Zeitverluste von bis zu vier Monaten

Corona-Pandemie verzögert städtische Bauvorhaben

Es gibt Bauverzögerungen an der Schwertstraße und bei anderen Sanierungen in städtischen Bauten, Matthias Knospe vom Gebäudemanagement sagt, die seien nicht aufzuholen. Fotos: Christian Beier
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Es gibt Bauverzögerungen an der Schwertstraße und bei anderen Sanierungen in städtischen Bauten.

Im Rathaus-TV sprach Matthias Knospe von Verzögerungen beim „Bauen im Bestand“.

Von Philipp Müller

Solingen. Der Leiter des Gebäudemanagements der Stadt nannte dabei mögliche Zeitverluste von bis zu vier Monaten. Das ST fragte bei ihm nach.

Inwieweit sind die vier Monate Zeitverlust eine Einschätzung und in wieweit ist dieser Zeitraum belastbar?

Matthias Knospe: Bei den Projekten, welche derzeit in der planerischen Bearbeitung sind – dies sind circa 20 Prozent der Maßnahmen – gibt es aktuell noch keine Verzögerungen.

Matthias Knospe vom Gebäudemanagement sagt, die seien nicht aufzuholen.

Die Belastbarkeit der Annahme resultiert aus den Erfahrungen der letzten Wochen. Bei Maßnahmen, die in den letzten Zügen des Ausbaus sind, haben wir trotz der ersten Coronavirus-Welle mit europaweit restriktiven Konsequenzen aller Voraussicht nach eine minimale Verzögerung von zwei bis vier Wochen. Aus meiner Sicht ist das angesichts der Sachlage ein gutes Ergebnis. Bei Maßnahmen mit Entkernungsarbeiten im Bestandsgebäude zeichnen sich, je nach Objekt, leider längere Zeitfenster ab. Die von mir genannten vier Monate sind meine Einschätzung aufgrund meiner langjährigen beruflichen Erfahrungen Bezug nehmend auf außergewöhnliche Umstände. Dazu zählen eine verlängerte Frostperiode, Bauunternehmen die nicht durchgängig arbeiten können oder auch Realisierung von Maßnahmen im laufenden Schulbetrieb. Ob weitere Lockerungsmaßnahmen kommen, auch europaweit, und ob es eine zweite „Corona-Welle“ geben wird, kann derzeit niemand verlässlich prognostizieren.

Wie bekommt das die Solinger Bevölkerung mit?

Knospe: Wichtig ist, zeitig zu kommunizieren, dass die Situation am Bau nicht ohne Konsequenzen bleibt beziehungsweise vorbeigeht. Auf unsere Nutzer werden wir zwecks umfassender und rechtzeitiger Information kurzfristig zugehen.

Sie sprachen beim Gebäude Gymnasium Schwertstraße von Problemen mit Firmen, die die Entkernung durchführen sollen, weil ost- und südosteuropäische Arbeiter nicht vor Ort sind. Zeichnet sich da eine Lösung ab?

Knospe: Zusätzlich zur Problematik mit dem Einsatz der ost- und südosteuropäischen Anbieter, die nicht vor Ort sind, kommt der Ausrüstung mit dem notwendigen Schutzmaterial eine besondere Bedeutung zu. Bei Letzterem scheint es, dass die Industrie dies nunmehr verstärkt nachholt. Der Einsatz der ost- und südosteuropäischen Anbieter hängt von einem entsprechenden Vorgehen der einzelnen Länder ab. Ein einheitliches Vorgehen wäre natürlich wünschenswert. Grundsätzlich sind wir mit unseren Vertragspartnern in intensiven Kontakt, um die eintretenden Verzögerungen zu kompensieren. Die Entkernung nimmt hierbei einen entscheidenden Faktor ein, da sonst die die Folgegewerke nicht arbeiten können.

Und ist das ein entscheidender Faktor für eine Verzögerung oder kann das wieder eingeholt werden?

Knospe: In Gänze ist davon auszugehen, dass die Zeitverluste nicht eliminiert werden können, da die vorhandenen Zeitpläne permanent optimiert werden und so straff wie möglich organisiert sind.

Sie lobten die großen Vorteile der gut vernetzten digitalen Technik im Rathaus. Ist damit eine Leistungsfähigkeit auf dem gleichen Stand wie bei Präsenzarbeit möglich, wenn jetzt viele im Homeoffice sind?

Knospe: Bezüglich dessen, was im Verhältnis zur Präsenzarbeit digital im Homeoffice abgebildet werden kann, lautet die Antwort: Ja. Die Einschränkungen liegen in der Coronarestriktion und deren Folgen wie der Coronaschutzverordnung. Dadurch gibt es keine Baustellentermine und Personenkontakte ohne Schutzmaßnahmen. Kitas und Schulen sind geschlossen, die Kinder zu Hause, da müssen die Mitarbeiter einiges managen. Zum Glück hat die Solinger Verwaltung in der Vergangenheit die Digitalisierung schon sehr weit vorangebracht. Ein Beispiel bildet das Modellprojekt Smart-City und alle damit im Zusammenhang stehenden Maßnahmen der Digitalisierung. Nur so können wir hier unsere Leistung auf einem gleichbleibend hohen Niveau halten.

Bauen im Bestand

Die Stadt baut momentan an vielen Stelle. So wird unter anderem in der Feuerwache an der Katternberger Straße 44 das Erdgeschoss für den Rettungsdienst erneuert. An der Grundschule Yorckstraße werden die Toiletten saniert. Das Mildred-Scheel-Berufskolleg erhält eine neue Heizkesselanlage. Im Theater- und Konzerthaus wird im Konzertsaal die Beleuchtungsanlage fest installiert. Die Dächer der Kita Fuhr und der Kindertagesstätte Burg werden saniert.

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