Schulabschluss

Corona bremst die Abiball-Planungen aus

Johanna Klotsche, Maja Wehrmann und Milena Müller (v. l.) möchten die Übergabe der Abiturzeugnisse im Innenhof der Friedrich-Albert-Lange-Schule organisieren. Auch eine Feier im Freien sei eine Überlegung wert. Foto: Christian Beier
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Johanna Klotsche, Maja Wehrmann und Milena Müller (v. l.) möchten die Übergabe der Abiturzeugnisse im Innenhof der Friedrich-Albert-Lange-Schule organisieren. Auch eine Feier im Freien sei eine Überlegung wert.

Den diesjährigen Abschlussjahrgängen fehlt nicht nur das Geld, sondern auch die Planungssicherheit.

Von Moritz Jonas

Solingen. Für die meisten Schülerinnen und Schüler ist es der Höhepunkt der gesamten Schulzeit: der Abiball. Ähnlich wie den Abiturienten des vergangenen Jahres wird auch dem diesjährigen Abschlussjahrgang das Planen einer Feier zur Allgemeinen Hochschulreife durch die Corona-Pandemie erheblich erschwert. Bisher ist noch völlig unklar, ob überhaupt gefeiert werden kann. Die Schüler der Abiball-Komitees am Humboldtgymnasium und der Friedrich-Albert-Lange-Schule (Fals) versuchen allerdings alles, um ihren Mitschülern eine gebührende Abschlussfeier zu ermöglichen.

„Die Planungen des diesjährigen Abiballs sind selbstverständlich von großen Unsicherheiten geprägt“, sagen Tim Grünewald und Nina Peters, die gemeinsam das Abiball-Komitee am Humboldtgymnasium leiten. Klar ist ebenfalls: Eine große Location für die Feierlichkeiten wird es in diesem Jahr nicht geben.

Grund dafür sei nicht allein die große Ungewissheit, was die Anzahl der Gäste betrifft. Sondern vielmehr der finanzielle Rahmen, der durch eine solche Buchung gesprengt würde. „Derzeit planen wir mit einer Ausrichtung der Veranstaltung in einer Turnhalle“, so die Abiturienten. Zunächst müsse man jedoch mit einem der Träger der Halle zu einer Einigung kommen. Das sei bisher aber noch nicht passiert. „Davon hängen sämtliche weiteren Entscheidungen und die Detailplanung des Balles ab“, erklärt Grünewald.

Coronavirus: Es fehlen die Möglichkeiten, um Geld einnehmen zu können

Auch die Finanzierungsmöglichkeiten, um den Ball stemmen zu können, seien sehr limitiert, erklären die beiden. Lediglich der Verkauf von Schoko-Nikoläusen sei möglich gewesen, um etwas zusätzliches Geld in die Abi-Kasse zu spülen. Deshalb sei ein eventueller Kartenverkauf in diesem Jahr von noch größerer Wichtigkeit als ohnehin schon, betonen Grünewald und Peters. „Wir hoffen, dass ähnlich viele Karten verkauft werden können, wie es unter normalen Umständen der Fall gewesen wäre“, so die beiden Abiturienten. Aber natürlich könne noch nicht abgesehen werden, welche Beschränkungen im Sommer bei Veranstaltungen dieser Größe gelten.

Vor den gleichen Problemen bei der Planung steht auch Maja Wehrmann. Sie ist Schüler- und Stufensprecherin an der Friedrich-Albert-Lange-Schule in Wald. Auch für Wehrmann stellt die Suche nach einem passenden Veranstaltungsort eine echte Herausforderung dar: „So etwas wie das Theater wird in diesem Jahr wohl nicht möglich sein“, erklärt Wehrmann. Momentan wisse man ja nicht einmal, ob überhaupt Gäste zum Abiball zugelassen werden. Von daher werde zurzeit eher im kleinen Rahmen geplant. Vorstellbar wäre eine feierliche Zeugnisvergabe im Innenhof der Schule – aber auch eine Feier im Freien, zum Beispiel auf der Jahnkampfbahn, sei eine Überlegung wert, sagt Wehrmann.

Für Abiball-Finanzierung: Schüler haben sich als Wahlhelfer gemeldet

Auch an der Fals hatte man nur wenige Gelegenheiten, um Geld für die Abi-Kasse zu generieren, erzählt Wehrmann. Um Geld einzunehmen, habe man, genau wie am Humboldtgymnasium, Nikoläuse verkauft. Zusätzlich dazu hätten sich einige Schüler bei den letzten Kommunalwahlen als Wahlhelfer gemeldet und das verdiente Geld anschließend für den Abiball gespendet, erzählt Wehrmann.

Trotz aller Widrigkeiten hofft man an beiden weiterführenden Schulen noch darauf, im Sommer ein gutes Ende für dieses ohnehin schon verrückte Abitur zu finden.

Abimotto

Trotz aller Schwierigkeiten bei den Planungen – ganz lässt man sich den Spaß dann doch nicht verderben. Beide Schulen haben jeweils ihr obligatorisches Abimotto festgelegt. Am Humboldt wird das Abitur unter dem Motto „Abicardi – zwölf Jahre Rum“ zelebriert. An der Fals ist das Motto ganz zeitgemäß an Corona angepasst worden, dort heißt es scherzhaft: „Coronabier – die Schule war öfters dicht als wir“. Motto-Shirts sind an beiden Schulen schon in Planung.

Die Schulen gehen derzeit den Solinger Weg. Das bedeutet: Die Klassen sind geteilt und werden im Wechsel in der Schule und zu Hause unterrichtet. Für die Jahrgangsstufe Q2, die eigentlich vor den Osterferien ihren letzten Schultag vor dem Abitur hat, gibt es nach den Ferien zwei „Zusatzwochen“, in denen die vier Abi-Fächer vertieft unterrichtet werden.

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