Coronavirus

Das ist zu tun, wenn der Impfausweis fehlt

Noch sehen Impfausweise so aus. Ein digitaler Nachweis ist aber in der Mache. Foto: Christian Beier
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Noch sehen Impfausweise so aus. Ein digitaler Nachweis ist aber in der Mache.

Wer einen Impftermin hat, sollte diesen nicht verfallen lassen.

Von Timo Lemmer

Solingen. Wer seinen Impfausweis zum Zeitpunkt seines Corona-Impftermins nicht auffinden kann, muss und sollte seinen Termin keinesfalls verfallen lassen: Darauf weist Leonie Kochen hin. Die medizinische Leiterin des Impfzentrums erklärt: „Wer ohne Impfausweis erscheint, erhält bei der Anmeldung eine Ersatzbescheinigung.“ Der jeweilige Impfarzt vermerke in der Kabine die erfolgte Impfung in diesem Fall dann auf der Ersatzbescheinigung statt im Impfausweis.

Zum Zweittermin sei dann am besten wieder die Ersatzbescheinigung mitzubringen, ganz gleich, ob der reguläre Impfausweis zwischenzeitlich gefunden werden konnte oder nicht. Denn: Das Formular hält eine zweite Spalte bereit, in der dann auch die zweite Impfung vermerkt werden kann. „Also trägt der Impfarzt auf demselben Zettel auch die zweite Impfung ein. Hat der Impfling aber in der Spanne zwischen seinen beiden Terminen seinen Impfausweis wiedergefunden, kann der impfende Arzt direkt vor Ort beide Impfungen im Impfausweis nachtragen.“

Ist dies nicht der Fall und beide Corona-Impfungen wurden auf der Ersatzbescheinigung vermerkt, überträgt diese später der Hausarzt. Der sei auch die einzige Anlaufstelle, um einen neuen Impfausweis zu beantragen, sollte der ursprüngliche partout nicht wiederzufinden sein: „Wer seinen Impfausweis wirklich nicht mehr hat, sollte sich am besten zügig einen neuen besorgen. Das macht der Hausarzt.“

Wer etwa wegen eines Umzugs keinen Hausarzt vor Ort hat, müsse sich einen suchen: Schließlich sei die vertraute Praxis der Ausgangspunkt für vieles weitere – wie eben auch einen neuen Impfausweis. Kochen: „Viele unterliegen auch dem Irrglauben, dass wir im Impfzentrum Impfausweise ausstellen. Das ist nicht der Fall.“ Mit ihren Kolleginnen und Kollegen erlebe sie es im Impfzentrum sehr häufig, dass Menschen ohne Impfausweis zum Termin erscheinen: „Ich denke, das ist bestimmt jeder zweite.“ Einen Unterschied zwischen den Altersgruppen habe sie dabei nicht feststellen können, so Kochen. Denen, die mit Impfausweis aufschlagen, könne dann aber kein Check des allgemeinen Impfstatus angeboten werden, unterstreicht Kochen: „Dazu fehlt natürlich die Zeit.“

In Solingen seien viele Patienten dank Solimed digital vermerkt

Wer seinen Impfausweis nach vielen Jahren aber mal wieder aus der Schublade geholt habe, sei gut beraten, seinen Hausarzt aufzusuchen: „Wir empfehlen auf jeden Fall, mit dem Hausarzt zu schauen, welche Impfungen aufgefrischt werden müssten.“ Wer seinen Ausweis gar nicht mehr findet, hat in der Regel auch keine Chance mehr, alte Impfungen geltend zu machen: „In dem Fall gilt: Was nicht eingetragen ist, ist nicht passiert.“

In Solingen seien viele Patienten dank Solimed digital vermerkt, das helfe im Falle des Impfausweis-Verlusts enorm. Die Regel ist das aber nicht, eine Art digitales Register gibt es nicht. Leonie Kochen weiß indes, dass ein digitaler Nachweis der Corona-Impfung in der Mache ist – dieser soll es Geimpften zukünftig beispielsweise erleichtern, zu reisen: „Das ist geplant, genauere Infos haben wir Impfärzte aber auch noch nicht erhalten. Wahrscheinlich wird auch eingetragen, wer Covid bereits überstanden hat.“

Die medizinische Leiterin des Solinger Impfzentrums erklärt, wie das Impfen am schnellsten geht und was dem Personal hilft: „Zeit spart es uns natürlich, wenn die Bürger mit Ausweis und gut vorbereitet erscheinen.“

Hintergrund

Priorisierung: Das Thema Impfen beschäftigte auch die Gewerkschaftler aus Solingen und Remscheid beim digitalen Tag der Arbeit. Aus dem Auditorium kam die Frage auf, ob nicht Busfahrer und Angestellte im Lebensmittelbereich mit Kundenkontakt höher priorisiert werden müssten. Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) griff das Thema daraufhin auf: Er sehe hier ebenfalls eine hohe Impfpriorität, das gelte aber über den Mai noch für viele Gruppen. Dass dann im Juni vermutlich die Priorisierungen wegfallen sollen, sehe er „skeptisch“. So könne sich ein Windhundrennen entwickeln: „Meine Sorge ist: Wer setzt sich denn da am ehesten durch?“ Wenn sie auch manchmal nerve, habe die Priorisierung daher mit Solidarität zu tun.

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