Pandemie

Corona: So geht es mit den Zugangsregeln im Rathaus weiter

Am Haupteingang des Rathauses wird genauso kontrolliert wie am Zugang zum Bürgerbüro Mitte.
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Am Haupteingang des Rathauses wird genauso kontrolliert wie am Zugang zum Bürgerbüro Mitte.

Die Zugangskontrollen an städtischen Eingängen bleiben vorerst. Die Verwaltung weist die Kritik einiger Solinger zurück.

Von Andreas Tews

Solingen. Die Zeiten, in denen Bürger ohne Zugangskontrollen das Rathaus oder die Bürgerbüros betreten konnten, sind seit knapp zwei Jahren vorbei. Security-Mitarbeiter sind an den Eingängen postiert. Sie überprüfen, ob die Besucher einen Termin mit einem Mitarbeiter haben, oder ob aktuell ein Zeitfenster für einen „Spontanbesuch“ frei ist. Dies kommt bei vielen Bürgern nicht gut an. Immer wieder ist der Vorwurf zu hören, dass die Verwaltung sich abschotte. Dies weist Rathaussprecher Daniel Hadrys zurück. Dennoch stellt er einige Lockerungen bei den Zugangsregelungen für städtische Amtsgebäude in Aussicht.

Die Kontrollen im Rathaus, im Verwaltungshaus Bonner Straße 100 sowie in den Bürgerbüros wurden eingeführt, als die Ämter sich nach den coronabedingten Schließungen für Besucher wieder langsam öffneten. Besucher müssen an Security-Mitarbeitern vorbei, sich gegebenenfalls ausweisen und ihnen oder anderen Bediensteten mitteilen, zu welchem Mitarbeiter oder Stadtdienst sie wollen.

„Das Rathaus verbarrikadiert sich nicht. Der Zugang wird gesteuert wie in anderen Unternehmen auch.“

Daniel Hadrys, Rathaussprecher

Rathaus und Verwaltungshaus Bonner Straße 100: Im Rathaus sind die Zugangsbeschränkungen am auffälligsten. Dort gibt es nicht nur Eingangskontrollen. Der Zu- und Ausgang wird dadurch erschwert, dass innerhalb des Gebäudes viele Türen zwischen Etagenfluren oder Treppenhäusern verschlossen sind. Zu öffnen sind diese nur mit Hilfe von Code-Karten, über die nur Mitarbeiter verfügen. Dies hat zur Folge, dass Besucher oft nicht nur vom Haupteingang abgeholt, sondern auch wieder dorthin gebracht werden müssen. Der Nebeneingänge wie der an der Ecke Merian- / Cronenberger Straße sind verschlossen. Ins Rathaus und das Verwaltungshaus Bonner Straße 100 können Besucher derzeit nur mit Termin kommen. Dies handhaben auch andere Kommunen so – unter anderem die Stadt Wuppertal. Andere, wie die Stadt Remscheid, haben gelockert.

Auf die Kritik Solinger Bürger entgegnet Hadrys: „Die Stadtverwaltung verbarrikadiert sich nicht. Der Zugang zum Rathaus ist weiterhin möglich. Nur wird der Zugang – wie in anderen Unternehmen auch – gesteuert.“ Er kündigt an, dass auch im Rathaus bald wieder Besuche ohne Termin möglich sein sollen. Ein solches „Hybridsystem“ werde nach und nach eingeführt. Die Kontrollen am Eingang blieben aber zumindest bis Ende des Jahres bestehen.

Das Bürgerbüro in Mitte.

Bürgerbüros: Auf einen „Hybridmodus“ haben sich laut Hadrys die Bürgerbüros eingestellt. Sowohl Termin-, als auch Spontanbesucher werden empfangen. Die Umstellung geschieht laut Hadrys allmählich: „Vor den Sommerferien mussten noch alle Termine abgearbeitet werden, die Bürgerbüros konnten nur begrenzt Spontankunden empfangen.“ Jetzt soll sich dies aber ändern. Die Mitarbeiter wollen nach seinen Angaben beiden Besuchergruppen gerecht werden.

Die Rathaus-Nebeneingänge wie der an der Ecke Merianstraße / Cronenberger Straße sind verschlossen.

Um den bestehenden Terminvereinbarungen gerecht zu werden, seien derzeit die terminfreien Besuche auf fünf „Tickets“ pro Stunde beschränkt, berichtet der Rathaussprecher. Dies solle schon im Lauf der kommenden Wochen sukzessive erhöht werden.

Live-Blog zur Corona-Pandemie: Inzidenz in Solingen über 1000

Andere Städte

Termine: Wegen der Corona-Lage ist in Wuppertal vor Besuch der Stadtverwaltung eine Terminvereinbarung Pflicht. Diese strikte Regelung teilt die Stadt auf ihrer Internetseite mit. Auch die Kreisverwaltung in Mettmann ist nur für Terminkunden geöffnet.

Gelockert: Remscheid hat inzwischen gelockert. Das Rathaus dort ist über den Haupteingang wieder ohne Kontrollen zu betreten. Für viele Bürgerservice-Leistungen (zum Beispiel Führerschein- und KfZ-Angelegenheiten sowie Meldewesen und Personaldokumente) sind aber Termine notwendig. Vor allem, um Wartezeiten zu vermeiden, erklärt Stadtsprecherin Viola Juric.

Standpunkt von Andreas Tews: Das Rathaus gehört den Bürgern

andreas.tews@solinger-tageblatt.de

Früher war nicht alles besser. In Zeiten offener Türen hatten die Bürger nicht nur freien Zugang zum Rathaus. Oftmals irrten sie auf der Suche nach dem richtigen Ansprechpartner auch durch die Gänge. Darum ist es richtig, die Besucher zu empfangen und zu geleiten.

Zu einer Stadtverwaltung, die sich mehr als in vergangenen Jahren als moderne Dienstleisterin der Bürger verstehen muss, gehören auch straffere Strukturen wie in modernen Unternehmen. Diese dürfen aber nicht dazu führen, dass Bürger den Eindruck bekommen, sie hätten keinen ungehinderten Zugang zum Rathaus oder anderen Verwaltungsgebäuden.

Wenn die Verwaltung die Besucher besser lenken will, muss dies diskret geschehen. Die zumeist kräftig gebauten Männer am Eingang vermitteln aber oft den Eindruck, dass sie mehr kontrollieren wollen, als zu helfen. Dies muss sich dringend ändern. Denn das Rathaus gehört – anders als Firmengebäude – den Bürgern und nicht denen, die darin arbeiten. 

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