Nach Hochwasser

Corona: PCR-Tests für Helfer und Anwohner in Unterburg

Für Hochwasser-Betroffene und Helfer gibt es kostenlose PCR-Tests. Archivfoto: Christian Beier
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Für Hochwasser-Betroffene und Helfer gibt es kostenlose PCR-Tests.

Feiern in Ohligs sorgen für höchste Inzidenz in NRW.

Solingen. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 29,5 hatte Solingen am Dienstag den höchsten Wert in Nordrhein-Westfalen, knapp vor Düsseldorf und Köln. Grund für die steigenden Corona-Neuinfektionen sind die Feiern nach dem Europameisterschaftsfinale am 11. Juli. In Ohligs bejubelten rund 1000 Fußball-Fans den Sieg der italienischen Mannschaft. Im Zusammenhang mit der EM-Party gebe es bislang 35 Neuinfektionen, die durch einen PCR-Test bestätigt sind, hieß es gestern von der Stadt Solingen. „Das Gesundheitsamt geht von weiteren Fällen in den nächsten Tagen aus“, teilte Stadtsprecher Daniel Hadrys mit. Die meisten Infizierten seien jung und noch nicht vollständig geimpft.

Auch als Nebeneffekt der Hochwasser-Katastrophe befürchtet das Gesundheitsamt neue Corona-Infektionen. So sei es bei vielen Einsätzen in den vergangenen Tagen schwierig gewesen, Abstände, Hygiene und Corona-Regeln einzuhalten, teilte der Stadtdienst Gesundheit mit. Am heutigen Mittwoch, 21. Juli, biete deshalb ein Team der Infektionsambulanz Bethanien ab 10 Uhr in Unterburg kostenlose PCR-Tests an. Die Teststation wird neben dem Bauwagen an der Seilbahnstation aufgebaut werden. Alle Anwohner und Helfer können sich zwischen 10 und 16 Uhr vor Ort testen lassen. Bürgerinnen und Bürger können kostenlos auch alle anderen PCR-Testangebote im Stadtgebiet nutzen.

Corona-Regeln könnten ab Freitag verschärft werden

Das Gesundheitsamt empfiehlt, besonders bei Symptomen einen PCR-Test durchführen zu lassen, da er bei der Delta-Variante zuverlässigere Ergebnisse liefere als der Antigen-Schnelltest. Das Angebot kostenloser PCR-Tests gelte auch in den nächsten Tagen, dann aber nicht mehr vor Ort.

Angesichts der stabilen Inzidenz über 10 könnten die Corona-Regeln ab Freitag wieder verschärft werden. In der Stufe 1 gilt laut aktueller Corona-Schutzverordnung in NRW: Treffen im öffentlichen Raum sind ohne Begrenzung für Angehörige aus fünf Haushalten erlaubt. Für 100 Personen aus beliebigen Haushalten sind sie mit negativem Testnachweis zulässig.

Angesichts einer Inzidenz von 29,5 könnte der nächste Schwellenwert 35 schnell erreicht sein. Wird dieser acht Tage am Stück überschritten, greift die nächste Verschärfung. „Wir beobachten die Entwicklung der Inzidenz tagesaktuell, eine Steigerung erscheint aber derzeit nicht unwahrscheinlich“, erklärt Stadtsprecher Hadrys. Stufe 2 der Corona-Schutzverordnung würde dann bedeuten, dass die Regeln für Treffen weiter verschärft werden. Treffen im öffentlichen Raum sind dann ohne Begrenzung nur noch für Angehörige aus drei Haushalten erlaubt. Treffen für zehn Personen aus beliebigen Haushalten sind mit negativem Test zulässig.-asc/bjb-

Standpunkt: Verantwortlich handeln

Kommentar von Anja Kriskofski

anja.kriskofski @solinger-tageblatt.de

Die Begeisterung der Fans nach dem EM-Sieg der italienischen Mannschaft war schön anzusehen. Hunderte ließen in Ohligs ihrer Freude freien Lauf – nach Monaten des Lockdowns verständlich. Bei manchen sorgten die Bilder aber auch für Unbehagen, denn gefeiert wurde ohne Abstand und Maske. Die Sorgen waren begründet, wie sich zehn Tage später zeigt. Weil Infizierte unter den Fans waren, haben sich bislang 35 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahlen dürften nach Einschätzung des Gesundheitsamtes noch steigen. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz liegt Solingen plötzlich an Platz eins in NRW. Doch die Fans haben nicht gegen Coronaregeln verstoßen. Am Tag des EM-Finales hatte Solingen eine Inzidenz von 7,7. In NRW entspricht das der Stufe 0, es gelten keine Beschränkungen, Mindestabstände werden lediglich empfohlen. Bei einer offiziellen Festveranstaltung hätten negative Coronatests vorgelegt werden müssen. Aber es waren eben spontane Feiern. Das zeigt: Um die Pandemie zu bewältigen, müssen wir Eigenverantwortung zeigen, uns impfen lassen, bei Symptomen zuhause bleiben und in Menschenmassen lieber auf Abstand gehen.

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