Schutzauflagen

Corona-Krise stellt Hundehalter vor Probleme

Das frühlingshafte Wetter lädt zurzeit Hundehalter und ihre Lieblinge zum Spazieren gehen ein. Doch dies ist momentan nur mit Einschränkungen möglich und für Halter gibt es einiges zu beachten. Foto: Christian Beier
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Das frühlingshafte Wetter lädt zurzeit Hundehalter und ihre Lieblinge zum Spazieren gehen ein. Doch dies ist momentan nur mit Einschränkungen möglich und für Halter gibt es einiges zu beachten.

Die Schutzauflagen machen es vielen Solingern zurzeit nicht leicht, ihren Tieren gerecht zu werden.

  • Was müssen Hundehalter im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Solingen beachten?
  • „Hundetreff Solingen“ bietet Austausch über Alltagsprobleme
  • Ausreichend Auslauf ist für die Tiere auch in der Corona-Krise essenziell.

Von Kristin Dowe

Solingen. Während die meisten Menschen in Solingen, sofern es ihnen möglich ist, ihre Zeit in diesen Tagen zu Hause verbringen, fordern ihre tierischen Mitbewohner trotzdem ihr Recht. Was tun Herrchen oder Frauchen, die sich gerade in Quarantäne befinden, der Hund aber dennoch zum Gassigehen ausgeführt werden muss? Und was müssen Hundehalter im Zusammenhang mit dem Coronavirus beachten? Diese Fragen stellen sich zurzeit viele Halter in Solingen, die ihren Vierbeinern in der jetzt herrschenden Ausnahmesituation gerecht werden möchten.

Solingen: Eine Ausnahmeregelung für Hundespaziergänge gibt es nicht

Im Fall einer häuslichen Quarantäne dürften Bürger die eigene Wohnung nicht verlassen, teilt das Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt (BVLA) auf Nachfrage mit. „Eine Ausnahmeregelung für Hundespaziergänge gibt es nicht.“ Vielmehr sollten Betroffene in einem solchen Fall ihr persönliches Umfeld um Hilfe bitten und das Tier dabei möglichst kontaktlos der helfenden Person übergeben, indem diese etwa eine Leine mitbringt und auch wieder mitnimmt.

Vorsicht sei auch bei Streicheleinheiten für den Hund geboten, da über das Fell Keime übertragen werden und zu einer Schmierinfektion führen könnten. „Der Hunde sollte durch den Gassigänger nur mit Handschuhen gestreichelt werden, rät das BVLA.

Solingen: Hundehaltern sollen frühzeitig für den Notfall vorzusorgen

Halter, die über einen eigenen Garten verfügen, sollten ihrem Tier während der Quarantänezeit notfalls dort Auslauf gewähren. Für wen beide Möglichkeiten nicht infrage kommen, der solle sein Tier vorübergehend auf eigene Kosten in einem Tierheim oder einer Tierpension unterbringen, bis er es wieder selbst versorgen kann. „Wir empfehlen Hundehaltern dringend, frühzeitig für den Notfall vorzusorgen und sich ein Netzwerk von Hilfspersonen aufzubauen“, ergänzt Rathaussprecherin Sabine Rische. Dies sei beispielsweise auch über soziale Netzwerke wie Facebook möglich, wo sich Halter in Gruppen wie dem „Hundetreff Solingen“ über ihre Alltagsprobleme austauschen.

„Hundetreff Solingen“ bietet Austausch über Alltagsprobleme

Derweil kämpfe auch das vorübergehend geschlossene Solinger Tierheim mit den Widrigkeiten der Corona-Krise, berichtet Leiterin Andrea Kleimt: „Wir haben nur noch sehr wenige Plätze, um Tiere unterbringen zu können.“ Ihr kleines Team, bestehend aus sieben Mitarbeitern, habe sie zurzeit in zwei Gruppen aufgeteilt, die im Wechsel im Tierheim arbeiten. Wie viele Einrichtungen und Betriebe in Solingen versuche auch das Tierheim so, drohenden personellen Ausfällen vorzubeugen. „Ich bete im Moment jeden Tag, dass alle gesund bleiben“, so Kleimt.

Hundeschulen in Solingen bieten Online-Kurse als Trainingsersatz an

Doch nicht nur Hundehalter stellt die Corona-Krise vor Probleme – auch Menschen, die professionell mit Tieren arbeiten, stünden vor Herausforderungen, schildert Hundetrainerin Sabrina Ohms von der Hundeschule „Happy Dogs“. „Wir versuchen zurzeit, ein Online-Angebot für unsere Kunden auf die Beine zu stellen. Dabei geht es zum Beispiel um die Vermittlung von Grundgehorsam.“

Mit Hochdruck versuchten sie und andere Berufsgenossen, kreative Lösungen in Zeiten der Krise zu finden. Geplant seien etwa Webinare, Online-Kurse und andere digitale Angebote. „Wir kämpfen alle ums Überleben“, bringt Sabrina Ohms das Problem auf den Punkt. Auch fehle der persönliche Kontakt mit den Haltern und ihren Hunden, der für ein erfolgreiches Training sonst sehr wichtig sei. „Besonders schwierig ist die Situation gerade für Welpenhalter“, berichtet Ohms. „Denn die Welpen können so kaum mit anderen Hunden sozialisiert werden und mit ihnen spielen, was bei der Prägung eine wesentliche Rolle spielt.

Derweil wirbt Kollegin Rosina Kersken von „Dog Competence“ bei Hundehaltern für den Versuch, aus der Situation das Beste zu machen. „Die Zeit zuhause bietet auch die Chance, bewusst Zeit mit seinem Tier zu verbringen und die Bindung zu stärken. Ähnlich wie Kinder wollen auch Hunde geistig gefordert werden, etwa durch Konzentrations- oder Suchspiele“, rät Kersken.

Ausreichend Auslauf sei für die Tiere allerdings auch in der Corona-Krise essenziell. Deshalb sollten sich Halter frühzeitig um ein funktionierendes Netzwerk kümmern. „Ein erwachsener Hund sollte tagsüber alle sechs Stunden nach draußen kommen.“

SCHUTZVERORDNUNG

SPAZIERGÄNGE Beim Gassigehen mit dem Hund sollten Hundehalter nach Angaben des BVLA die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung beachten. Dazu gehört etwa, nicht in Gruppen unterwegs zu sein und möglichst zwei Meter Abstand zu anderen Spaziergängern zu halten. Gesicherte Erkenntnisse, ob auch Hunde sich mit dem Virus infizieren können, gibt es laut BVLA noch nicht. Es lägen aber auch keine Hinweise auf eine mögliche Übertragung vor.

In unserem Live-Blog finden Sie aktuelle Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert. Die Stadt Solingen hat im vergangenen Jahr 1.560.185 Euro durch die Hundesteuer eingenommen.

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