wohnort treffen lassen. Die Idee: Gibt es Auffälligkeiten bei den Impfquoten in Stadtteilen oder Altersgruppen, könnten daraus Lehren für die Impfkampagne gezogen werden.

Diese Daten gibt es, aber nur für die rund 60 Prozent der geimpften Solingerinnen und Solinger, die im Zentrum geimpft wurden. Hier liegen aufgeschlüsselte Zahlen nach Altersgruppen und Postleitzahl vor. Für die knapp 40 Prozent, die ihr Vakzin etwa über den Hausarzt erhalten haben, gibt es diese Zahlen laut Kassenärztlicher Vereinigung Nordrhein (KVNO) nicht.

Solingen: Im Impfzentrum wurden 79,3 Prozent der Solinger ab 80 Jahre vollständig immunisiert

Es lägen die Postleitzahlen der impfenden Praxen, nicht aber Wohnort oder Alter der Impflinge vor: „Insofern lassen sich aus dieser groben Datengrundlage keine sinnvollen und seriösen Aussagen zu kleinräumigen Impfbetrachtungen treffen. Dies auch deshalb, weil Praxen in der Regel einen größeren, über die Postleitzahl hinausgehenden Einzugsbereich haben“, so Christopher Schneider, stellvertretender KVNO-Sprecher.

Weil also für vier von zehn Geimpften exakte Daten fehlen, sei es auch aus Sicht der Stadt „nicht möglich, wirklich belastbare Aussagen darüber zu treffen, welche Altersgruppen oder Stadtgebiete noch eine besonders große Impflücke aufweisen“, erklärt Stadtsprecher Thomas Kraft. Dabei sei zu berücksichtigen, dass über die Impfzentren „gerade in den ersten Wochen und Monaten prioritär bestimmte Alters- und Berufsgruppen geimpft worden sind“. Heißt: Je älter die Geimpften, desto höher der Anteil derer, die im Impfzentrum waren.

„Die Impfzahlen sind etwas ungleich verteilt, aber als groß sind die Unterschiede nicht zu bezeichnen.“

Thomas Kraft, Stadtsprecher

Dementsprechend ergibt sich aus den Zahlen des Impfzentrums, dass dort 79,3 Prozent der Solinger ab 80 Jahre vollständig immunisiert wurden – hier sind auch diejenigen erfasst, die zu Beginn der Impfkampagne mit mobilen Teams etwa in Altersheimen aufgesucht wurden. Für die Gruppe ab 60 bis unter 80 Jahre sind es noch 48,5 Prozent. In der Gruppe ab 16 bis unter 60 Jahre liegt der Anteil derer, die im Zentrum geimpft wurden, noch bei 32,5 Prozent. „Von der Bevölkerung unter 16 Jahre wurde über das Impfzentrum bis Anfang September nur 1,9 Prozent vollständig geimpft“, heißt es in der Statistik. Diese niedrige Zahl erklärt sich dadurch, dass Kinder unter 16 Jahre lange nur von Kinderärzten geimpft werden durften.

Bezogen auf die Stadtteile „sind die Impfzahlen etwas ungleich verteilt, aber als groß sind die Unterschiede nicht zu bezeichnen“, so Stadtsprecher Thomas Kraft. In den Altersgruppen 16 bis 60 und 60 bis 80 Jahre ist die Impfquote im Postleitzahlbereich 42 655 am niedrigsten. In der Gruppe Ü80 ist 42 699 Schlusslicht, in der Gruppe U16 sind es die Bereiche 42 697 und 42 651. Die höchsten Impfquoten (bezogen auf das Impfzentrum) gibt es in den Postleitzahl-Bereichen 42 719 (60 bis 80 Jahre), 42 697 (Ü80) und 42 659 (U16 sowie 16 bis 60). Die Unterschiede betragen bei den Jüngsten nur einen, bei den Ältesten knapp zehn Prozentpunkte.

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